Neue Berufschancen für Vanessa Hessler

Verkehrte Netzwelt: Ciao, Alice

Arme Vanessa Hessler, hättest du doch geschwiegen. Fünf Jahre lang hast Du für den Telekommunikationsanbieter Telefónica die freundliche "Alice" gespielt. Jetzt haben die Dich einfach Knall auf Fall entlassen. Nur, weil Du mal was mit dem Sohn von Gaddafi gehabt hast. Und dann auf der Pressekonferenz die Gaddafi-Familie in Schutz genommen hast. Hast doch nur spontan Deine Meinung gesagt.

Vanessa Hessler ist nicht länger Alice. (Bild: Screenshot)
Vanessa Hessler ist nicht länger Alice. (Bild: Screenshot)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Vorsicht, Berlusconi
  2. 2Eiserne Besen bei Yahoo und HP
  3. 3Das Devolo-Mädchen
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Irgendwie kann man die Telefon-Manager natürlich verstehen. Denn, wie der Name schon sagt, bei einem Telekommunikationsanbieter geht es natürlich um Kommunikation, also um Image. Und Image ist bekanntlich alles. Darum muss auch die Kommunikation stimmen. Was Du da über die Familie von Gaddafi gesagt hast, dass das ganz normale Leute gewesen seien, das war vielleicht doch ein bisschen unüberlegt, meinst Du nicht? Bei den TK-Leuten ist halt das Image wichtig. Deshalb machen sich die bei der kleinsten Imagepanne sofort ins Hemd.

Andererseits ist das schon komisch. Wenn im Fernsehen irgendeine feministische Intelligenzbestie die Rebellen kritisiert und Gaddafi in Schutz nimmt, dann sagen die Leute: "Die streitbare Intellektuelle meldet sich mit provokanten Thesen zu Wort." Wenn aber ein blonder Engel wie Du das sagt, dann sind die Leute empört und sagen: "Die soll nicht so´n dummes Zeug plappern, die soll´n Mund halten und in die Kamera lächeln." Ewiges Naturgesetz: Schöne Frauen müssen ganz kluge Dinge sagen oder schweigen. Alle anderen dürfen dummes Zeug reden.

Aber jetzt ist der Schlamassel da. Gemeinerweise hat Telefónica gleich alle Deine Fotos von der Website heruntergewischt. Keine blonden Locken mehr, kein strahlendes Lächeln.

Vorsicht, Berlusconi

Was wirst du denn jetzt machen? Pass auf, wenn du nach Italien zurückgehst. Der Berlusconi ist unberechenbar. Hat bald keine Lust mehr auf dröge Eurokrisen-Meetings mit der humorlosen Angela Merkel. Er hätte so eine wie Dich sicher gerne als Ministerin in seinem Kabinett. Und ehe Du Dich versiehst, hat er dich zur Ministerin für Haarpflege und Modeling ernannt.

Bleib´ am besten in der IT-Branche. Es heißt doch immer: Mehr Frauen in IT-Berufe. Viele Unternehmen veranstalten Girls Days. Die Politiker fördern Mädchen in technischen Berufen. Und der Branchenverband BITKOM sagt: "Hightech-Firmen brauchen mehr Frauen." Die überschlagen sich alle vor lauter Frauenfreundlichkeit. Das ist doch Deine Chance, Vanessa.

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