Unter dem Namen Calligra erscheint der Nachfolger von KOffice
Calligra Suite: Das neue KOffice nimmt Formen an
Calligra Suite ist der Nachfolger des KDE-Büropakets KOffice und kann als Vorabversion bereits heruntergeladen werden. Die Suite beinhaltet neben Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsanwendung auch eine Datenbank sowie zwei Komponenten für die Bildbearbeitung. Als Dateiformat dient OpenDocument.

Inhaltsverzeichnis
- 1Calligra und KDE
- 2Die Komponenten
- 3Beta 2 installieren
- 4Fazit
OpenOffice beziehungsweise dessen Nachfolger LibreOffice bestimmt derzeit den Markt für freie Büropakete - nicht zuletzt auf dem Linux-Desktop, da fast jede Distribution das Programm als Standard einrichtet. Neben LibreOffice gibt es mit KOffice eine leistungsfähige Alternative, die ebenfalls viele Anhänger hat und sich ein neues Gewand gibt: KOffice ist vollständig in einem neuen Projekt namens Calligra Suite aufgegangen.
Calligra und KDE
Die Anfänge des Calligra-Projekts sind - wie so oft in der Open-Source-Community - eher unrühmlich: Einige Entwickler von KOffice haben sich darüber geärgert, dass das Büropaket nicht schneller vorangetrieben und mit neuen Funktionen ausgestattet wurde. Daher wurde ein sogenannter Fork erzeugt, das heißt die Quellen der Software kopiert und als Grundlage für die eigene Variante hergenommen. Nach einigen Diskussionen haben sich die meisten KOffice-Entwickler dem Calligra-Projekt angeschlossen, sodass es nun als das neue "offizielle" Büropaket für KDE angesehen wird. Im Dezember 2010 wurde Calligra Suite zum ersten Mal in der breiten Öffentlichkeit angekündigt, mittlerweile ist Calligra Suite 2.4 als zweite Beta-Version verfügbar.

Die Komponenten
Calligra Suite besteht - genau wie jedes andere moderne Officepaket - aus mehreren Anwendungen, die für sich gesehen relativ unabhängig sind. Am wichtigsten für das Open-Source-Projekt sind naturgemäß Words, Tables und Calligra Stage: Die Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und die Präsentationslösung basieren auf KWord, KSpread und KPresenter, die jeder KOffice-Anwender kennen dürfte. Eher unbekannt war Kivio, das nun in einer Anwendung namens Calligra Flow aufgeht und Organigramme bearbeiten kann. Als Ersatz für Microsoft Access haben die Entwickler Kexi entwickelt, das sich problemlos mit MySQL und PostgreSQL verbinden kann. Auch Tabellen aus SQLite- und Access-Datenbanken kann Calligra Kexi importieren.
Sehr benutzerfreundlich ist, dass die Entwickler mit Calligra Plan eine Anwendung für die Projektverwaltung bereitstellen, die Nutzer von Microsoft Office nur durch den Kauf des teuren Microsoft Office Projekt ersetzen können und zu der es in LibreOffice kein Pendant gibt. Im Bereich Bildbearbeitung sieht es ganz ähnlich aus: Zwar kann LibreOffice Draw beliebige Vektorgrafiken bearbeiten, wie es mit Karbon aus der Calligra Suite ebenso möglich ist. Die Anwendung für die Arbeit mit Pixelgrafiken, Calligra Krita, ist aber wiederum ohne jede Konkurrenz. Insgesamt besteht die aktuelle Version von Calligra 2.4 somit aus acht Einzelprogrammen.

Beta 2 installieren
Derzeit bevorzugen einige Linux-Distributionen weiterhin das alte KOffice, da Calligra Suite immer noch als Testversion gekennzeichnet ist. Wer das Büropaket schon heute unter Ubuntu einsetzen möchte, muss neue Paketquellen hinzufügen und Calligra dann mit Hilfe des Projekts Neon installieren - eine detaillierte Anleitung gibt es dazu auf der Website. Anwender von openSUSE haben es deutlich einfacher: Sie können die Beta 2 direkt über die Projektquellen für instabile Anwendungen installieren, in Gentoo ist das Büropaket ebenfalls schon enthalten. Derzeit arbeiten die Entwickler auch an einer Portierung für Windows und Mac OS X.
Fazit
Calligra Suite hat das Potential, einen starken Gegenpol zu LibreOffice im Bereich freier Büroprogramme zu bilden. Daraus könnte sogar so etwas entstehen wie ein zweites WebKit, das als flexible Grundlage für viele andere Anwendungen dient, die OpenDocument-Dateien darstellen müssen. Viele Nutzer werden sich über das Büropaket freuen, da es neben den klassischen Aufgaben auch die Bildbearbeitung abdeckt.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Softwaresammlungen hier.
