Nationale Pay-TV-Begrenzungen sind illegal
Fußball: Kneipen-Besitzerin besiegt britischen Fußballverband
Karen Murphy hat gewonnen. Die britische Gastwirtin wurde von der Football Association Premier League (FAPL) verklagt, weil sie einen Pay-TV-Sender aus dem Ausland bezog, um ihren Kneipen-Kunden die Spiele der englischen Premier League zeigen zu können. Der Europäische Gerichtshof gab der Pub-Besitzerin nun Recht - was nicht nur im Vereinigten Königreich Folgen haben könnte.

Die FAPL hatte sich vor dem Europäischen Gerichtshof auf ihr Recht zur Vermarktung der Fernsehausstrahlungsrechte berufen. Hierzu gehöre, dass die Sieger des Ausschreibungsverfahren das alleinige Recht für eine Live-Ausstrahlung in dem jeweiligen Gebiet hätten. Dies meint in der Regel die Grenzen eines Staates, wodurch Kunden nur das Angebot eines Anbieters innerhalb ihres Landes wahrnehmen können.
Rechtswidrige Exklusivität
Das Gericht entschied nun in seinem gestrigen Urteil, 4. Oktober, dass diese Exklusivität rechtswidrig sei und dass "nationale Rechtsvorschriften, die die Einfuhr, den Verkauf und die Verwendung ausländischer Decoderkarten untersagen, gegen den freien Dienstleistungsverkehr verstoßen" würden. Die Rechtfertigung der FAPL, dass die bisherige Regelung ihr geistiges Eigentum schütze und die Anwesenheit in den Fußballstadien fördere, ließen die Richter nicht gelten.
Karen Murphy kann nun nach einem langjährigen juristischen Streit aufatmen. Sie darf weiterhin ihren griechischen Decoder benutzen, der sie, wie die Welt berichtet, nur 800 Pfund im Jahr kostet - gegenüber 700 Pfund monatlich für den britischen Anbieter BSkyB. Das Problem der griechischen Kommentatoren löste sie laut der Zeitung dadurch, dass sie den Fernseher stumm und die Radioübertragung der BBC einschaltete. In der Theorie können sich nun auch deutsche Fußballbegeisterte einen Pay-TV-Sender aus dem Ausland holen, um die Spiele der Bundesliga zu verfolgen.
Inzwischen zeigen sich Fußballclubs in ganz Europa schockiert über das Urteil. Wie die Tageszeitung Die Welt berichtet, befürchten die Vereine durch den Wegfall der Exklusivität auch einen Rückgang der Einnahmen aus den Fernsehrechten für die einzelnen Mannschaften.

Exklusive rechte, kann nur von etwas kommen, was Quantität statt Qualität liefert, das geht auch für den apfel. Aber hier zählt meine persönliche Meinung und Einstellung.
Zuerst einmal ein großes Lob an Frau Murphy für ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen, und ein lautes "Pfui!" an Medien und Politiker, die nun nach Gesetzesänderungen rufen, damit die Fußballindustrie weiter dicke...