Überraschend hohe Energie

Astrophysik: Gammastrahlen im Krebsnebel geben Rätsel auf

Ein Neutronenstern im Krebsnebel sorgt für Aufsehen in der Welt der Astrophysik. Die Gammastrahlen des Krebspulsars besitzen eine unerwartet hohe Energie. Bisherige physikalische Modelle können die hohen Energiewerte nicht erklären und müssen deshalb überdacht werden.

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Ein internationales Team von rund 100 Astrophysikern konnte die Strahlungen mit Hilfe der VERITAS-Teleskope am Whipple-Observatorium im US-Bundesstaat Arizona messen. Es stellte sich heraus, dass der Krebspulsar Gammastrahlen mit Energien von über 100 Milliarden Elektronenvolt (100 GeV) erzeugt. "Dies widerspricht fast allen astrophysikalischen Theorien, nach denen Krümmungsstrahlung für die gepulste Strahlung vom Krebspulsar verantwortlich ist", heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY).

Zehnmal höhere Energie als bisher für möglich gehalten

Physiker des Forschungszentrums DESY in Zeuthen waren an der Studie beteiligt, deren Ergebnisse im Fachmagazin Science heute, 7. Oktober, veröffentlicht wurden. "Nach jahrelangen Beobachtungen und Ergebnissen des Krebspulsars, glaubten wir, dass wir seine Funktionsweise verstehen würden und die Modelle sagen einen exponentiellen Abfall des Spektrums der Strahlung bei Energien über 10 Milliarden Volt voraus. Es war also eine echte Überraschung, als wir Gammastrahlen mit Energien von über 100 Milliarden Volt fanden", erklärt David Williams von der University of California, Santa Cruz, einer der Autoren des Artikels. Da bisherige Modelle keine Erklärung für die hohen Werte liefern, muss nach alternativen Erklärungen gesucht werden.

Bei einem Pulsar handelt es sich um einen schnell drehenden Neutronenstern, 30 Mal pro Sekunde dreht sich der Krebspulsar um die eigene Achse. Ihn umgibt ein starkes Magnetfeld, von dem elektromagnetische Strahlen ausgesendet werden. Die Strahlung wird in einem Strahl gebündelt abgegeben, der ähnlich dem eines Leuchtturms wandert. Der Krebspulsar und der ihn umgebende Nebel entstanden durch eine Supernova aus dem Jahr 1054.

Einstein wird getestet

Laut dem DESY können die Beobachtungen auch dazu dienen, Einsteins Spezielle Relativitätstheorie zu testen, laut der die Lichtgeschwindigkeit eine universelle Konstante ist. Bislang konnte die Allgemeine Relativiätstheorie von Einstein bestätigt werden, zuletzt mit unerreichter Genauigkeit. Vor kurzem sorgte dann allerdings eine Entdeckung am CERN für Verblüffung, da Forscher Teilchen entdeckten, die sich schneller als Licht bewegen sollen.

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