Geräusche statt Bilder
The Sound of Football: Fußball spielen, ohne den Ball zu sehen
Unter der Schirmherrschaft des Pepsi Refresh Projects haben Forscher gemeinsam mit sehbehinderten Menschen und ehemaligen Fußballprofis ein Fußballspiel veranstalltet, in dem keiner der Spieler sehen konnte und die Bewegung des Balles ihnen durch Töne angezeigt wurde.

Zunächst ist es schwer vorstellbar, dass alle Bewegungen auf einem Spielfeld durch Töne deutlich gemacht werden können. Das Demo-Video auf YouTube verdeutlicht jedoch schnell, dass es durchaus funktioniert. Der Außenrand des Feldes wird dabei durch einen dumpfen Ton signalisiert, der lauter und leiser wird, je nachdem wie weit sich die Person von diesem entfernt.
Genauso wird auch das Geräusch des Balles - ein helles Glockenklingeln - lauter und leiser, wenn sich der Spieler diesem nähert. Gegenspieler werden durch einen eher bedrohlichen Ton angezeigt, der an die Anfangsmusik aus dem Film "Der weiße Hai" erinnert.
16 Kameras erfassen das Feld
Um die Entfernungen zwischen den Spielern und dem Ball sowie den Positionen auf dem Feld zu vermessen, wird der gesamte Platz von 16 3D-Kameras erfasst. Diese verfolgen die Bewegungen der Spieler in Echtzeit. Die gesammelten Informationen werden an iPhones übertragen, die auf dem Kopf der Spieler angebracht sind. Die Apple-Smartphones wandeln diese wiederum in Surround-Sound um.
Die Spieler wurden für das Testspiel alle mit verdunkelten Brillen ausgestattet, die sie am Sehen hinderten. Dadurch entstanden für sehende wie sehbehinderte Spieler die gleichen Bedingungen. Die Forscher glauben, dass die Technologie künftig auch in diversen anderen Berreichen wie Leichtathletik oder Skisport, aber auch an öffentlichen Orten eingesetzt werden könnte, um blinden Menschen einen Eindruck von ihrer Umgebung zu vermitteln. Zusätzliche Videos zu dem Projekt "The Sound of Football" finden Sie unter dem Link auf der rechten Seite.
