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Anonymous: Widersprüche um Angriff auf Drogenkartell
5. November

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Operation Kartell ist abgesagt, vielleicht. Die Hackergruppe Anonymous zeigt sich uneinig darüber, ob die Aktion gegen ein mexikanisches Drogenkartell, die vor einigen Tagen angekündigt wurde, wirklich durchgeführt werden soll.

Anonymous hat sich mit dem mexikanischen Drogenkartell Los Zetas angelegt. Dieses soll ein Mitglied ihrer Gruppe entführt haben. Sollte die Person nicht wieder freigelassen werden, will Anonymous Namen, Adressen und Fotos von Personen veröffentlichen, die vom Drogenkartell bezahlt werden. Inzwischen scheint es jedoch Unstimmigkeiten innerhalb der losen Gruppe zu geben, ob "Operation Kartell" nicht doch zu riskant ist. Update: Los Zetas hat Anonymous-Mitglied freigelassen und Facebook ist nichts passiert.

Anonymous zeigt sich zerstritten über die "Operation Kartell" (Quelle: Screenshot)

Das Update vom 7. November finden Sie am Ende des Artikels.

Wie die politische Nachrichtenseite TalkingPointsMemo berichtet, äußerten sich zwei der Hacktivisten in der mexikanischen Tageszeitung Milenio nun zurückhaltender gegenüber der Aktion, die für den fünften November geplant ist. Die Hacker, die sich selbst als Skill3r und Glyniss bezeichneten, betonten, dass sie niemanden in der Operation in den Tod schicken wollen, und die Operation auf Basis einer sorgfältigen Diskussion abbliesen.

Angst ist berechtigt

Die Angst der virtuellen Aktivisten vor der realen Bedrohung, die das Kartell darstellt, ist berechtigt. Zum einen da bereits zwei Menschen in der Stadt Nuevo Laredo in Mexiko vermutlich von Mitgliedern des Drogenkartells ermordet wurden, mit dem Hinweis, dass sie zu viel im Internet gepostet hätten. Zum anderen stellt sich Los Zetas - eines der gewaltbereitesten Kartelle der Welt - offenbar gerade ein eigenes Team an Hackern zusammen, die wiederum die Anoynmous-Aktivisten ausfindig machen sollen. Dies berichtet die Nachrichtenseite Stratfor.

Dennoch scheinen nicht alle Teile von Anonymous Iberoamerica die Bedenken von Skill3r und Glyniss zu teilen, denn auf dem als offiziell deklarierten Blog der mexikanischen Gruppe zeigen sich einige Anonymous-Mitglieder kampfbereit. Sie hätten Angst um ihr Leben, heißt es dort, aber trotzdem sei es an der Zeit, die Kriminalität und Korruption zu beenden.

Nicht Eingeweihte ausgeschlossen

Der Blogeintrag empfiehlt jedoch allen Personen, die nicht zum Kreis der Eingeweihten gehören, der Aktion fernzubleiben und sich in naher Zukunft in der Öffentlichkeit nicht mit Guy Fawkes-Masken zu zeigen, um nicht unnötig Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Das Video zeigt eine englische Übersetzung der ursprünglichen Angriffserklärung an Los Zetas.

Die tatsächliche Situation ist wie immer unklar. Es bleibt abzuwarten, was der fünfte November mit sich bringt. Am gleichen Tag wollen Teile der Hackergruppe überdies auch das Soziale Netzwerk Facebook attackieren.

Update vom 7. November: Los Zetas lässt Anonymous-Mitglied frei

Los Zetas hat offenbar das entführte Anonymous-Mitglied freigelassen. Dies berichtet das mutmaßliche Mitglied der Operation Kartell, Barret Brown, in einem Beitrag auf Pastebin. Browns Aussage zufolge besaßen die Hacker 25.000 E-Mails, die Informationen über Personen enthalten, die mit dem Drogen-Kartell in Verbindung stehen. Diese werden sie nun nicht veröffentlichen. Ausgewählte Stücke der Sammlung sollen allerdings an das Nachrichtenmagazin Der Spiegel gesendet worden seien.

Auch der angekündigte Facebook-Angriff fand am Wochenende nicht statt. Ein weiteres mutmaßliches Anonymous-Mitglied veröffentlichte stattdessen - ebenfalls auf Pastebin - die persönlichen Daten der Person, die offenbar für die Planung des Angriffs auf das Soziale Netzwerk verantwortlich war, und distanzierte sich von ihr.

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Operation Kartell ist abgesagt, vielleicht. Die Hackergruppe Anonymous zeigt sich uneinig darüber, ob die Aktion gegen ein mexikanisches Drogenkartell, die vor einigen Tagen angekündigt wurde, wirklich durchgeführt werden soll.

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Anonymous: Widersprüche um Angriff auf Drogenkartell
Anonymous hat sich mit einem mexikanischen Drogenkartell angelegt. Die Gruppe scheint jedoch gespalten darüber, ob die Aktion durchgeführt werden soll.
http://www.netzwelt.de/news/89272-anonymous-widersprueche-angriff-drogenkartell.html
2011-11-07 08:36:36
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Anonymous: Widersprüche um Angriff auf Drogenkartell