Kostenlose Distribution mit staatlicher Unterstützung
Pardus Linux: Das offizielle Betriebssystem der Türkei
Pardus Linux ist das einzige staatlich unterstützte Betriebssystem der Türkei, das auf Linux aufbaut. Dabei ist die Entwicklung im Gegensatz zu einigen anderen Distributionen komplett unabhängig, Pardus also kein Derivat. Netzwelt zeigt, wie man die aktuelle Version einrichtet und welche Vorteile das System bietet.

Inhaltsverzeichnis
- 1Pardus Linux 2011.2
- 2Live oder Installation
- 3KDE auf dem Desktop
- 4Ausgewählte Software
- 5Unterstützte Hardware
- 6Fazit
Das freie Betriebssystem Linux hat für Behörden rund um den Globus den großen Vorteil, dass sie damit ein eigenständiges System aufbauen können, das ihren jeweiligen Anforderungen im Bereich Funktionalität und Sicherheit entspricht. Hierzulande entwickelt zum Beispiel die Stadt München fleißig an ihrem "persönlichen" Linux.
Pardus Linux 2011.2
Auch die Türkei hat die Vorzüge von Linux als Betriebssystem erkannt und im Rahmen des Pardus-Projekts eine eigene Distribution in Auftrag gegeben. Die erste Version wurde im Dezember 2005 durch das nationale Forschungsinstitut für Elektronik und Kryptologie freigegeben - und zwar nicht nur in Türkisch, sondern auch in Englisch. Pardus Linux richtet sich nicht nur an Türken, sondern zählt alle interessierten Linux-Neulinge und PC-Umsteiger zu seiner Zielgruppe. Die aktuelle Version von Pardus Linux trägt die Nummer 2011.2 und ist im Juli erschienen. Das kostenlose Betriebssystem kann hier bei netzwelt heruntergeladen werden.
Live oder Installation
Dabei haben Nutzer die Wahl zwischen einem Live-System, das sich von einem USB-Stick oder einer DVD ausführen lässt und keine Änderungen am Rechner vornimmt, oder der vollständigen Installation. Letztere ist für einen längeren Test des Betriebssystem die bessere Wahl, Nutzer können Pardus Linux dazu ja trotzdem in eine virtuelle Maschine einschließen. Ein Test mit Oracle VirtualBox und VMware Fusion verlief ohne jede Schwierigkeiten.
Im ersten Schritt des Setup-Assistenten muss der Nutzer seine Sprache auswählen, auch Deutsch steht hier zur Verfügung. Nach der obligatorischen Bestätigung der Lizenzbedingungen können die Nutzer den nächsten Schritt überspringen, die Überprüfung der Datenträger für die Installation ist in vielen Fällen unnötig. Einstellungen für Tastatur, Zeitzone und Festplatte sollten dagegen wohl überlegt sein.
Pardus bietet - wie alle anderen großen Distributionen auch - die Möglichkeit, ein bestehendes Windows zu verkleinern und in eine Dual-Boot-Umgebung einzubinden. Auf Wunsch können Benutzer auch die gesamte Festplatte für die Distribution verwenden oder die Partitionierung manuell anpassen. Als Dateisystem haben sich die Entwickler für ext4 als Standard entschieden. Ext2, ext3 und ReiserFS werden alternativ angeboten. Etwas schade ist, dass der Setup-Assistent keine Änderung an der Software-Auswahl erlaubt, um gleich bei der Installation die richtigen Programme aufzuspielen - der Nutzer kann die Zusammenstellung erst danach über die Paketverwaltung anpassen. Dafür besitzt der Einrichtungsassistent eine sehr schönes Optik.
Pardus-Setup
Die Lizenzbedingungen muss der Nutzer gleich zu Beginn bestätigen. (Bild: Netzwelt)
Die Überprüfung der Setup-Medien kann er dagegen getrost überspringen. (Bild: Netzwelt)
Die Auswahl des Tastaturlayouts unterstützt keine Varianten. (Bild: Netzwelt)
Die Systemuhr kann später mit einem Zeitserver abgeglichen werden. (Bild: Netzwelt)
Die automatische Partitionierung kann ein bestehendes Windows verkleinern. (Bild: Netzwelt)
Leider lässt sich die Software-Auswahl bei der Installation nicht ändern. (Bild: Netzwelt)
Die eigentliche Einrichtung dauert je nach System zwischen 10 und 30 Minuten. (Bild: Netzwelt)
Anschließend begrüßt der Willkommens-Assistent den Nutzer. (Bild: Netzwelt)
