Neue E-Mail-Anwendung in SoftMaker Office 2012
Outlook-Alternative: Ein erster Blick auf SoftMaker eM Client
Mit dem sogenannten "eM Client" erhält SoftMaker Office nach Jahren kontinuierlicher Entwicklung erstmals neue Komponenten, mit der die große Lücke in einem Bereich geschlossen werden soll, den Microsoft mit Outlook erfolgreich ausfüllt. Netzwelt hat getestet, was der neue Outlook-Konkurrent taugt.

Inhaltsverzeichnis
- 1Beta bringt eM Client
- 2E-Mail-Einstellungen
- 3Termine und Kontakte
- 4Fazit
Jedes Büropaket muss sich mit Microsoft Office messen lassen, das trotz der Konkurrenz durch OpenOffice und Co. immer noch als Marktführer gilt. Das gilt natürlich auch für SoftMaker Office, eines der wenigen Büropakete aus Deutschland. Mit einem neuen Programm rückt der Nürnberger Hersteller nun näher an Office heran.
Beta bringt eM Client
SoftMaker hat die erste Vorschau auf das kommende Office 2012 bereits Anfang September freigegeben, in der allerdings der eM Client noch nicht enthalten war. Nach einer weiteren Beta ist am 2. November nun eine als "final" gekennzeichnete Vorabversion erschienen, die den eM Client mitbringt. Offenbar macht das neue Programm dem Hersteller mehr Schwierigkeiten als gedacht, denn Anfang November sollte eigentlich schon die Auslieferung des fertigen Büropakets beginnen - einen neuen Termin nennt SoftMaker bisher nicht.
Die aktuelle Beta-Version kann nach einer einfachen Registrierung mit Name und E-Mail-Adresse von der Beta-Webseite bezogen werden oder hier direkt bei netzwelt heruntergeladen werden. Nach der Installation ist eine neue Verknüpfung im Programmordner zu sehen - ganz im Unterschied zur Taskleiste, wo die anderen Komponenten ebenfalls Einzug gehalten haben. Beim ersten Start des eM Client öffnet das Programm einen Begrüßungsdialog, in dem neue Konten für E-Mail, Kalender, Kontakte und Chat eingerichtet werden können.

E-Mail-Einstellungen
Im Regelfall genügt die Eingabe einer gültigen E-Mail-Adresse, anhand derer eM Client alle notwendigen Einstellungen automatisch ermittelt - das klappt mit den Anbietern Google, Windows Live, Yahoo sowie AOL problemlos. Bei Exchange-Konten verhaspelte sich das Programm im Test permanent, was aber auch am Entwicklungsstadium der Anwendung liegen kann. Die eigentlichen E-Mail-Funktionen bieten keinerlei große Überraschungen. Einige Details, wie zum Beispiel die Übersetzung von Nachrichten durch Google Translate, machen sich angenehm bemerkbar. Leider beinhaltet eM Client keine vorgefertigten E-Mail-Vorlagen.
Ein gravierender Unterschied zu Outlook, Thunderbird und Co. ist die Integration einer Chat-Funktion in das Programm: Rechts im Hauptfenster gibt es eine Spalte, in der Anwender den Online-Status von Familie und Freunden sehen können, egal ob sie gerade ihre Nachrichten abarbeiten oder den Kalender pflegen. Der eM Client unterstützt mit Facebook Chat das weltgrößte Soziale Netzwerk, stellt mit der Jabber-Anbindung aber auch die Anhänger freier Architekturen zufrieden. Google Talk kann ebenfalls eingebunden werden.
Termine und Kontakte
Ähnlich sieht es bei der Anbindung an Kalender-Server aus: Neben Google und Yahoo unterstützt eM Client den freien CalDAV-Standard, der von jeder nennenswerten Server-Lösung unterstützt wird - etwa auch dem Mac OS X Server von Apple. Die Aufmachung des Kalenders ist ähnlich wenig spektakulär wie die sonstigen Module des Programms: Tages-, Woche-, Monats- und Jahres-Ansicht geben einen schnellen Überblick der anstehenden Termine. Optional können abgelaufene Termine versteckt werden, ohne sie zu löschen.

Wirklich gut gelöst ist die Wettervorschau, die mit einem Symbol in der Tages- und Wochenansicht integriert wurde. In der Aufgaben- und Kontaktverwaltung haben sich die Entwickler ebenfalls einige Besonderheiten einfallen lassen: So ist es in eM Client erstaunlich schnell möglich, Kontakte nicht mehr nur nach dem Namensfeld zu sortieren, sondern zum Beispiel auch nach dem Standort oder dem zugeordneten Unternehmen. Sofern einem Nutzer der Funktionsumfang des eM Client nicht genügt, kann er das Programm durch Widgets erweitern.
Fazit
SoftMaker schließt mit dem eM Client eine große Lücke, die das hauseigene Büropaket bisher nicht einmal ansatzweise ausfüllen konnte. Auf den ersten Blick kann der eM Client durchaus überzeugen, besonders in einigen sehr praktischen Details. Auf Augenhöhe mit Outlook ist die Software aber noch lange nicht.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Browser & Mailer hier.
