Der böse Online-Handel

Kommentar: Media Markt und die neuen Preise

Letzte Woche fiel mal wieder so eine knallbunte Beilage aus der Zeitung. Erst dachte ich, das sei Werbung für Karnevalsartikel. Doch es war der neue Media-Markt-Katalog. Der Inhalt war aber interessanter als sonst. Die Elektrofachmärkte der Metro Group haben in den letzten Jahren immer mehr Kunden an Onlineshops verloren. Die wollen sie jetzt zurückgewinnen.

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Mit einer neuen verlässlichen Preispolitik will Media Markt den Onlineshops Konkurrenz machen. (Bild: Screenshot)
Mit einer neuen verlässlichen Preispolitik will Media Markt den Onlineshops Konkurrenz machen. (Bild: Screenshot)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Onlineshops als Abzocker
  2. 2Mythos: Niedrige Preise durch hohe Stückzahlen
  3. 3Intel-PCs, aber keine AMD-PCs
  4. 4Vorteile eines Fachmarkts
Werbung

Bemerkenswert, wie in der Beilage gegen die Onlineshops polemisiert wird. Anscheinend wird das Internet von unseriösen Abzockern beherrscht, die grenzdebile Schnäppchenjäger anlocken und dann aufs Kreuz legen. Erst, wenn das bestellte Produkt zu Hause angekommen ist, merken die, dass es sich um B-Ware handelt oder wundern sich über die Kosten für die Lieferung.

Onlineshops als Abzocker

Das Bild, das der Werbeflyer hier zeichnet, ist maßlos übertrieben. Ich hatte noch nie Probleme mit unseriösen Anbietern beim Online-Kauf. Bei mir sind die bestellten Produkte immer pünktlich eingetroffen und waren qualitativ in Ordnung. Auch bin ich noch nie über versteckte Kosten gestolpert. Man muss sich halt den Shop vorher ein bisschen ansehen, dann merkt man schon, ob man es mit einem realen Geschäftspartner zu tun hat, der sich an die Spielregeln hält. So schwierig ist das nicht. Es ist zumindest einfacher, als bei Saturn und Media Markt einen Verkäufer zu finden. 

Mythos: Niedrige Preise durch hohe Stückzahlen

Schwierigkeiten hatte ich in der Vergangenheit dagegen eher mit den Angeboten bei Saturn und Media Markt. Zwei Schlüsselerlebnisse haben meine Wahrnehmung geprägt. Da war diese preisgünstige Bollywood-DVD mit Sha Rukh Khan für 11,99 Euro. Ich zögerte und kam am nächsten Tag wieder. Da kostete sie 19,99 Euro. Ein andermal kaufte ich bei einem kleinen Fachhändler um die Ecke eine Minianlage von Sharp für 119 Euro. Ein paar Tage später sah ich die gleiche Anlage bei Saturn: für 119 Euro. Da wurde also offensichtlich der Mythos der großen Einkaufsmacht, welche von jedem Produkt große Stückzahlen zu niedrigen Preisen bestellt und deshalb alles billig anbieten kann, genutzt, um beim Kunden die Vorstellung zu wecken, hier sei alles billig. Billig ist es aber eben nur, wenn der günstige Einkaufspreis an die Kunden weitergegeben wird.


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