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Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"
EA veröffentlicht neue Lizenzvereinbarungen

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Die Lizenzvereinbarung für das Online-Portal Origin von EA sorgte letzte Woche für großen Ärger unter den Nutzern, da diese einen Abschnitt enthielt, der die Durchsuchung von Computern auf illegale EA-Produkte erlaubte. Nun hat EA offenbar eine neue Fassung der EULAs online gestellt.

Electronic Arts (EA) hat die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) für die Download-Plattform Origin geändert. Diese hatten erst letzte Woche für große Aufregung gesorgt, da einige Passagen es EA ermöglichten, auf alle Informationen auf dem Computer des Nutzers zuzugreifen. Blogger haben nun neue EULAs im Internet entdeckt.

Battlefield 3-Spieler müssen Origin verwenden. (Quelle: Screenshot)

Gefunden wurden die neuen Bestimmungen von Lesern des Blogs theorigin.de. Offenbar sind jedoch weiterhin beide Fassungen der EULA im Netz verfügbar. Die neue Fassung sei im Download von Origin enthalten und die ältere immer noch auf der offiziellen Seite abrufbar. Es bleibt also unklar, ob die neuen Lizenzvereinbarungen die alten ersetzen.

"Nur kosmetische Änderungen"

Aber selbst wenn dem so ist, herrscht kaum Grund zur Freude für Origin-Nutzer, denn wie Rechtsanwalt Christian Solmecke gegenüber netzwelt erklärt, unterscheiden sich die neuen EULAs von den alten hauptsächlich darin, dass sie intransparenter geworden sind. Solmecke - der sich auch schon mit den AGBs zum PlayStation Network auseinandersetzte - betont, dass es sich bei den Veränderungen lediglich um kosmetische Eingriffe handelt.

Grundsätzlich sei EAs Verwendung der Daten undurchsichtiger geworden. Das Unternehmen distanziert sich nun zwar davon, personenbezogene Daten zu sammeln, definiert im Anschluss jedoch Daten wie IP-Adresse, Betriebssystem, Software und Hardware-Peripherie als "nicht-personenbezogene Informationen", obwohl sie genau solche seien. Eine solche Datensammlung bezeichnet Solmecke als rechtswidrig.

Solmecke: Spyware-Klausel undurchsichtiger

Der von Solmecke als "Spyware-Klausel" bezeichnete Abschnitt, der es dem Unternehmen zugestand, auf den Nutzer-Computer zuzugreifen, um diesen auf illegale EA-Produkte zu durchforsten, ist zwar in seinem Wortlaut gestrichen worden, nach wie vor sei aber unklar, was der Spielehersteller mit der umfangreichen Datensammlung vorhabe. "Außerdem kann EA die Vereinbarungen so oft ändern wie es will, so lange die Software die gleiche bleibt, wird dies an den grundsätzlichen Voraussetzungen nichts ändern," so der Anwalt im Telefoninterview.

Solmeckes Einschätzung nach versucht EA, US-amerikanisches Recht ohne Veränderung auf Deutschland zu übertragen, dabei seien "hierzulande zwei Drittel der Lizenzvereinbarungen unwirksam." Nutzern rät er, entweder die Spiele, die Origin voraussetzen, wie beispielsweise Battlefield 3, zurückzugeben oder sich an Verbraucherschutzzentralen zu wenden. Wenn diese sich an die Öffentlichkeit wendeten, könnte mehr Druck auf den Hersteller entstehen.

"An Praxis ändert sich nichts"

"Ein Unternehmen, das den deutschen Markt anvisiert, muss sich auch an deutsche Gesetze halten," so Solmecke, "amerikanische Unternehmen wenden aber häufig ihr Recht an, ohne sich bei lokalen Anwälten über die Rechtmäßigkeit zu informieren." Die neuen EULAs bringen also nur punktuelle Verbesserungen und halten sich vor allem an Formulierungen auf - so werden Nutzer nun nicht mehr geduzt, sondern gesiezt - an der Praxis ändert sich jedoch nichts.

Derweil kritisiert die Spielergemeinde auf ihre Weise EA. Über 2.000 Personen haben auf Amazon Battlefield 3 negativ bewertet und beklagen sich in ihren Rezensionen öffentlich über die Lizenzvereinbarung von Origin.

Kommentare zu diesem Artikel

Die Lizenzvereinbarung für das Online-Portal Origin von EA sorgte letzte Woche für großen Ärger unter den Nutzern, da diese einen Abschnitt enthielt, der die Durchsuchung von Computern auf illegale EA-Produkte erlaubte. Nun hat EA offenbar eine neue Fassung der EULAs online gestellt.

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  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"

    Das ist allerdings merkwürdig. Im Grunde sind Steam und Origin ja zwei ähnliche Systeme, die genau das selbe bezwecken. Warum man dann beide braucht, erschließt sich mir als Kunden nicht. Weißt du noch, ob du bei der Installation explizit darauf hingewiesen wurdest, dass Origin installiert wird? Allerdings gilt auch bei Steam das, was N-Traxx geschrieben hat.
  • Christian67 schrieb Uhr
    AW: Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"

    Super und ich hab origin aufn pc wegen dem game WARP das ich über steam gekauft hatte ich dachte das wäre nur in Battelfield 3 wies im fernseher kam und net in dem game -.-
  • N-Traxx schrieb Uhr
    AW: Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"

    Da macht sich niemand lächerlich. Das Produkt verstößt gegen geltendes Recht und somit ist es ein Reklamationsfall. Da der Händler keine Besserung nach geltenden Regeln im BGB erteilen kann, muss er im Normalfall das Produkt gegen Rückerstattung des Kaufpreises zurücknehmen (gesetzliche Gewährleistung). Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Spiel direkt im Laden, oder online gekauft wurde.

    Siehe auch hier: Spiele-Special: Analyse zur EULA von EA Origin - Der Teufel im Vertragsdetail bei GameStar.de

    und hier:

    und hier: http://www.buzer.de/gesetz/6597/b17843.htm

    sowie hier: Gesetzliche Gewährleistung

    Ich habe meine BF3 Limited Edition Kopie wieder im Media Markt am letzten Samstag gegen Rückerstattung des Kaufpreises zurückgegeben. Mir wurde mitgeteilt, dass in diesem Falle eine Rückgabe völlig legitim sei und man den Kunden deswegen keine Probleme machen würde.
  • Hmzlgrymph schrieb Uhr
    AW: Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"

    Verweise auf Aktuellen Anlaß in den Nachrichten und mach einen ausdruck von einen der Rechtsanwalt Texte, dann sollte das kein Problem sein, wenn der Verkäufer dieses Verweigert, Namentlich erfassen, und mit Verweiß auf klage von nicht einhaltung deutschen Rechts hinweisen, ist das spiel nicht älter als 14 Tage, besteht von haus aus umtauschrecht in ganz Deutschland, bei in Deutschland gekaufter Software. Die klausel mit Verpackung muss geschloßen sein ist in D nicht gestattet, es muss alles vollständig sein, und der Orginal Kaufbeleg muss vor liegen. Zur Not bis zum Geschäftsführer wenn es nicht anders geht. MFG Ja und damit machst du dich schön lächerlich. Die 14 Tage Umtauschrecht gelten nur bei Fernabsatz. Im Laden gekauft Artikel unterliegen nicht dem Fernabsatz und somit ist ein Umtausch reine Kulanz. Ein Recht aauf Kulanz gibt es nicht.
  • Hilfegeberin schrieb Uhr
    AW: Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"

    Verbraucherzentralen nützen kein bißchen. Habe heute zum zweiten(!) mal versucht mein geöffnetes aber unbenutztes Exemplar bei Gamestop (in Marl) zurück zu geben, aber sowohl Gamestop als auch die VZ sagen, dass das so nicht mehr möglich ist. Cool, jetzt kann ich das Spiel weder spielen noch zurückgeben weil mir die Katze im Sack angedreht wurde und 55 Euro sind weg. Danke!!!! Verweise auf Aktuellen Anlaß in den Nachrichten und mach einen ausdruck von einen der Rechtsanwalt Texte, dann sollte das kein Problem sein, wenn der Verkäufer dieses Verweigert, Namentlich erfassen, und mit Verweiß auf klage von nicht einhaltung deutschen Rechts hinweisen, ist das spiel nicht älter als 14 Tage, besteht von haus aus umtauschrecht in ganz Deutschland, bei in Deutschland gekaufter Software. Die klausel mit Verpackung muss geschloßen sein ist in D nicht gestattet, es muss alles vollständig sein, und der Orginal Kaufbeleg muss vor liegen. Zur Not bis zum Geschäftsführer wenn es nicht anders geht. MFG
  • Niun schrieb Uhr
    AW: Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"

    Ich habe das Spiel gleich wieder retour gehen lassen. Ich hoffe, dies machen genug andere Spieler...
  • Drum Eagle schrieb Uhr
    AW: Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"

    Verbraucherzentralen nützen kein bißchen. Habe heute zum zweiten(!) mal versucht mein geöffnetes aber unbenutztes Exemplar bei Gamestop (in Marl) zurück zu geben, aber sowohl Gamestop als auch die VZ sagen, dass das so nicht mehr möglich ist. Cool, jetzt kann ich das Spiel weder spielen noch zurückgeben weil mir die Katze im Sack angedreht wurde und 55 Euro sind weg. Danke!!!!

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Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"
Die Lizenzvereinbarung von Origin hat letzte Woche für viel Wirbel gesorgt, nun hat EA offenbar eine neue Version der EULAs veröffentlicht.
http://www.netzwelt.de/news/89222-anwalt-fall-origin-spyware-klausel-noch-undurchsichtiger.html
2011-10-31 15:31:50
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Anwalt zum Fall Origin: "Spyware-Klausel ist nun noch undurchsichtiger"