Hersteller will Abhilfe schaffen
Sicherheitslücke bei HTC: Nachrichten und Standortdaten frei zugänglich
HTC hat eine kritische Sicherheitslücke in der Software seiner Android-Smartphones bestätigt. Angreifer erhalten dadurch Zugriff auf persönliche Daten der Smartphone-Nutzer, etwa auf SMS-Nachrichten und den aktuellen Standort. Ein Patch soll nun Abhilfe schaffen.
Für die Sicherheitslücke ist keine Schwachstelle in Googles Android-Betriebssystem verantwortlich, sondern ein Zusatzprogramm der HTC-eigenen Nutzeroberfläche Sense. Das HTCLoggers genannte Programm sammelt zahlreiche Nutzerdaten, etwa GPS-Standortdaten, Telefonnummern und in verschlüsselter Form auch SMS-Nachrichten des Nutzers. Was HTC mit dem Programm bezweckt, ist unklar, vermutlich handelt es sich bei HTCLoggers um ein Fehleranalyseprogramm. Das Problem: HTC hat den Zugriff auf die App nicht geschützt, so dass jedes Programm, das über eine Internet-Erlaubnis durch den Nutzer verfügt, sich mit HTCLoggers verbinden und zahlreiche Nutzerdaten abgreifen kann.
Ausmaß noch unbekannt
Entdeckt wurde die Lücke vom Sicherheitsforscher Trevor Eckhard. Welche HTC-Smartphones genau betroffen sind, ist noch unklar. Eckhard konnte die Lücke unter anderem auf dem HTC Evo 3D nachweisen. Vermutlich sind alle Android-Smartphones mit einer neueren Version der HTC-Nutzeroberfläche Sense betroffen. Nutzer, die eine alternative Android-Version wie etwa das Cyanmod installiert haben, haben dagegen nichts zu befürchten. Auch Nutzer von HTC-Smartphones mit Microsofts Handy-OS Windows Phone 7 dürften von der Sicherheitslücke ausgenommen sein, es sei denn HTC hat hier ein ähnliches Tool wie HTCLogger auf den Geräten installiert.
Inzwischen hat HTC die Sicherheitslücke in einem Statement eingeräumt. Der Hersteller verspricht, diese so schnell wie möglich durch ein Sicherheits-Update zu schließen. In der Zwischenzeit sollten Nutzer keine Apps aus unbekannten Quellen oder von unbekannten Entwicklern installieren.


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