Mindestens zwei Jahre Haft im Falle einer Verurteilung

Assange: Experten rechnen mit schnellem Prozess gegen Wikileaks-Gründer

Julian Assange kann im Falle einer Auslieferung von Großbritannien nach Schweden auf einen schnellen Prozess in Skandinavien hoffen. Schwedische Rechtsexperten rechnen mit einer Anklage gegen den Wikileaks-Gründer binnen weniger Wochen nach der Überstellung. Ob es aber überhaupt zu einem Prozess kommt, ist ungewiss.

Julian Assange bei seiner Anhörung vor dem High Court in London im Juli. (Bild: Screenshot Sweden vs. Assange via Vimeo)
Julian Assange bei seiner Anhörung vor dem High Court in London im Juli. (Bild: Screenshot Sweden vs. Assange via Vimeo)
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Sven-Erik Alhem, der ehemalige Oberstaatsanwalt von Stockholm und Malmö, hält es laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel auch für möglich, dass sich Staatsanwältin Marianne Ny nach einem Verhör von Assange gegen eine Anklage entscheiden werde. Ny wurde wegen ihrem Vorgehen im Ermittlungsverfahren scharf kritisiert, unter anderem auch von Alhelm.

Mindestens zwei Jahre Haft

Assange steht derzeit weiter in Großbritannien unter Hausarrest, kann sich aber noch im Raum London frei bewegen - überwacht wird er dabei von einer elektronischen Fußfessel. In Schweden wird er aber wohl nach seiner Auslieferung zunächst in Untersuchungshaft bleiben müssen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm mindestens zwei Jahre Haft wegen Vergewaltigung. Eine Überstellung von Assange könnte Ende November erfolgen. Noch haben die Anwälte von Assange aber Zeit, gegen die Entscheidung des Londoner High Courts in Berufung zu gehen. Dann müsste der Supreme Court eine höchstrichterliche Entscheidung in der Sache fällen. Allerdings müssten die Anwälte ein hohes öffentliches Interesse am Fall nachweisen, damit sich der Supreme Court mit ihm befasst.

Unabhängig vom Assange-Verfahren steht die Enthüllungsplattform Wikileaks zunächst einmal still. Der Grund: Geldsorgen! Seitdem große Banken und Finanzunternehmen die Zusammenarbeit mit Wikileaks verweigern, sind die Spendeneinnahmen der Plattform massiv eingebrochen.

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