Baufällige Burgruine
Im Kurztest: Stronghold 3
Auf diese Steine sollte man nicht unbedingt bauen: Das von Publisher THQ vertriebene Strategiespiel "Stronghold 3" wirkt bei der Veröffentlichung völlig unfertig. Als Käufer ärgert man sich weniger über erfolgreiche Belagerungsaktionen des Computergegners als vielmehr über die zahlreichen Schwächen bei Technik, Bedienung und Game-Design. Und das trotz zweier schleunigst nachgeschobener Patches.
Stronghold 3 - Launch Trailer: Das Aufbau-Strategie-Spiel Stronghold 3 ist für den PC erschienen. Passend dazu haben die Entwickler diesen Launch-Trailer veröffentlicht. Er zeigt Spielinhalte des Titels und gibt dem interessierten Spieler eine wichtige Information mit auf den Weg: Selbst die schönste Burg wird nicht lange bestehen, wenn niemand bereit ist sie mit Waffeneinsatz zu verteidigen. Zum Video: Stronghold 3 - Launch Trailer
Auch nach zehn Jahren hat die Grundidee der "Stronghold"-Reihe nichts von ihrem Reiz verloren: Stolze Festungen errichten, Rohstoffe abbauen, einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf in Gang bringen und mit seinen Truppen monumentale Belagerungsszenarien bestreiten. Nach dem mittelmäßigen zweiten Teil der Serie aus dem Jahr 2005 waren an "Stronghold 3" hohe Erwartungen geknüpft. Eine zeitgemäße Präsentation, eine Überarbeitung der hakeligen Steuerung und der schwachen Künstlichen Intelligenz standen ebenso auf der Wunschliste der Fans wie eine packende Hintergrundgeschichte für die Wirtschafts- und Militärkampagnen. Leider macht sich jedoch schon nach den ersten Spielminuten große Ernüchterung breit.
Burgen belagern, Wachen aus der Ferne mit seinen Bogenschützen erledigen, mit Katapulten Türme zum Einsturz bringen oder mit dem Rammbock das Tor zu Kleinholz verarbeiten. Selbst unter Zeitdruck die Ressourcen für den Bau einer eigenen Festung beschaffen, trutzige Mauern hochziehen und sich gleichzeitig gegen Feinde und wilde Tiere zur Wehr setzen. All das gibt es in "Stronghold 3" zu erleben - der Spaß bleibt dabei trotzdem auf der Strecke. Während der Wirtschaftsteil mit seinen Produktionskreisläufen noch leidlich gut funktioniert, scheitern selbst geduldige Baumeister wegen der widerborstigen Steuerung schon am Errichten einer lückenlosen Wehrmauer.
Nicht viel besser sieht es beim Befehligen der Truppen aus: Sowohl die eigenen Mannen als auch die Computergegner scheinen ihres digitalen Lebens überdrüssig zu sein und rennen oft genug direkt in die Arme des Feindes. Zwar lassen sich einzelne Einheiten oder Verbände wie üblich per Rahmen markieren - eine Anpassung der Laufgeschwindigkeit gibt es jedoch nicht, sodass sich Formationen aus mehreren Waffengattungen beim gemeinsamen Marsch in Nullkommanichts in einen chaotischen Haufen verwandeln. Will man zum Angriff übergehen, reagieren die Kämpfer mitunter derart träge, dass man am Ende oft weniger aufgrund seiner Strategie, sondern wegen der Tücken der Steuerung scheitert. Hierzu trägt übrigens auch der schlechte Überblick auf den Karten bei. Letztere lassen sich zwar nach Belieben zoomen und drehen, bieten aber dennoch eine unzureichende Sicht aufs Geschehen. Nicht selten entgehen dabei gefährliche Situationen zu lange der Aufmerksamkeit des Spielers, sodass es beim Einleiten von Gegenmaßnahmen oft schon zu spät ist.
Im Test: Stronghold 3
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Bild vergrößern Herbe Enttäuschung: "Stronghold 3" wirkt unfertig und strotzt vor Fehlern. (Bild: THQ) - Bild 2 von 10
Bild vergrößern Selbst geduldige Baumeister scheitern wegen der widerborstigen Steuerung am Errichten einer lückenlosen Wehrmauer. (Bild: THQ) - Bild 3 von 10
Bild vergrößern Immerhin: Das Wirtschaftssystem funktoniert. (Bild: THQ) - Bild 4 von 10
Bild vergrößern Oft genug lassen einen die eigenen Truppen im Regen stehen. (Bild: THQ) - Bild 5 von 10
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"Stronghold 3" wirkt darüber hinaus technisch altbacken. Das auf der Verpackung angepriesene realistische Physik-System bleibt viele Versprechungen schuldig. So kann es schon einmal vorkommen, dass die Besatzung eines zerstörten Turms noch einige Augenblicke lang in der Luft schwebt, bevor sie zu Boden segelt. Firefly hat zwar mittlerweile zwei Patches nachgeschoben, die die Kaufversion des Spiels ein wenig auf Vordermann bringen sollen. Diese beseitigen zwar einige Bugs, aufgrund derer das Spiel immer wieder abstürzte, aber die spielerischen Schwächen bleiben trotzdem bestehen. Auch die Handvoll Belagerungskarten oder der "Freie Modus" können da keine echte Begeisterung wecken. In diesem Zustand macht "Stronghold 3" einfach keinen Spaß.
Datenblatt
| Stronghold 3 | |
| Spielname | Stronghold 3 |
| Hersteller | Firefly Studios/7sixty |
| Vertrieb | THQ |
| Genre | Strategie |
| Erhältlich ab | 25.10.2011 |
| Preis | ca. 50 Euro |
| EAN Code | 5060112744150 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene und Profis |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Multiplayer | 2-4 (WWW) |
| Sonstiges | Minimum CPU mit 2 GHz, 2 GB RAM, 3D-Grafikkarte mit 256 MB RAM, 5 GB freier Festplattenspeicher |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | ausreichend |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | ausreichend |
| Bewertung Gesamt | ausreichend |
| System | PC |
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