Zusammenarbeit mit Corel VideoStudio X4
Corel MotionStudio: 3D-Animation für Video-Enthusiasten
Corel MotionStudio 3D ist eine Software, mit deren Hilfe ein Video um ansprechende Effekte ergänzt werden kann. Das Programm richtet sich primär an private Anwender und ist auch ohne Erfahrung mit 3D-Animationen leicht bedienbar. Im netzwelt-Test muss MotionStudio zeigen, ob sich der Kauf lohnt.

Inhaltsverzeichnis
- 1Systemanforderungen
- 23D-Animation erstellen
- 3Formate und Sicherung
- 4Fazit
Es gibt zahlreiche Programme für die 3D-Animation im privaten Umfeld - und trotzdem bleibt dieser Bereich den meisten Endanwendern bis heute verborgen, da die Bedienung dieser Applikationen nicht immer leicht zu erlernen ist. Damit nicht nur professionelle Cutter ihre Videos um 3D-Effekte erweitern können, versucht Corel mit dem Produkt MotionStudio 3D endlich ein einfach bedienbares Werkzeug bereitzustellen.
Systemanforderungen
Corel MotionStudio 3D wurde erst Ende September vorgestellt. Das Programm ist also erst wenige Tage alt und daher wie gewohnt mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, da sich besonders in der ersten Version einer vollkommen neuen Anwendung gerne viele Fehler verstecken. Mit einem Preis von knapp 90 Euro geht Corel aber einen großen Schritt auf die Nutzer zu, wird doch die magische Hemmschwelle für Software-Ausgaben von 100 Euro nicht überschritten. Ferner ist Corel MotionStudio 3D relativ genügsam, was die Hardware-Anforderungen betrifft: Die offizielle Dokumentation empfiehlt einen Prozessor mit zwei Kernen, ein Gigabyte freien Arbeitsspeicher und eine möglichst schnelle Grafikkarte, nach Möglichkeit mit 256 Gigabyte virtuellem Speicher. Das Zielsystem kann neben Windows XP (inklusive Service Pack 3) auch Windows Vista oder Windows 7 ausführen.

3D-Animation erstellen
Nach der Installation belegt das Programm knapp 410 Megabyte auf der Festplatte und kann sofort gestartet werden. Sofern der Anwender die Testversion einsetzt, bietet Corel zunächst noch die Registrierung an, die auch übersprungen werden kann. Die Oberfläche von MotionStudio wirkt auf den ersten Blick fast schon abschreckend, da sie komplett in dunklen Tönen gehalten und die Aufteilung nicht sofort erkennbar ist. Dabei haben sich die Entwickler durchaus eine sinnvolle Gliederung überlegt: MotionStudio zeigt oben im Fenster drei Leisten für Menü, grundlegende Funktionen und Bearbeitungswerkzeuge an. Gleich links darunter befindet sich der Bereich, in dem die eigentlichen Dokumente bearbeitet werden. Rechts daneben wurden die Attributpalette und eine Trickkiste platziert, während das untere Drittel des Hauptfensters von der Zeitleiste ausgefüllt wird.
Objekte, die im Arbeitsbereich abgelegt werden, können über die diversen Achsen beliebig gedreht und in ihrer Ausrichtung verschoben werden. Die Umsetzung beliebig vieler Pfade ermöglicht es, auch komplexe Animationen mit Hunderten Objekten in dem Programm umzusetzen. Corel nimmt Einsteigern einen großen Teil der Arbeit ab, wenn sie 3D-Animationen mit Hilfe der Trickkiste erstellen: Sie bietet einige sehr schöne Vorlagen, um zum Beispiel Text um eine Weltkugel fließen zu lassen. Auch Stil, Ausrichtung, Rahmen und andere Dinge kann der Nutzer auf diesem Weg anpassen. In der Attributpalette werden Farbe, Oberfläche, Textur, Schräge und mehr auf die eigenen Anforderungen eingestellt, auf der Zeitleiste kann der Anwender derartige Anpassungen über die gesamte Laufzeit der Animation sehr einfach und intuitiv ändern.

Formate und Sicherung
Natürlich möchten Nutzer nicht jedes Objekt, das in Corel MotionStudio 3D animiert werden soll, neu in der Anwendung zeichnen. Daher haben die Entwickler eine Import-Funktion implementiert, die neben Grafiken im JPEG- und PNG-Format auch Vektorgrafiken einlesen kann. Diese haben den Vorteil, dass sie nicht an Schärfe verlieren und neu berechnet werden müssen, wenn sie animiert werden sollen. MotionStudio kann neben Windows Metafiles (.wmf) auch Dateien aus Adobe Illustrator einlesen, aber leider noch keine SVG-Grafiken, wie sie zum Beispiel LibreOffice Draw erzeugen kann.
Beim Export sind die Möglichkeiten schon deutlich größer: Corel MotionStudio kann eine 3D-Animation als Video (MPEG-2/4, MOV, WMV) speichern, für die Bereitstellung einer Datei im Web eignet sich das Flash-Format bestens. Äußerst lobenswert ist die Möglichkeit, animierte Objekte direkt in das Schwesterprogramm VideoStudio X4 zu exportieren und sie dort in einem Filmprojekt zu verwenden - zum Beispiel für Übergänge oder den Titel eines Kapitels.
Fazit
Corel MotionStudio 3D ist eine solide Lösung, wenn Objekte am Rechner animiert werden sollen. Für einen Preis von knapp 90 Euro erhält der Anwender eine Applikation, die viele praktische Funktionen besitzt und mit zahlreichen Vorlagen auch Einsteigern schnelle Erfolgserlebnisse ermöglicht. Einzig die Farbgebung des Programms sollten die Entwickler noch einmal überdenken, da sie nicht jedem Nutzer gefallen wird.
