Virtuelle Maschinen aus dem Web laden
Betriebssystem-to-go: Der VMware Marktplatz im Kurztest
Durch Virtualisierung kann jeder halbwegs leistungsfähige Computer neben dem primären Betriebssystem weitere virtuelle Maschinen ausführen, in denen ein anderes Windows, Linux oder Mac OS X läuft. Dafür kommt häufig Software von VMware zum Einsatz - doch nur wenige Nutzer kennen den VMware Marktplatz.

Inhaltsverzeichnis
- 1Marktplatz
- 2Kategorien
- 3Maschinen
- 4Fazit
Marktplatz
Der Marktplatz trägt eigentlich den sperrigen Namen "VMware Virtual Appliance Marketplace" und ist als unabhängige Webseite konzipiert, die direkt aus VMware Fusion und VMware Workstation verlinkt wird. Das Konzept der Plattform ist einfach: Nutzer, die ein alternatives Betriebssystem oder eine bestimmte Software nutzen möchten, laden sich fertige virtuelle Maschinen aus dem Internet herunter, anstatt die jeweilige Konfiguration selbst zu unternehmen. Damit spart sich der Nutzer im Fall von Ubuntu Linux neben dem Ladevorgang auch die Installation, außerdem sind die Einstellungen der VMware-Umgebung automatisch korrekt gesetzt.
Kategorien
Auf den ersten Blick ist der VMware Marktplatz nicht gerade übersichtlich, wozu sicher auch die Oberfläche in englischer Sprache einen gehörigen Teil beiträgt - eine deutsche Übersetzung fehlt bisher. Außerdem sind neben den sogenannten "Appliances" noch Hosting- und Netzwerk-Dienste im Marktplatz aufgeführt. Nutzer gelangen am besten über die Suchfunktion zu ihrem gewünschten Betriebssystem: Neben Ubuntu 11.10 als Standard- und Server-Version lassen sich darüber auch Debian, Fedora und openSUSE beziehen. Aktuell ist die Kategorie "Betriebssystem" mit 603 Einträgen so prall gefüllt, das kaum ein Wunsch unerfüllt bleibt.

Maschinen
Für Nutzer, die ein Content-Management-System wie TYPO3 ausprobieren möchten, sind die virtuellen Maschinen von "BitNami" interessant: Sie basieren auf einem schlanken Linux inklusive Apache Webserver, MySQL-Datenbank sowie PHP, Ruby oder Perl und der gewünschten Anwendung. Über die Funktionen zur Vernetzung einer virtuellen Maschine mit dem Host kann das CMS dann problemlos im Browser des Nutzers aufgerufen und damit gearbeitet werden. Apropos Netzwerk: Im Marktplatz gibt es einige Maschinen, die ein kabelloses Netzwerk an ein anderes Netzwerk anbinden können, wobei die virtuelle Maschine das Routing übernimmt. Die "vWLAN"-Maschine kann ganze Netzwerke nach dem 802.11n-Standard verwalten.
Fazit
Die Möglichkeit, mit einem schnellen Internetzugang ganz nach Bedarf virtuelle Maschinen aus dem Web zu laden, ist eine lobenswerte Sache. VMware sollte sich jedoch um die Übersichtlichkeit des Marktplatzes kümmern, damit er von Endanwendern ohne Schwierigkeiten genutzt werden kann.
