Die Sensation der kommenden IFA

Verkehrte Netzwelt: Meine Facebook-Social-Terminator-Brille

Sie hieß Miriam. Das wusste ich aber nicht. Ich hatte ihren Namen vergessen. Plötzlich saß sie mir in der Stadtbahn gegenüber. Lächelte und sagte: "Hi!". Verdammt. Das Gesicht kannte ich. Aber wie hieß sie gleich noch mal? Woher kannte ich sie nur? Ich arretierte die Gesichtsmuskeln zu einem fröhlich-erstaunten Wiedererkennungs-Lächeln und sagte auch: "Hallo … Wie geht’s?". "Danke, ganz okay. Und bei Dir?" Wie heißt die? Verdammt! Schweißperlen auf meiner Stirn.

?
?

Leider haben wir den Namen dieser Dame vergessen, aber die Terminator-Hightech-Brille mit Facebook-Anschluss wird ihn uns sicher gleich verraten. (Foto: Ray Ban)
Leider haben wir den Namen dieser Dame vergessen, aber die Terminator-Hightech-Brille mit Facebook-Anschluss wird ihn uns sicher gleich verraten. (Foto: Ray Ban)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Meine Terminator-Brille
  2. 2Roboterstimme im Ohr
  3. 3Die Sensation auf der IFA 2012

Nach einer weiteren halben Minute vermurksten Small Talks, in der ich fieberhaft in meinem Hirn nach ihrem Namen gekramt hatte, kapitulierte ich: "Sorry, aber ich hab´ einfach deinen Namen vergessen." Sie gibt sich jovial. "Macht nichts, ich bin Miriam." Nach und nach fiel mir alles wieder ein. Eine ehemalige Arbeitskollegin. Nebenbei hatte sie in einer Theatergruppe gespielt. Dann hatte sie ein Kind bekommen und deshalb gekündigt. Junge, glaub ich. Weiß nicht mehr genau.

Werbung

Na ja, war schade. Hätte mich gerne besser mit der netten Kollegin von damals unterhalten, war aber wegen der peinlichen Gedächtnislücke total blockiert.

Anzeige

Meine Terminator-Brille

Danach kam mir die Idee. Miriam war auch in meiner Freunde-Liste bei Facebook. Da stehen alle Infos über sie. Bei Facebook gibt es eine biometrische Gesichtserkennung. Man bräuchte eine Hightech-Brille mit Kamera und Internetzugang, die mir die Informationen über Miriam ins Brillenglas einspiegelt. So eine wie sie Arnold Schwarzenegger als "Terminator T-800" getragen hat.

Rein technisch ist das heute alles kein Problem mehr.

In der Jackentasche steckt ein Smartphone mit Highspeed-Internetanschluss. Eine spezielle App oder ein Facebook-Plug-In wartet nur darauf, die biometrische Gesichtserkennung in Facebook zu aktivieren und Infos aus der Freunde-Liste auszugraben. In der Brille ist im Steg über dem Nasenrücken eine kleine Kamera eingebaut. Fünf Megapixel reichen. Die Bügel haben einen Bluetooth-Sender, der den Kontakt mit dem Smartphone herstellt. Einen kleinen Ohrhörer gibts auch.

Die zurzeit so modischen Nerd-Brillen mit ihren dicken schwarzen Kunststoff-Gestellen sind ja geradezu geschaffen für den Einbau kleiner Hightech-Applikatiönchen.