Apokalypse wow?

Im Kurztest: Rage

Mit Rage feiert das texanische Studio id Software sein Comeback: Es ist das erste Spiel der auf Krawall gebürsteten Texaner seit sieben Jahren und gleichzeitig keine Fortsetzung bekannter Titel wie Doom oder Quake, sondern eine völlig neue Marke - inklusive neuem Technikgerüst.

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Rage - Cinematic Intro: Das ist das Cinematic-Intro-Video zu Rage, das den Spieler atmosphärisch auf das Geschehen einstimmen soll. Die Menschheit ist gefangen auf der sterbenden Erde, als ein gigantischer Asteroid auf den Planeten kracht. Rage entführt den Spieler in eine Post-Apokalytpische Welt, voller skurriler Gestalten und mutierter Monster. Dabei setzt der First-Person-Shooter hauptsächlich auf Elemente aus dem Shooter-Genre, lockert das Spielgeschehen jedoch mit allerlei interessanten Zusätzen auf. So können beispielsweise Rennen gefahren oder Glücksspiele gespielt werden. Rage ist für den PC, die Xbox 360 und die PlayStation 3 erhältlich. Zum Video: Rage - Cinematic Intro

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Ist es Größenwahn, wenn id-Software-Mastermind John Carmack in einem "Spiegel"-Interview sagt, dass die Spieleentwicklung anspruchsvoller sei als Raketenforschung? Man könnte versucht sein, ja zu sagen. Doch Carmack meint in erster Linie den Umfang an Programmcodes, der nötig ist, um ein modernes Spiel entstehen zu lassen.

Dennoch ein seltsamer Vergleich, denn in allen id-Spielen war die Spielmechanik bislang ziemlich simpel ausgefallen. Es wurde einfach auf alles geschossen, was bei drei nicht auf den Bäumen war. So ähnlich ist das auch in Rage, dem neuesten Werk der Spieleschmiede, die inzwischen zum Publisher Bethesda gehört. Und doch legt der Action-Titel auch großen Wert auf eine Rennspielkomponente. Zuweilen darf man hinter dem Lenkrad waffenstarrender Buggys Platz nehmen und durch staubiges Ödland heizen. Schade, dass dabei die Hintergrundgeschichte weitestgehend auf der Strecke bleibt.

Die ist ausnahmsweise nicht in der Hölle oder auf dem Mars angesiedelt, sondern auf der Erde. Dort herrscht Endzeitstimmung, nachdem ein Meteroid eingeschlagen ist und alles verwüstet hat. Der Spieler wacht aus dem Kälteschlaf auf und muss schnell erfahren, dass es in dieser neuen postapokalyptischen Welt nicht nur Gutmenschen gibt, die sich in Camps zusammengerottet haben und ihn mit Aufträgen, Autoteilen und Waffen versorgen, sondern eben auch den bösen Rest, den man getrost ohne Reue über den Haufen ballern darf: Dazu zählen Wilderer, Mutanten und die Truppen einer ominösen Regierung. Schmerzlich vermisst werden hingegen ein echter Schurke, die Aufklärung über die Hintergründe des Protagonisten sowie ein spektakuläres Finale.

Die Inszenierung einer spannenden Rahmenhandlung mag id Software vergessen haben, nicht aber, wie ein Shooter auszusehen und sich anzufühlen hat. Der Einsatz der Waffen und unterschiedlichster Munitionsarten zeigt aufwendig animierte Auswirkungen. Überhaupt sind die Bewegungen der digitalen Charaktere eine Augenweide: Feinde schwingen sich an der Decke entlang auf den Spieler zu, schlagen Purzelbäume oder hechten in Deckung. Nie verweilen sie zu lange an einer Stelle oder bieten sich als bloßes Kanonenfutter an, sondern bleiben ständig in Bewegung und rufen auch nach Verstärkung. So werden die Schusswechsel zu einer fordernden Angelegenheit, selbst wenn der Weg durch die herrlich verfallenen Einsatzgebiete auf fest vorgegebenen Bahnen und ohne allzu viel Freiheiten läuft.

Ebenfalls gut gelungen sind die Einsätze im Buggy, die abseits der Missionen einen Großteil der Zeit beanspruchen. Das Gefährt wird im Laufe der Zeit kräftig aufgemotzt, mit Waffen und stärkeren Bauteilen versehen. Neben Schießereien können in einem Renn-Minispiel noch die Bestzeiten der Stadtbewohner eingestellt werden.

Trotzdem ist bei Rage nicht alles Gold, was glänzt: Schwer nachzuvollziehen ist die Designentscheidung, dass von den Gegnern fallengelassene Waffen sich kurze Zeit später in Luft auflösen. Warum? Weil neue Schießprügel in "Rage" als Belohnung für absolvierte Aufträge winken. Auch stört die Tatsache, dass das Spiel Entscheidungsfreiheit bei der Annahme der Aufträge vorgaukelt. Denn wer Aufgaben ablehnt, kommt schlicht nicht weiter. Dass die Gespräche nicht abgekürzt werden können und es abseits der Missionen in den Arealen wenig bis nichts zu tun gibt, sorgt ebenfalls für Abzüge in der B-Note.

Im Test: Rage


Unterm Strich ist Rage dennoch ein feines Spiel geworden: Es fehlen zwar die Bombastmomente einer "Call of Duty"-Reihe, und auch das Storytelling und die Charakterentwicklung sind schwach ausgefallen. Trotzdem machen die Kernelemente von Rage Spaß, selbst wenn id aufpassen muss, auf Dauer nicht den Anschluss zu verlieren. Noch ein Tipp für Xbox 360-Besitzer: Um Ruckler zu vermeiden, sollten alle drei DVDs komplett auf die Festplatte installiert werden.

Datenblatt

Rage
SpielnameRage
Herstellerid Software
VertriebBethesda
GenreAction
Erhältlich ab07.10.2011
Preisca. 60 Euro
EAN Code0093155143029
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene und Profis
Alterab 18 Jahren
Multiplayer2-20 (WWW)
SonstigesMinimum Dualcore CPU mit 2,5 GHz, 2 GB RAM, 25 GB Festplattenspeicher, Grafikkarte mit 512 MB, Internetanbindung
Bewertung Grafiksehr gut
Bewertung Steuerungsehr gut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtsehr gut
SystemPC
SystemPlayStation3
SystemXbox 360

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