Vorerst keine Veröffentlichungen mehr
Ausgeleakt: Wikileaks geht das Geld aus
Die Enthüllungsplattform Wikileaks ist pleite. Seit Dezember 2010 sind die Spendeneinnahmen der Organisation massiv eingebrochen. Der Grund: Große Finanzunternehmen wie VISA, MasterCard oder PayPal verweigern die Zusammenarbeit. Die Plattform stellt nun vorübergehend ihre Tätigkeit ein und will vor Gericht die Aufhebung der Finanzblockade erzwingen.

Wie Gründer Julian Assange auf einer Pressekonferenz im Londoner Frontline Club bekanntgab, hat die Enthüllungsplattform bereits rechtliche Schritte in verschiedenen Ländern eingeleitet, darunter Island, Australien, Dänemark und den USA. Außerdem hat Wikileaks bei der Europäischen Union (EU) eine Kartellrechtsbeschwerde eingereicht. Eine Entscheidung, ob die EU in der Sache ein Verfahren einleitet, wird Mitte November erwartet. "Die Attacke hat 95 Prozent unserer Einnahmen vernichtet", sagte Assange.
Kaum mehr als 2.000 Euro Einnahmen
Wie schwer die Einnahmenverluste wiegen, zeigt eine Grafik auf der Wikileaks-Homepage: Im Dezember 2010 hatte Wikileaks noch 800.000 Euro an Spenden erhalten, seit Januar gehen monatlich kaum mehr als 2.000 Euro ein. Das reicht nicht, um die Kosten der Plattform zu decken. Allein die Gerichtskosten der Organisation belaufen sich laut Wikileaks-Webseite auf über eine Million US-Dollar, die IT-Infrastruktur kostet 500.000 US-Dollar.
Die Finanzblockade trat laut Assange nach Veröffentlichung der US-Botschaftsdokumente im Dezember innerhalb von zehn Tagen in Kraft. PayPal sperrte damals das Wikileaks-Spendenkonto, MasterCard und Visa schlossen sich an. Die Unternehmen begründeten ihre Entscheidung damit, das Wikileaks illegalerweise geheime Informationen veröffentlicht. Trotz der Finanzblockade können Unterstützer immer noch Spenden an Wikileaks übermitteln, beispielsweise durch den Kauf von Merchandising-Artikeln.
