Vanessa Hessler: "Das sind ganz normale Leute"
Verplappert: Alice-Model muss nach Gaddafi-Äußerungen gehen
Der Münchner Netzbetreiber Telefónica Germany hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Werbegesicht Vanessa Hessler getrennt. Das Model, das als Alice für das gleichnamige DSL-Angebot warb, hatte in einem Interview eine Beziehung zu einem der Söhne des getöteten libyschen Machthabers Gaddafi eingeräumt und die westliche Welt für ihr Verhalten in dem Konflikt kritisiert.

In der November-Ausgabe des italienischen Magazins "Diva e Donna" hatte das Model laut dem Nachrichtenmagazin Focus eingeräumt, vier Jahre lang mit Gaddafi-Sohn Muttasim liiert gewesen zu sein. "Mit Mutassim hat mich eine leidenschaftliche Geschichte verbunden", wird die 23-Jährige zitiert. Unter Tränen soll sie sich gegenüber dem Magazin an ihren Ex-Freund erinnert und den Gaddafi-Clan verteidigt haben: "Ich will nicht glauben, dass das wahr ist! Das ist alles sehr traurig. Seine Familie, seine Brüder sind nicht so, wie sie immer dargestellt werden. Das sind ganz normale Menschen", sagte Hessler. Das libysche Volk sei ihr nie besonders arm vorgekommen, man müsse nicht alles glauben, was erzählt werde. Die Unterstützung des Westens für die Rebellen sieht sie in dem Interview ebenfalls kritisch: "Die Leute wissen nicht, was sie tun", sagte Hessler laut Focus.
Unterstützung auf Facebook
Die Aussagen waren zuviel für das Unternehmen Telefónica Germany, zu dem die Marke Alice gehört. Das Unternehmen kündigte mit sofortiger Wirkung die Kooperation auf. Hesslers Beziehungen seien zwar ihre Privatssache, die Äußerungen zum Libyen-Konflikt könne Telefónica aber nicht akzeptieren, gab der für Social Media zuständige Pressesprecher Markus Göbel via Twitter und Facebook bekannt.
Hessler hat sich mittlerweile von jeder Art "von Tyrannei, Gewalt und Unterdrückung" distanziert und zeigte sich schockiert von ihrem Rauswurf. "In einem Augenblick einer besonderen und starken Emotion habe ich einige Aussagen der Presse gegenüber gemacht, an die ich mich nicht vollkommen erinnern kann, sagte sie in einer Stellungnahme gegenüber der Tageszeitung Welt Kompakt. Über Libyen wolle sie künftig nicht mehr sprechen. "Es tut mir zu sehr weh", sagte sie laut sueddeutsche.de.
Ende früher als geplant
Die Reaktionen der Alice-Kunden sind gespalten. Auf der Facebook-Fanpage "gefiel" die Trennungsmeldung zwar 67 Nutzern. In der Kommentarspalte wurde aber auch Kritik laut. Die Handlung sei übertrieben. Schließlich habe die Liason bereits Jahre angedauert, ohne dass es jemanden interessiert hätte, schrieb ein Nutzer.
Der Abschied von Alice war aber ohnehin bei Telefónica Germany schon länger geplant. Nach der Übernahme der Marke sollte binnen zwei Jahren Alice mit O2 zu einer Marke verschmolzen werden. Hessler sollte diesen Prozess begleiten, daraus wird nun aber nichts. Hesslers Ex-Freund Muttasim Gaddafi hatte zuletzt die Leibgarde seines Vaters befehligt, er wurde mit seinem Vater gefangen genommen und offenbar von Rebellen getötet.
Links zum Thema
- Reaktionen auf Facebook (Quelle)
- Bericht Süddeutsche (Quelle)
- Bericht Focus (Quelle)
- Tweet Markus Göbbel 2 (Quelle)
- Tweet Markus Göbbel (Quelle)

Und dabei hatte sie auch noch vollkommen Recht. Das sie was mit einem seiner Söhne hatte lässt sie allerdings recht käuflich wirken, aber was erwartet man auch bei einem Model...