Keine gedruckte Ausgabe mehr
Französische Traditionszeitung France Soir: Nie wieder Druckerschwärze
Die französiche Tageszeitung France Soir will künftig nur noch online erscheinen, ab Dezember soll es an den Kiosken in Frankreich keine gedruckte Ausgabe mehr geben. Grund sind offenbar die sinkenden Verkaufszahlen.

Öffentlich gemacht hat die Verlagsleitung ihre Pläne zur Umstellung der Erscheinungsart noch nicht. Allerdings berichten mehrere französische Medien Zeit Online zufolge übereinstimmend über eine Umstrukturierung des französischen Traditionsblattes. Bereits am Dienstag, 11. Oktober, konnte das Blatt nicht erscheinen, da die Belegschaft offenbar aus Verärgerung über die Pläne streikte. Sollte sich die France Soir in eine reine Online-Zeitung wandeln, dürfte ein Großteil der Redakteure arbeitslos werden. Von 120 Stellen würden wohl 89 gestrichen werden. Trotz der Widerstände im eigenen Hause rechnet die französische Medienlandschaft mit einer Bekanntgabe der Entscheidung Ende dieser Woche. France Soir wurde vor allem im Nachkriegs-Frankreich viel gelesen. In den 1950er Jahren verkaufte das Blatt laut Zeit Online rund 1,5 Millionen Exemplare, heute seien es dagegen nur noch 70.000.
Verleger hoffen auf Tablet-PCs
Tageszeitungen haben weltweit mit sinkenden Auflagen zu kämpfen und stehen vor der Herausforderung, sich rentierende neue Vertriebsmodelle im digitalen Zeitalter zu entwickeln. Zwar bieten die meisten Zeitungen bereits ihre Inhalte auch online an, diese sind dort aber zumeist kostenlos.
Hoffnungen setzen die Verlage bei dieser Problematik auf Tablet-PCs wie Apples iPad. Der Markt für kostenpflichtige Angebote entwickelt sich hier aber langsamer als erhofft. Trotz der Probleme hatte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales vor Kurzem in einem Interview bekundet, dass er nicht an ein Aussterben der gedruckten Medien glaube.
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