Unterstützung für moderne Webstandards und mit SVG-Editor
BlueGriffon: Moderner Webeditor mit Firefox-Technik
BlueGriffon ist ein kostenloser Editor für Webseiten, der auf der Technologie des beliebten Firefox-Browsers basiert. Das Open-Source-Projekt hat den Innovation Award 2010 des Open World Forum und einige andere Auszeichnungen gewonnen - Grund genug, BlueGriffon genauer unter die Lupe zu nehmen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Gecko in BlueGriffon
- 2Einfache Bedienung
- 3Multimedia-Objekte
- 4Fazit
Netscape Navigator war einst der beliebteste Browser, der heute im Mozilla Firefox weiterlebt - allerdings nur in Teilen: Die Kernfunktion des Browsers ist erhalten geblieben, als Netscape im Jahr 1998 den Quelltext der Anwendung freigegeben hat, nicht aber die Komponente zum Erstellen und Bearbeiten von Webseiten.
Gecko in BlueGriffon
Zwar ist BlueGriffon kein direkter Nachfolger des Netscape Composer, er ist aber direkt mit der Uranwendung verwandt: Der kostenlose Webeditor basiert im Kern auf der Gecko Rendering Engine, die in Mozilla Firefox zur Anzeige von Webinhalten eingesetzt wird und ihre Wurzeln im Netscape Navigator hat. Für jeden Nutzer, der eine leistungsfähige Anwendung zur Bearbeitung von Webseiten sucht, lohnt auf jeden Fall ein Blick auf das Programm: nicht nur, weil es kostenlos ist, sondern auch aufgrund der Unterstützung vieler Systeme.
BlueGriffon läuft sowohl unter Windows XP, Ubuntu 10.04, Fedora 15 oder neuer, als auch auf Mac OS X ab Version 10.5 alias Snow Leopard. Für Fedora wird ein RPM-Paket zur Installation angeboten, während unter Ubuntu die Installation manuell erledigt werden muss - entweder mithilfe des Setup-Assistenten oder durch Entpacken einer Archiv-Datei. Unter Windows haben Nutzer ebenfalls die Wahl zwischen dem Assistent und der manuellen Einrichtung, die eine Microsoft Visual C++ Runtime 2008 voraussetzt. Am einfachsten ist die Installation auf dem Mac: Nutzer müssen hier lediglich das Programm aus dem .dmg-Archiv kopieren.
Einfache Bedienung
BlueGriffon belegt in der aktuellen Version 1.2.1 knapp unter 100 Megabyte auf der Festplatte, sodass es gut auf einen USB-Stick passt, sofern die Archiv-Version eingesetzt wird. Der erste Blick auf die Anwendung ist eher enttäuschend, da die Oberfläche sehr schlicht gehalten ist - nicht einmal ein Willkommensfenster haben die Entwickler eingebaut. Die schlichte Aufmachung zahlt sich später aber aus, da BlueGriffon dann extrem schnell bedient werden kann. Im Gegensatz zu anderen Webeditoren besitzt BlueGriffon keine Funktion zur Verwaltung von Projekten, was für Nutzer mehr Flexibilität, aber auch mehr Arbeitsaufwand bedeutet.

Immerhin hilft ein Assistent dabei, eine neue Datei zu erstellen: Nutzer können in ihm wählen, nach welcher HTML-Version die Seite aufgebaut werden soll. Neben dem angestaubten HTML 4.01 und XHTML 1.0 kann BlueGriffon problemlos auch Webseiten mit dem zukunftsträchtigen HTML 5-Standard erstellen. Im zweiten Schritt fragt der Assistent diverse Meta-Angaben ab, zum Beispiel Titel und Urheber einer Seite. Auch Farbe und Hintergrund können gleich zu Beginn angepasst werden, wobei BlueGriffon aus den Nutzereingaben korrekte CSS-Anweisungen erstellt. Ein Klick auf Fertigstellen öffnet die Seite im Bearbeitungmodus.
Multimedia-Objekte
Über den Schalter am unteren Rand des Bearbeitungsbereichs können Nutzer zwischen Quelltext- und dem WYSIWYG-Modus umschalten - je nachdem, wie sie eine Webseite lieber bearbeiten möchten und wie gut ihre Kenntnisse im Umgang mit HTML und CSS sind. Wer ausschließlich im grafischen Modus arbeiten will, kann BlueGriffon ohne Sorgen verwenden - insbesondere der Optionsdialog für die Formatierung einer Seite unterstützt alle CSS-Anweisungen, die Firefox auswerten kann. Dazu gehören neben dem kompletten CSS-Standard auch einige Funktionen, etwa für runde Ecken in Rahmen, die ausschließlich Firefox versteht.
Besonders gut ist Entwicklern die Funktion gelungen, mit der Audio- und Video-Elemente in Seiten integriert werden. So ist es möglich, direkt in der Anwendung eine Vorschau multimedialer Objekte anzusehen und mit einem Klick das aktuelle Standbild eines Videos als Vorschaugrafik in der Webseite zu verwenden. Wer noch mehr auf moderne Standards beim Webdesign setzen möchte, kann statt Pixel- gleich auf Vektor-Grafiken im SVG-Format wechseln. BlueGriffon bringt das populäre Werkzeug SVG Edit, mit dem Nutzer direkt innerhalb des Fensters neue Grafiken zeichnen können. Formeln können Nutzer mit MathML in HTML einbinden.

Fazit
BlueGriffon ist eine exzellente Anwendung für die Arbeit mit Webseiten, die moderne Web-Technologien wie HTML 5, SVG und MathML auch für unerfahrene Anwender einfach zugänglich macht. Quelltext, der von der Anwendung automatisch erzeugt wird, ist sauber und aufgeräumt wie bei kaum einem Konkurrenten.
