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Android-Dockingstation: Philips Fidelio AS111/12 im Test
Preis rund 100 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Philips hat seine Fidelio Dockinglautsprecher um Boxen speziell für Android-Smartphones erweitert. Netzwelt hat das kreisrunde System AS 111/12 der Reihe unter die Lupe genommen.

Philips versucht mit einer Reihe von Lautsprecher-Docks für Android den Apple-Lifestyle auf die Smartphones mit Google-Betriebssystem zu übertragen. Das große Problem dabei: Die Mini-USB-Anschlüsse zum Abstellen in der Dockingstation befinden sich bei den Android-Telefonen nicht immer an derselben Stelle. Taugt die Lösung von Philips?

Docking-Lautsprecher mit Musikempfang per Bluetooth sind eigentlich nichts Neues. Egal ob von i-Geräten, Android-Smartphones oder Windows Phone 7 - eigene Lieblingsstücke spielen die Boxen in der Regel ohne Probleme über die Schnittstelle ab.

Allerdings waren Docks zum Abstellen der Geräte bisher vornehmlich auf Apple-Geräte mit standardisiertem Anschluss angepasst. Philips betritt jetzt mit einer Reihe von Bluetooth-Lautsprechern speziell für Android-Smartphones Neuland: Weil die Telefone mit Google-Betriebssystem keine einheitliche Position für den Micro-USB-Anschluss besitzen, soll ein flexibles Dock in den neuen Geräten der Fidelio-Reihe Android-Geräte verschiedenster Hersteller aufnehmen. Netzwelt hat die kleinsten Dockinglautsprecher der Reihe, den rund 100 Euro teuren AS 111/12, unter die Lupe genommen und überprüft, ob die Lösung in der Praxis taugt.

Sperrige Connector-Lösung

Gleich vorweg: Der von Philips FlexiDock getaufte USB-Connector ist Segen und Fluch zugleich. Segen, weil der Vorstoß von Philips hoffentlich auch andere Hersteller auf den Plan rufen dürfte, Dock-Lösungen für die heterogene Android-Landschaft zu entwickeln. Fluch, weil die Lösung sperrig und umständlich wirkt.

Das liegt einerseits am schmalen Micro-USB-Connector, der das Android-Handy nur mit etwas Übung aufnimmt. Der USB-Anschluss des FlexiDock lässt sich hierfür um 360 Grad drehen, sodass das Display des Smartphones nach vorne ausgerichtet ist. Zur Stabilisierung dienen zudem zwei Knöpfe links und rechts am Dock. Im Vergleich zu Apple-Systemen mit ihrem breiteren Anschluss wirkt die Arretierung trotzdem instabil.

Herstellervielfalt bei Micro-USB-Anschlüssen 

Andererseits ist die Lösung für einige Android-Smartphones ungünstig, deren Micro-USB-Anschluss auf der Oberseite sitzt. Im Dock stehen diese Smartphones nämlich kopfüber. Philips weist allerdings darauf hin, dass in Android 2.3 oder höher eine automatische Displaydrehung verfügbar ist. Im Test mit einem Samsung Galaxy S drehte sich die Anzeige bedienungsunfreundlich jedoch nur um 90 Grad. Alternativ legt der Nutzer sein Smartphone einfach neben das Dock, was das Bauteil aber überflüssig machen würde.

Bei anderen Telefonen mit Google-Betriebssystem ist die Bedienung komfortabler: Einige Geräte stellt man quer in die Dockingstation, weil die Anschlussbuchse seitlich sitzt. Und eine dritte Kategorie an Android-Telefonen verfügt über einen Micro-USB-Anschluss an der Unterseite, sodass das Smartphone aufrecht in der Halterung steht.

Schnittstelle auch für andere OS

Der Micro-USB-Anschluss dient übrigens allein der Akku-Aufladung - eine physikalische Verbindung zur Musikwiedergabe, wie sie Lautsprecherdocks für Apples i-Geräte liefern, wird nicht hergestellt. Das Abspielen der eigenen Songbibliothek funktioniert also ausschließlich via Bluetooth.

"Wachen Sie zu großartigem Sound von ihrem Android-Mobiltelefon auf", schreibt Philips auf der Verpackung des AS 111/12. Der Werbespruch blendet aus, dass die Docking-Lautsprecher auch Musik von anderen Smartphones mit Bluetooth 2.1-Version entgegennehmen. Im Test funktionierte die Wiedergabe via iPhone 4 zum Beispiel ohne Probleme. Auch Smartphones mit Windows Phone 7-Betriebsystem schicken ihre Musikbibliotheken via Bluetooth an die Lautsprecher. Telefone mit Microsofts mobilem OS lassen sich über den integrierten Micro-USB-Anschluss auch im Dock platzieren.

Android-Dockingstation: Philips AS111/12 im Test

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Das kreisrunde Lautsprechersystem für Android-Smartphones wird mit Netzkabel und kurzer Bedienungsanleitung ausgeliefert. (Bild: netzwelt)

Fidelio-App

Was für i-Geräte und Windows Phone 7 fehlt, ist die kostenlose Fidelio-App für die Dockinglautsprecher-Reihe. Philips bietet das Miniprogramm ausschließlich für Smartphones mit Google-Betriebssystem im Android Market an. Aus der App lassen sich Webradio-Sender anzapfen, Wetterinformationen abrufen, Weckrufe einstellen und Musiktitel via der ebenfalls kostenlosen Abspielsoftware Songbird abspielen.

Wie iTunes ermöglicht Songbird auch einen Abgleich der Musikbibliothek mit Desktop-Rechnern. Dazu schließt der Nutzer das Android-Smartphone via Micro-USB-Buchse im Festplattenmodus am Rechner an und bespielt das Smartphone per Auto-Sync. Mit Songbird teilt man seine Musikvorlieben bei Bedarf auch mit Facebook-Freunden und Künstlerfotos per Flickr.

Satter Sound

Philips verbaut im AS111/12 ein aktives Lautsprechersystem mit maximal vier Watt Ausgangsleistung. Für raumfüllende Klangverhältnisse muss man deshalb auf eine größere Stereoanlage oder die etwas potenteren Android-Docks AS851/10 oder AS351/12 von Philips zurückgreifen. Überrascht hat dennoch der saubere und satte Sound des kreisrunden AS111/12, der auch bei maximaler Lautstärke nicht überzeichnet und angenehm ausgewogen aus den Lautsprechern drückt.

Zur Beleuchtung besitzen die Docking-Lautsprecher übrigens einen Lichtring unterhalb des Gehäuses, der in zwei Stufen regelbar ist. Einen Akku verbaut Philips nicht, sodass immer eine Steckdose zum Betrieb des Systems vorhanden sein muss.

Fazit: Sperriger Docking-Anschluss, guter Klang

Philips FlexiDock ist ein erster Versuch, mit der Vielfalt der Android-Smartphones beim Bau von Docking-Lautsprechern umzugehen. In der Praxis erweist sich die Vorrichtung im AS 111/12 als umständlich und sperrig - trotz der Drehregler, die als Stabilisatoren dienen.

Der Klang des Systems kann jedoch überzeugen - angesichts der geringenen Ausgangsleistung passen die Lautsprecher gleichwohl eher in die Küche oder auf den Nachttisch als ins Wohnzimmer. Die schlaue Fidelio-App zur Musikwiedergabe sollte der Hersteller auch für Windows Phone 7-Smartphones und i-Geräte zum Download freigeben, denn neben Android-Telefonen harmoniert das System dank Bluetooth auch mit Apple-Hardware und Handys mit Microsofts mobilem OS.

Kommentare zu diesem Artikel

Philips hat seine Fidelio Dockinglautsprecher um Boxen speziell für Android-Smartphones erweitert. Netzwelt hat das kreisrunde System AS 111/12 der Reihe unter die Lupe genommen.

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  • go4java schrieb Uhr
    AW: Android-Dockingstation: Philips Fidelio AS111/12 im Test

    Der AS111 (so der offizielle Name, ganz klein auf der Verpackung zu entdecken) macht ordentliche Musik. Fummelig ist die Aufnahme für z.B. das Galaxy S II (mit etwas Übung klappt das aber), man muss aufpassen, dass es nicht runtersaust (gerade wenn man müde ins Bett geht und den Micro-USB nicht 100%ig trifft). Stören tut der Dud-Dud-Bestätigungston des AS111 bei Konnektierung, davon wird u.U. der Partner wach - schlecht gelöst, hoffentlich löst das ein Firmware-Update. Die Software FIDELIO scheint mir schnell und unstrukturiert zusammengeklimpert, Navigation nicht intuitiv und spärlicher Funktionsumfang. Wenn ich von meinem Lieblingssender (Playlist M3U oder Direkt-Stream-Link) GEWECKT werden will, habe ich noch keine durchgängige Lösung... Mmmhhh
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Philips Fidelio-Lautsprecher sind mit einem anpassbaren Dock für Android-Smartphones ausgestattet. Das Bauteil erweist sich im Test aber als Krücke des Systems.
http://www.netzwelt.de/news/89312-android-dockingstation-philips-fidelio-as111-12-test.html
2011-11-07 16:15:56
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