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Dualband-Router: Linksys E3200 im Test
Cisco-Gerät für rund 100 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Cisco will mit seiner E-Serie Heimanwender ansprechen und legt mit dem Linksys E3200 einen anspruchsvollen Router mit vielen Einstellungsmöglichkeiten vor. Anfänger dürften den Desktop-Client zur Netzwerk-Einrichtung schätzen.

Netzwerk-Einrichtung mal einfach: Ciscos Dualband-Router Linksys E3200 ließ sich dank mitgelieferter Desktop-Software problemlos einrichten - ideal für Netzwerk-Laien. Aber auch für professionelle Heimwanwender hat das Gerät viel zu bieten.

Ciscos Linksys-Router kommt wie sämtliche Modelle der neuen E-Serie im schlichten Schwarz daher, nur ein glänzendes blaues Kunststoffband mit Logo und Typenbezeichnung an der Oberseite unterscheidet den E3200 von den anderen Modellen. Der Rest des Gehäuses besteht ebenfalls aus Kunststoff, wie viele der kleinen Kisten zur Herstellung der Internetverbindung.

Bis auf den E4200 und E3000 sind die neuen Cisco-Router alle von gleicher Größe: Mit sieben Zentimeter Tiefe, rund 25 Zentimeter Breite und knapp 28 Zentimeter Höhe passt der E3200 in jedes Regal und unter jeden Schuhschrank. Zur Tisch- und Wandmontage ist der Router wegen fehlender Vorrichtungen allerdings nicht geeignet.

Ciscos Eignungsprofile

Cisco präsentiert seine E-Serie mit unterschiedlichen Eignungsprofilen - kleine Wohnungen, normal große Wohnungen, große Wohnungen etwa. Die Profile sind abhängig vom Leistungsumfang der jeweiligen Modelle. Nach Angaben von Cisco ist der E3200 ideal für "aktive Online-Haushalte und Heimkinos, Aufbau eines leistungsstarken Wireless-Netzwerkes für optimale Video- und Musikwiedergabe sowie Multiplayer-Spiele."

Die von Cisco vorgenommene Eignungsortierung wirkt allerdings sehr schematisch: Die Unterschiede der Modelle der E-Serie bestehen im Wesentlichen in der vorhandenen beziehungsweise nicht vorhandenen Simultan-Bandnutzung, USB-Schnittstelle und den Gigabit-Anschlüssen. Bis zu 300 Megabit pro Sekunde brutto und den WLAN "n"-Standard bringen aber alle Modelle mit.

Wesentliche Eigenschaften

Der E3200 funkt sowohl im 2,4- als auch 5-Gigahertz-Band. Sinnvoll, denn im 2,4 Gigahertz-Band tümmeln sich mittlerweile viele Haushaltsgeräte wie Mikrowellen und stören möglicherweise das WLAN-Signal. Mit an Bord sind auch vier Gigaports und eine USB-Schnittstelle zum Anschluss von Speichermedien.

Die Installation und Einbindung des E3200 ging im Test auf einem Windows 7-System denkbar einfach von der Hand. Netzwerk-Laien rufen die auf CD beiliegende Cisco Connect-Software für Mac und PC auf - fertig. Bei der Einrichtung vergibt Cisco Connect automatisch eine SSID und ein Passwort zur Übernahme. Beide Parameter kann man nach der Erstinstallation jederzeit ändern. Ab Werk ist das WLAN des E3200 aber zunächst unverschlüsselt - ein Minuspunkt. Alternativ gelingt die Einrichtung auch per webbasierter Konfigurationssoftware, die Zugang zu weiteren Parametern bietet.

Dualband-Router: Linksys E3200 im Test

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Ciscos flacher Dualband-Router kommt in Schwarz daher, ein blaues Band verziert die Kunststoffhülle. (Bild: netzwelt)

Tempotest, Gästezugang

Einige zusätzliche Einstellungen kann man auch per Cisco Connect vornehmen. Mit dem Werkzeug Internet-Geschwindigkeitstest misst man etwa Download- und Upload-Tempo - sinnvoll, wenn man Verschiebungen bei der Bandbreite vermutet und den Beobachtungen auf den Grund gehen will.

Besuchern gewährt man bei Bedarf über einen separiertes WLAN-Netzwerk Zugriff auf die Online-Verbindung. Auf andere Rechner und persönliche Daten können die Eingeladenen dann nicht zugreifen. Cisco Connect verwaltet dabei bis zu zehn Gäste, die sich mit einem WLAN-Gastpasswort anmelden müssen.

Vorfahrt für Multimedia

Ein Einrichtungsassistent hilft zudem bei der Verbindung weiterer Geräte wie Computer oder Drucker mit dem Router. Über Kinderschutzfunktionen beschränken Eltern den Zugriff auf bestimmte Webseiten und die Internet-Nutzungszeit ihrer Kinder. Für den Zugriff auf die Einstellungen sind die Eingabe eines Passwortes und die Beantwortung einer Sicherheitsfrage nötig.

Mehr Einstellungsparameter bietet das webbasierte Dienstprogramm. Ein wenig verwirrend, dass sich der Cisco-Router per Pop-Up mit dem Hinweis meldet, dass man sein Netzwerk möglicherweise nicht mehr verwenden könne, wenn die Software startet. Auch Cisco Connect könne dann möglicherweise nicht mehr funktionieren. Im Test bereitete der Parallelbetrieb jedoch keinerlei Probleme. Sicherheitshalber schließt man die Desktop-Anwendung beim Zugriff auf die Web-Oberfläche.

Port-Management

Das Konfigurationsinterface bietet neben einer Reihe an Standard-Einstellungsmöglichkeiten (Statisches Routung statt DHCP, Mac-Adressen-Filterung, WPS) auch einige interessante weitere Funktionen: Nutzer können per Quality of Service-Management etwa Anwendungen und Spielen, die von anderen Prozessen im Netzwerk gestört werden könnten, gezielt Vorfahrt gewähren. Dazu regelt man die Upstream-Bandbreite, wählt eine Kategorie (Anwendung, Online-Spiele, Mac-Adresse) und vergibt eine Priorität (hoch bis niedrig).

Die Übergabe von Anwendungen und Spielen im Netzwerk passt man alternativ per einfacher Port-Weiterleitung oder gleich per Zuordnung gesamter Port-Bereiche an. Wenn unterschiedliche Rechner im Netzwerk auf Anwendungen und Spiele zugreifen, greift auch Port-Triggering. Dazu vergibt man Namen der Anwendung sowie Port- und Weiterleitungsbereich: Der Router speichert dann IP-Anfragen der Computer und öffnet den entsprechenden Port nach dem Motto "Wer zuerst kommt, malt zuerst".

Durchsatz im Test

Für kleine Firmen interessant ist die Radius-Server-Unterstützung. Steht ein solcher im unternehmenseigenen Netzwerk zur Verfügung, richtet man einmalig IP-Adresse und Port des Servers ein. Dann regelt dieser mit individuellen Parametern den Zugang von Clients zum Netzwerk. Vorteil: Auf dem Server lassen sich alle Einstellungen gezielt für jeden Client verwalten und anpassen.

Um den Durchsatz zu messen, kopierten wir im Test einen rund 325 Megabyte großen Film über das Netzwerk auf ein Notebook. Bei einem Abstand von rund zwei Metern in Sichtweite entsprach die Performance 25,7 Megabit pro Sekunde. Beim Transfer über rund 15 Metern durch zwei Wände hindurch lag der Durchsatz bei 23,7 Megabit pro Sekunde. Insgesamt sehr gute Werte, zumal der Notebook-Netzwerkadapter im Test nur maximal 54 MBit pro Sekunde lieferte.

Anschluss von USB-Geräten

Der E3200 dient nicht nur zur Herstellung einer Internetverbindung und zum Verteilen des Zugangs auf verschiedenene Geräte, sondern funktioniert auch als kleines NAS im Netzwerk. Dazu kann man USB-Sticks oder USB-Festplatten anschließen und diese dann allen Rechnern im Netzwerk zur Verfügung stellen.

Zur Verwaltung der Datenträger steht der webbasierte Einrichtungsclient zur Verfügung, über den sich gezielt Benutzer zur Freigabe erstellen oder auch Nutzergruppen für den Lesen oder Lesen & Schreiben-Zugriff definieren lassen. Der Datenträger taucht dann hinterher als Netzwerkfreigabe auf. Im Test mit einem Netbook auf der Gegenseite ließen sich Daten flüssig hin und her schieben.

Dem Internet geht bekanntlich der Adressspielraum aus - ein Lösung ist mit dem IPv6-Protokoll in Sicht. Mit dem neuesten Firmware-Update unterstützt auch der E3200 das neue Internet-Protokoll und den 6. Tunnelmodus. Mit letzterem wird es möglich, Adressen des Internet Protokoll 6 über IPv4-Netzwerke zu senden. Die automatische IPv6-Konfiguration muss dazu deaktiviert sein.

Fazit

Der Cisco Linksys E3200 punktet mit Dualband, Gigabit-Ethernet, "n"-WLAN und vielfältigen Einrichtungmöglichkeiten. Dank Cisco Connect richten auch Laien ihr Netzwerk binnen kürzester Zeit ein - die bisweilen komplizierte Installation wird hinfällig.

Geht man nach den gemessenen Durchsatzwerten des Routers, können Clients im WLAN die Bandbreite flotter DSL-Anschlüsse sehr gut ausreizen. Derzeit ist der E3200 zu einem Straßenpreis von rund 100 Euro erhältlich. Ein angemessener Preis.

Kommentare zu diesem Artikel

Cisco will mit seiner E-Serie Heimanwender ansprechen und legt mit dem Linksys E3200 einen anspruchsvollen Router mit vielen Einstellungsmöglichkeiten vor. Anfänger dürften den Desktop-Client zur Netzwerk-Einrichtung schätzen.

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  • Nomen Nescio schrieb Uhr
    AW: Dualband-Router: Linksys E3200 im Test

    Da kommt kein Video!

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Dualband-Router: Linksys E3200 im Test
Dualband-Router: Linksys E3200 im Test
Der Router ist Access Point, Gigabit-Switch und dient auch zum Aufbau eines kleinen NAS-Systems. Im Test hinterließ das Gerät einen guten Eindruck.
http://www.netzwelt.de/news/88885-dualband-router-linksys-e3200-test.html
2011-10-11 16:26:26
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/adobe-air-sehr-stark-flash-technologie-gleichem-hause-verwandt-bild-adobenetzwelt6021.jpg
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