In die Wüste geschickt

Im Kurztest: Uncharted 3: Drake's Deception

Gerne spricht man modernen Spielen das Prädikat "filmreif" zu. Doch selten war der Begriff zutreffender als beim PlayStation3-exklusiven Action-Abenteuer "Uncharted 3 - Drake's Deception". Keine Kameraeinstellung, keine Szene in Naughty Dogs interaktivem Blockbuster, die nicht an großes Hollywood-Kino erinnern. Keine Sekunde Langeweile. Und vor allem: kein Kleckern. Bei der neuerlichen Schatzsuche des Glücksritters Nathan Drake wird derart geklotzt, dass man eigentlich nur zu einem Schluss kommen kann: "Indiana Jones" hat endlich einen würdigen Nachfolger gefunden. Und zwar einen virtuellen ...

?
?



Uncharted 3 - Launch Trailer: Das Action-Adventure um Nathan Drake geht in die dritte Runde. Dieser Trailer zum Titel, der für die PlayStation 3 erhältlich ist, gibt ein paar Eindrücke zum Spielgeschehen. So werden ein paar Charaktere vorgestellt und mitreißende Action-Szenen gezeigt. Zum Video: Uncharted 3 - Launch Trailer

"Uncharted 3" zeichnet sich wie der Vorgänger in erster Linie durch das geschickte Wechselspiel zwischen temporeicher Action, schwindelerregenden Klettereinlagen, kniffligen Rätseln, herrlich humorigen Dialogen und zahlreichen Filmsequenzen aus. Und obwohl Letztere in Echtzeit mit der leistungsfähigen 3-D-Engine des Spiels berechnet werden, sind sie geradezu virtuos und hochspannend inszeniert. Noch besser: Sie sind so geschickt und scheinbar nahtlos in den Spielablauf integriert, dass man sie gar nicht als Unterbrechung wahrnimmt.

Werbung

Obendrein erzählen sie einen packenden Plot: In der launigen Mixtur aus Ganoven-Komödie und Schatzsuche liefert sich Nathan Drake mit der ominösen Katherine Marlow einen Wettlauf um die halbe Welt. Von London über Frankreich, Syrien und dem Jemen geht's durch die Rub-Al-Chali-Wüste hin zur verschollenen Stadt Iram - dem Atlantis des Sandes. Dabei wandelt er auf den Spuren von Sir Francis Drake, Lawrence von Arabien und vor allem Indiana Jones. Ausgiebig werden Motive und Szenen aus Steven Spielbergs Klassikern zitiert - angefangen beim kleinen Lederbüchlein voller wertvoller Hinweise über das Abwehren widerlichen Getiers mit einer Fackel bis hin zur Verfolgung eines LKW-Konvois hoch zu Ross. Nur sind es hier keine Nazis, die bekämpft werden, sondern die Mitglieder eines uralten Geheimbundes ...

Mit von der Partie sind alte Bekannte wie Nathans blonde Journalisten-Flamme Elena, Powerfrau Chloe und sein ältlicher, kauziger Partner Victor Sullivan. Schöne Idee: In einem Rückblick erfährt der Spieler, wie sich Nathan und Sully kennengelernt haben ...

Umso erfreulicher, dass Naughty Dogs mächtige 3-D-Engine nicht nur in den kernigen Prügeleien und Schießereien ihre Muskeln spielen lässt: Gesichter und Mimik sind natürlicher und glaubhafter als in irgendeinem anderen Spiel. Sogar die Augen der Polygon-Protagonisten vermitteln die Sorte Lebendigkeit, die bei vielen Games immer noch vermisst wird. Hinzu kommen ein Blick fürs Detail, etwa beim Schlendern über einen Basar im Jemen, und ein beeindruckendes Repertoire an Spezialeffekten. Die Flucht aus einem lichterloh brennenden Schloss ist nur einer von vielen Momenten, in denen man trotz Zeitdruck stehen bleiben und staunen möchte. Noch spektakulärer: die Darstellung von Wasserfluten. Oder das Rieseln von Sand: Wenn Nathan durch die Wüste stapft, scheint von den Machern jedes einzelne Korn animiert worden zu sein.

Aber auch spielerisch beweist Naughty Dog einmal mehr, dass man nicht viele Knöpfe benötigt, um zahllose Kraxel-, Sprung- und Geschicklichkeitspassagen zwar fordernd, aber nicht überfordernd zu gestalten. Egal, ob Nathan an der Ladeluke eines Frachtflugzeugs hängt, eine Burg in Syrien über die Außenfassade erklimmt oder einen Handlanger von Marlow über die Dächer einer arabischen Stadt hetzt: Alles ist stets im Fluss und wird weder von technischen Unzulänglichkeiten noch Design-Patzern behindert. Selbst die Kameraführung, bei anderen Genre-Vertretern meist ein Schwachpunkt, gelingt Naughty Dog meisterlich. Einstellungen und Perspektiven sind schlicht perfekt gewählt und steigern die Intensivität ungemein.

Im Test: Uncharted 3: Drake's Deception

  • Bild 1 von 20
  • Bild 2 von 20
  • Bild 3 von 20
  • Bild 4 von 20
  • Bild 5 von 20
  • Bild 6 von 20
  • Bild 7 von 20
  • Bild 8 von 20
  • Bild 9 von 20
  • Bild 10 von 20
  • Bild 11 von 20
  • Bild 12 von 20
  • Bild 13 von 20
  • Bild 14 von 20
  • Bild 15 von 20
  • Bild 16 von 20
  • Bild 17 von 20
  • Bild 18 von 20
  • Bild 19 von 20
  • Bild 20 von 20

In den 22 Kapiteln von "Uncharted 3" steht klar das Erlebnis im Vordergrund. Durch gekonnte Tempowechsel bleibt aber immer noch genügend Platz für die Figuren, um sich zu entfalten, für echte Lacher angesichts der erstklassig vertonten Dialoge und für gelungene Rätselpassagen. Acht bis zehn Stunden dauert dieser interaktive Actionfilm, der durch seine Inszenierung Maßstäbe setzt und sich mit Nachdruck für den Titel "Bestes Spiel des Jahres" empfiehlt. Wer nicht genug bekommen kann, darf sich auf ausgewählten Karten im Koop-Modus austoben oder online gegen bis zu zehn Konkurrenten antreten.

Datenblatt

Uncharted 3: Drake's Deception
SpielnameUncharted 3: Drake's Deception
HerstellerNaughty Dog
VertriebSony
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab02.11.2011
Preisca. 70 Euro
EAN Code0711719123798
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 16 Jahren
Multiplayer2-12 (WWW)
Sonstiges 
Bewertung Grafiksehr gut
Bewertung Steuerungsehr gut
Bewertung Soundsehr gut
Bewertung Spielspasssehr gut
Bewertung Gesamtsehr gut
SystemPS3

Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst

Mehr zum Thema »

Links zum Thema