Vertrags-Paragraf als Weidezaun

Kommentar: Der Websurfer als Nutztier

Keine Woche ohne Datenschutzskandale: Egal ob Desktop-Software, Online-Spiele oder soziale Netzwerke - die Industrie ist hinter den Daten der Anwender her. Von der Politik ist nicht viel Hilfe zu erwarten, denn auch die ist an den Daten interessiert. Ist dies das Ende der Privatsphäre?

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ärger mit Battlefield 3 und Facebook
  2. 2Update-Zwang
  3. 3Die Lizenzvereinbarung als Elektrozaun
  4. 4Politik und Verbraucherschutz
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Die Kuh ist ein wahrhaft beneidenswertes Geschöpf. Sie steht den ganzen Tag entspannt auf der Weide und frisst saftiges Gras, Blümchen und würzige Kräuter. Wenn jemand vorbeigeht, nimmt sie sich die Freiheit, lange und unverschämt hinterherzuglotzen. Abends trottet sie zurück in den warmen Stall. Am nächsten Tag wieder dasselbe: Fressen, Entspannen, Glotzen. Kein Burn-out, kein Karrierestress, kein Stress wegen irgendwas.

Dumm nur, dass irgendwann so ein Mensch mit einem Lastwagen und großem Anhänger kommt. Der Bauer hat ihr nichts gesagt. Sie weiß deshalb nicht, wohin die Fahrt geht und was dann geschehen wird.

Ärger mit Battlefield 3 und Facebook

Die Kuh, das Nutztier, kommt mir immer in den Sinn, wenn es wieder mal Ärger mit dem Datenschutz gibt. Zum Beispiel Ärger mit Electronic Arts, bei dessen Spiel Battlefield 3 die dazugehörige Online-Plattform Origin sich vorbehält, irgendwelche Daten von der Festplatte des Anwenders zu sammeln. Oder beim Ärger mit Facebooks Tracking Cookie, das Usern auch dann noch nachspürt, wenn die gar nicht angemeldet sind.

Für die Internet-Industrie ist der Nutzer auch nur eine Kuh. Das Internet ist seine Weide, da darf er saftige Infos, bunte Bildchen und würzige Spielchen fressen. Dafür wird er jeden Tag kräftig gemolken. Die Bauern heißen Facebook, Electronic Arts, Google oder Microsoft - sie saugen sich die Daten und Infos, die er in seinem Dasein als Internet-Nutztier jeden Tag ansammelt.

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