Automatische Verschlüsselung des Dateisystems
Solaris 11: Oracle aktualisiert sein Premium-Betriebssystem
Das Betriebssystem Solaris ist bei IT-Profis traditionell sehr beliebt und wird längst nicht nur auf dem Server, sondern auch auf Desktop-Rechnern eingesetzt. Mit der neuen Version 11 zeigt der Hersteller Oracle, dass die Entwicklung des Unix-Derivats voranschreitet, auch wenn die Open-Source-Version eingestellt ist.

Inhaltsverzeichnis
- 1Solaris herunterladen
- 2Mehr Virtualisierung
- 3Arbeitsumgebung
- 4Fazit
Sun Microsystems war einer der größten Förderer von Open-Source-Projekten, allerdings hat sich das nach der Übernahme durch Oracle radikal geändert: OpenOffice.org hat sich im Streit von Sun/Oracle gelöst und in das neue Projekt LibreOffice abgespalten, auch das Betriebssystem OpenSolaris wurde eingestellt.
Solaris herunterladen
Solaris Version 11 wurde bereits im Herbst 2010 als sogenannte Express-Version veröffentlicht, die jedoch nicht für den Einsatz in produktiven Umgebungen empfohlen wird und primär für den Test der finalen Version gedacht war. Knapp ein Jahr später ist das Betriebssystem endlich fertig und wird von Oracle in einer Sparc- und x86-Version ausgeliefert, wobei sich letztere natürlich ebenso für den Betrieb auf x64-Systemen eignet. Der Download des Betriebssystems ist jedem interessierten Nutzer mit einem Konto bei Oracle möglich, das Neukunden in wenigen Minuten erstellen können. Am kleinsten ist der Download von Solaris 11 in Form des Abbilds für automatisierte Installationen, auch der textbasierte Setup-Assistent bewegt sich aber deutlich unter einem Gigabyte. Deutlich größer sind die Live-Images für USB/CD und anderen Solaris-Medien.

Mehr Virtualisierung
Anwender ohne Erfahrung mit dem Betriebssystem Solaris sollten auf jeden Fall zu einem der Live-Images greifen, die grundsätzlich wie eine handelsübliche Linux-Distribution funktionieren. Mit ihnen kann Solaris 11 gebootet werden, ohne das bestehende System zu verändern - entweder direkt von einem physischen USB-Stick beziehungsweise einer CD oder in einer virtuellen Umgebung, zum Beispiel Oracle VirtualBox.
Stichwort Virtualisierung: In Solaris 11 wurde die direkt in den Kern des Systems eingebaute Anwendung nochmals optimiert, mit der mehrere Solaris-Instanzen (Zones) auf einem Rechner ausgeführt werden können. Laut Angaben von Oracle soll der Verwaltungaufwand von Solaris Zones etwa 15 Prozent geringer ausfallen als es beim Konkurrenten VMware der Fall ist. Auch VirtualBox soll auf Solaris 11 nun schneller arbeiten.
Arbeitsumgebung
Auch Desktop-Anwender dürfen sich über einige Neuerungen in Solaris 11 freuen: So haben die Entwickler dem grafischen Setup-Assistenten der Live-Version ein Partitionsprogramm spendiert, das alle Dateisysteme aus dem Windows- und Linux-Umfeld problemlos verkleinern kann - kein Wunder, es basiert auf dem GNU Partition Editor. Außerdem ist die Installation des Betriebssystems insgesamt einfacher geworden. Löblich ist ferner die neue Verschlüsselung des Dateisystems ZFS, die direkt in den Kernel eingebaut wurde: Mit dieser können Nutzer die gesamte Festplatte chiffrieren, sodass beim Verlust des Geräts dritte Personen nicht auf persönliche Daten zugreifen können. Nach Angaben von Oracle soll die ZFS-Verschlüsselung viel schneller als vergleichbare Lösungen sein, das heißt auch schneller als Windows BitLocker und Apple FileVault.

Fazit
Die neue Paketverwaltung IPS trägt wie die genannten Neuerungen dazu bei, dass Solaris es in Version 11 durchaus wieder mit den etablierten Linux-Distributionen aufnehmen kann. Das Betriebssystem macht nicht nur im Server-, sondern auch im Desktop-Einsatz eine sehr gute Figur und glänzt mit hoher Stabilität.
