Nachfolge-Portale auf der Flucht aufgebaut
Kino.to: Ermittler fassen letzten Verdächtigen
Die Polizei hat den letzten Verdächtigen im Fall kino.to gefasst. Der seit Monaten flüchtige mutmaßliche Betreiber des illegalen Streaming-Portals wurde am Wochenende in der Nähe von Delmenhorst festgenommen. Pikant: Er hatte offenbar während seiner Flucht mehrere Nachfolge-Portale aufgebaut und diese medienwirksam beworben.

Dies meldet die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die das Verfahren gegen das Streaming-Portal kino.to im April angestoßen hatte, unter Berufung auf die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Laut GVU waren auf den Servern des Gefassten aktuelle und ältere Spielfilme sowie mehrere TV-Serien hinterlegt. Beworben wurden diese über Links auf kino.to. Nach Erkenntnissen der GVU hat der Tatverdächtige durch Werbebanner auf den Filmseiten Einnahmen generiert. Das Geschäft florierte offenbar, denn er soll sogar Personen bezahlt haben, die neue Filme auf seine Server laden.
Auf der Flucht nicht untätig
Als Ermittler im Juni europaweit Büros und privat Räume mutmaßlicher kino.to-Hintermänner durchsuchten, konnte sich der Tatverdächtige den Ermittlern noch entziehen. Der Fahndungserfolg gegen seine Mitstreiter hielt ihn aber nicht davon ab, weiter mit illegalen Streams Geld zu verdienen. Laut Erkenntnis der GVU soll er zwei Nachfolge-Portale aufgebaut haben, die Kino.to zum Verwechseln ähnlich sahen.
Besonders dreist: Der Verdächtige soll die mediale Aufmerksamkeit, für die der Fall kino.to sorgte, sogar dazu genutzt haben, die neuen Portale zu bewerben. Beispielsweise ging zuletzt in vielen Medien, darunter auch bei netzwelt, eine Mail eines mutmaßlichen kino.to-Käufers ein, der das Portal angeblich in ein legales Angebot umwandeln wollte. Tatsächlich steckte laut GVU hinter dem Projekt aber dasselbe Geschäftsmodell wie bei kino.to. Mittlerweile sind die Nachfolgeportale ebenfalls abgeschaltet.
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