Operation Ghost Click
FBI: Weltweit agierendes Botnetz zerschlagen
Das FBI hat in Kooperation mit diversen privaten Firmen und öffentlichen Einrichtungen sieben führende Personen eines weltweit agierenden Cyberrings festgenommen. Die Beschuldigten sollen insgesamt über vier Millionen Computer in über 100 Ländern weltweit mit Malware infiziert haben. Zeitgleich wurden gestern, 9. November, die entsprechenden Server vom Netz genommen und die Verursacher verhaftet.

Die Malware veränderte - meist unentdeckt - die Einstellungen des Rechners so, dass es den Beschuldigten möglich war, die Internetsuche der Betroffenen zu manipulieren und sie auf andere Webseiten umzuleiten. Wie das FBI bekanntgibt, enthielten diese meist Werbebanner, die, einmal angeklickt, die Zusendung einer Rechnung generierten. Außerdem sorgte die schadhafte Software dafür, dass Antivirus-Programme nicht korrekt installiert werden konnten, wodurch die Rechner der Opfer leichte Opfer für weitere Angriffe waren.
Operation Ghost Click
Dem FBI zufolge wurden 500.000 Computer in den Vereinigten Staaten durch das Botnetz der Beschuldigten infiziert. Unter diesen waren auch staatliche Einrichtungen wie die NASA, die sich aus diesem Grund an den Ermittlungen beteiligte. Sechs der Angeklagten wurden in Estland festgenommen. Sie sind zwischen 26 und 31 Jahren alt und sollen gemeinsam mit dem siebten russischen Beschuldigten an die USA ausgeliefert werden.
Den Informationen der Bundesbehörde zufolge hat die Gruppe mithilfe ihres Botnetzes 14 Millionen US-Dollar eingenommen. Um die Bande zu stellen, arbeitete das FBI mit mehreren privaten Einrichtungen und IT-Unternehmen in der "Operation Ghost Click" zusammen. In der gemeinsamen Anstrengung wurden über 100 Kontroll- und Befehlsserver des Botnetzes gleichzeitig vom Netz genommen und parallel die Verhaftung der Beschuldigten in Estland durchgeführt. Als Höchststrafe droht allen Angeklagten lebenslange Haft.
