Absage an Schleswig-Holstein

Facebook-Manager: Keine Sonderlösungen für einzelne Bundesländer

Das Verhältnis zwischen dem weltweit größten Sozialen Netzwerk Facebook und deutschen Datenschützern bleibt angespannt: Manager Elliot Schrage, bei Facebook weltweit zuständig für Public Policy, hat im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel die deutschen Behörden scharf attackiert und lehnt Sonderlösungen für einzelne Bundesländer bei strittigen Datenschutzfragen ab.

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Facebook wolle transparent für seine Nutzer sein, "aber es ist nicht unser Ziel, Sonderlösungen für einzelne Bundesländer wie Schleswig-Holstein zu schaffen", sagte Schrage gegenüber dem Spiegel. Schrage spielt damit auf eine Debatte mit dem Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert an. Laut Weichert verstößt die "Gefällt mir"-Schaltfläche von Facebook gegen das deutsche Datenschutzgesetz, da über sie Nutzerdaten in die USA übertragen werden. Weichert hatte allen Webseiten-Betreibern in Schleswig-Holstein, die den Button auf ihrer Homepage einbinden, daher mit Abmahnungen und Strafzahlungen gedroht. Zuletzt berichtete er, dass Facebook nun eine Sonderlösung für Nutzer aus dem Bundesland anstrebe.

Datenschutz in Deutschland ist "ein spezieller Fall"

Schrager bestätigte zwar Gespräche, will von einer Sonderlösung aber nichts wissen. Stattdessen greift er im Spiegel-Gespräch Weichert an: "Wir waren offen gestanden enttäuscht, dass wir von der Kritik aus Deutschland über die Zeitung erfahren haben", sagte Schrage, "der Schaden für uns ist groß". Hinsichtlich Datenschutz sei Deutschland "ein spezieller Fall". Das Thema ist auf 16 Bundesländer verteilt, und jedes scheint die Aufgabe anders zu interpretieren", fügte Schrage hinzu.

Aktuell droht dem Unternehmen beispielsweise ein weiterer Streit mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar. Er fordert Facebook dazu auf, für mehr Transparenz hinsichtlich der im Sommer eingeführten Gesichtserkennung bei hochgeladenen Fotos zu sorgen und setzt dem Unternehmen eine Frist bis zum 7. November, andernfalls will er rechtliche Schritte einleiten. "Die Zeit für Verhandlungen ist jetzt vorüber. Wir brauchen eine klare Bestätigung, dass Facebook unsere Vorgaben umsetzen will", sagte Caspar gegenüber der Online-Ausgabe der Tageszeitung taz. 

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