Streaming von Bild und Ton
Cyberlink SoftDMA im Test: Medien per DLNA im Heimnetzwerk verteilen
Apple versucht mit der neuen iCloud ein Problem zu lösen, das fast jeder Nutzer kennt: Auf dem PC liegt ein spannender Film, der auf dem Tablet oder Fernseher angesehen werden soll - nur an der passenden Lösung zur Übertragung scheitert es. Oftmals ist ein Heimserver die Lösung - und wenn dieser seine Inhalte noch per DNLA-Standard bereitstellt, kann jeder PC problemlos darauf zugreifen, zum Beispiel mit SoftDMA.

Inhaltsverzeichnis
- 1Systemanforderungen
- 2SoftDMA-Konfiguration
- 3Spielen durch Streaming
- 4Fazit
CyberLink SoftDMA ist ein Programm, mit dem sich Inhalte aus dem heimischen Netzwerk abspielen lassen, die über den DNLA-Standard bereitgestellt werden. Die Anwendung kommt nicht nur mit dem eigenen Media Server zurecht, sondern auch mit ähnlichen Lösungen dritter Hersteller. Netzwelt hat SoftDMA getestet.
Systemanforderungen
Im Gegensatz zu teuren Netzwerkfestplatten oder dem Windows Home Server arbeitet CyberLink SoftDMA nach dem DNLA-Standard, der ursprünglich von Sony und Intel entwickelt wurde. Er stellt eine problemlose Übertragung von Fotos, Musik und Filmen zwischen allen Geräten mit DNLA-Zertifizierung sicher, ohne die Nutzer bei der Wahl des Betriebssystems einzuschränken. CyberLink SoftDMA 2 ist eine der bekanntesten Client-Anwendungen überhaupt, die für einen relativ günstigen Preis von 39,99 Euro angeboten wird. Das Programm ist kompatibel zu den Betriebssystemen Windows XP (mit SP3) sowie Windows Vista und dem aktuellen Windows 7. Außerdem müssen die Benutzer sicherstellen, dass auf dem Zielsystem ausreichend Arbeitsspeicher (512 Megabyte, empfohlen ein Gigabyte) und ein schneller Prozessor vorhanden sind.

SoftDMA-Konfiguration
Außerdem sollte die Auflösung des PCs mindestens 1.024 mal 768 Pixel betragen, ohne eine Grafikkarte mit Unterstützung für DirectX 9.0 geht auch nichts. Für Nutzer, die SoftDMA vor dem Kauf erst testen möchten, bietet CyberLink eine Shareware an, die 30 Tage lang ohne Einschränkungen genutzt werden kann.
Ist der Kauf über die CyberLink-Website noch relativ problemlos, erwarten den Benutzer bei der Installation schon etwas mehr Hürden: Zunächst kann es Probleme geben, wenn er die "Medienunterstützung" von Windows in der Systemsteuerung deaktiviert hat - dann bricht die Installation mit einer dünnen Fehlermeldung ab, weil für SoftDMA unbedingt Windows Media 9 erforderlich ist. Sobald die Installation von SoftDMA beendet ist, kann das Programm zum ersten Mal gestartet werden. SoftDMA sucht automatisch nach Endgeräten im Netzwerk, die Inhalte per DNLA-Standard bereitstellen, wie es beispielsweise der CyberLink Media Server tut.
Spielen durch Streaming
Leider schlägt die automatische Suche gelegentlich fehl und SoftDMA bietet keine Möglichkeit, den Server etwa per IP-Adresse manuell einzurichten. Die meisten Erkennungsprobleme werden dadurch verursacht, dass die Firewall-Einstellungen des Client oder Server eine entsprechende Verbindung nicht zulassen. Ist ein Server gefunden, verbindet sich SoftDMA automatisch mit ihm und zeigt eine Übersicht der Medien an, die auf dem Endgerät abgespielt werden können. Die eigentliche Wiedergabe von Inhalten erfolgt mithilfe der Streaming-Technologie. Das bedeutet, dass ein Film schon beginnt, obwohl er noch geladen wird. Das Programm SoftDMA 2 kann zwar mit MPEG2 PS, MPEG2 TS, WMV und H.264 (MP4) umgehen, ein Video im QuickTime-Format ist aber nicht abspielbar. Auch einige Audio-Dateitypen werden nicht unterstützt.
Die Gestaltung der Oberfläche ist den Entwicklern bei CyberLink dagegen sehr gut gelungen: Die Software erinnert auf den ersten Blick an Front Row von Apple oder andere Mediencenter-Anwendungen, die ganz auf eine Steuerung mit der Fernbedienung oder Tastatur ausgelegt sind. Schön ist auch, dass die Hilfe direkt in die Anwendung integriert wurde, auch wenn die Dokumentation noch etwas ausführlicher sein könnte.

Fazit
CyberLink SoftDMA eine eine solide Anwendung, die im netzwelt-Test keinerlei Probleme machte - außer bei der Suche nach verfügbaren Servern. Solche Probleme lassen sich aber selbst von unerfahrenen Benutzern mit Leichtigkeit beheben, sodass in Anbetracht des günstigen Lizenzpreises nichts gegen SoftDMA spricht. Im Open-Source-Umfeld gibt es einige Alternativen, die aber oft keine DLNA-Zertifizierung besitzen.
