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Ein Bold für alle Fälle: RIM BlackBerry Bold 9900 im Test
Schick und Leistungsstark

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Modernes Bedienkonzept und moderne Hardware - mit dem BlackBerry Bold 9900 will Research in Motion zurück in die Erfolgsspur. Der bislang leistungsstärkste BlackBerry enttäuscht im netzwelt-Test nicht.

Wer ein leistungsstarkes Tastatur-Handy mit rundum guter Verabeitung sucht, sollte im Handy-Laden seiner Wahl nicht nur bei Nokia oder der Android-Konkurrenz schauen, sondern auch mal wieder seinen Blick Richtung BlackBerry-Regal richten. Denn mit dem Bold 9900 liefert Hersteller Research in Motion (RIM) den besten BlackBerry aller Zeiten ab.

"It may have delayed us, but we are going to come out ahead", sagte RIM-Chef Mike Lazaridis zuletzt, angesprochen auf das neue BlackBerry OS 7 und die zugehörige Gerätegeneration auf einem Investoren-Treffen. Zu deutsch: "Es hat gedauert, aber wir holen auf". Starke Worte, die zumindest für den BlackBerry Bold 9900 im netzwelt-Test zutreffen. Das Gerät besticht mit einer hochwertigen Verarbeitung, seiner Schnelligkeit und seinem Bedienkomfort. Mängel zeigen sich aber noch in der Software.

Flaches Schmuckstück

Die Verarbeitungsqualität spielt eine zunehmende Rolle im wachsenden Smartphone-Markt und gerade im geschäftlichen Bereich - schließlich soll der Nutzer den Taschen-Computer auch ohne Schamgefühle einmal auf den Tisch legen können. Das ist beim BlackBerry Bold 9900 möglich, es gibt keinen Grund, das Gerät vor den Augen von Freunden und Bekannten zu verstecken.

Auch wenn das Gehäuse weitestgehend aus Kunststoff besteht, macht es eine gute Figur. Anders als frühere Bold-Modelle macht der Bold 9900 seinen Namen auch nicht alle Ehre. Statt 14 Millimetern ist der neue Bold nur noch 10,5 Millimeter dick, dafür aber mit 130 Gramm ein wenig schwerer als die Vorgänger. Research in Motion legt dem Handy zudem eine Tasche bei, die den Bold 9900 beim Transport vor Schmutz und Kratzern bewahrt. Praktisch: Die Tasche aktiviert beim Einschieben des Handys automatisch die Display-Sperre.

BlackBerry Bold 9900

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Der BlackBerry Bold 9900 ist designtechnisch ein echtes Schmuckstück.

Touch & Type-Bedienung

Gut funktioniert auch das neue Bedienkonzept Touch & Type. Zwar müssen sich vor allem Ein- und Umsteiger an die leicht angeschrägte BlackBerry-Tastatur gewöhnen, danach geht das Tippen aber schnell und leicht von der Hand. Ein Wermutstropfen: RIM verbaut keine Punkt-Taste. Der Nutzer kann den Punkt aber über Alt + M einfügen. Da das beim Schreiben aber ausbremst, fügt der Bold 9900 bei Nachrichten automatisch einen Punkt ein, wenn der Nutzer zwei Leerzeichen hintereinander setzt, bei Internet-Adressen wird ein Punkt bereits beim ersten Drücken der Leertaste eingefügt.

Das Trackpad reagiert dagegen gut wie eh und je und eignet sich auch für präzises Scrollen oder Navigieren in Texten. Auch der Touchscreen hinterließ im netzwelt-Test einen guten Eindruck und reagierte schnell und zuverlässig auf Nutzereingaben, kein Vergleich zu RIMs ersten Touchscreen- Gehversuchen mit dem BlackBerry Storm.

Schnell beim Starten und Surfen

Unter der Haube des Bold 9900 werkelt ein leistungsstarker 1,2-Gigahertz-Prozessor. Gegenüber dem Vorgänger Bold 9780 hat RIM die Taktfrequenz nahezu verdoppelt. Diese Rechenpower macht sich beim BlackBerry Bold 9900 bereits beim Start bemerkbar: Schaltet der Nutzer das Handy über das BlackBerry OS ab, braucht der Bold 9900 nur knapp sechs Sekunden, bis er wieder mit Netzempfang für alle Tätigkeiten bereit ist. Hierbei handelt es sich um eine Art "Warmstart", komplette Initialstarts des Gerätes dauern zwar länger, kommen in der Praxis aber nur vor, wenn grundlegende Updates eingespielt werden.

Auch beim Surfen ist der BlackBerry Bold 9900 äußerst flink. Im Browsermark-Benchmark erreichte er fast 54.000 Punkte. Die Dual-Core-Handys Samsung Galaxy S2 und LG Optimus Speed erreichten hier nur rund 42.000 Punkte, Apples iPhone 4 gar nur 35.000 Punkte. Auch im Sunspider-Benchmark hängt der Bold 9900 die Konkurrenz ab: Er benötigte für den Test nur 2.710,5 Millisekunden, das Samsung Galaxy S2 braucht 3.399,4 Millisekunden und Apples iPhone 4 4.347,1 Millisekunden.

Der Browser ist unheimlich schnell, im Test hatte der Bold 9900 aber Probleme mit dem WLAN.

Probleme mit dem WLAN

Einen dicken Minuspunkt gab es bei den Ausflügen ins Web mit dem Bold 9900 aber dann doch: Das Test-Gerät hatte öfters Probleme beim Surfen, wenn es in einem WLAN eingewählt ist. Trotz bestehender Verbindung kann dann keine Seite aufgerufen werden, vermutlich handelt es sich hier um ein DNS-Problem.

Erst nach einem Neustart lässt sich der Bold 9900 wieder zum Surfen nutzen. Bei Verbindungen über das Mobilfunknetz traten diese Probleme nicht auf. Es besteht daher Hoffnung, dass RIM den Fehler via Software-Update kurzfristig beseitigt. Zum Testzeitpunkt stand aber noch keine Firmware-Aktualisierung bereit.

Sprachqualität und Akku-Leistung

Ausgezeichnet ist beim Bold 9900, wie von Research in Motion gewohnt, die Sprachqualität. Die Gesprächspartner waren stets klar und deutlich zu verstehen, auch in lauten Umgebungen. Das gilt sowohl für den normalen Telefonbetrieb als auch für das Telefonieren über Lautsprecher. Die Gesprächspartner bemerkten zumeist gar nicht den Unterschied zwischen beiden Modi.

Die maximale Gesprächszeit gibt RIM mit bis zu sechs Stunden an, Musik hören soll mit dem Bold 9900 sogar bis zu 50 Stunden möglich sein. Mit einer Akkuladung kam netzwelt im Test durchschnittlich bis zu drei Tage aus - und musste dazu weder das WLAN deaktivieren, noch die Display-Helligkeit herunter regeln.

HD-Videos und Musik-Taste

In Sachen Multimedia bietet der BlackBerry Bold 9900 eine 5-Megapixel-Kamera, die im netzwelt-Test aber nicht begeisterte, sondern sich eher im Mittelfeld der Handy-Kameras einreiht. Immerhin bietet RIM nun aber auch die Möglichkeit, mit der Kamera Videos in HD aufzuzeichnen.

Dem Musikplayer fehlt dagegen nur ein Sleeptimer, ansonsten taugt das BlackBerry Bold 9900 mit seinem klaren Klang als Ersatz für den MP3-Player, wobei es dem externen Lautsprecher ein wenig an Kraft fehlt. Schön: Der Nutzer kann die Musikwiedergabe über eine physikalische Taste an der Seite des Gerätes starten oder pausieren.

BlackBerry OS 7

Auch softwareseitig nähert sich Research in Motion mit dem BlackBerry Bold 9900 der Konkurrenz an. Das BlackBerry OS 7 bietet konfigurierbare Startbildschirme oder schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen über eine Android-ähnliche Benachrichtigungsleiste.

Ähnlich wie bei Nokias Symbian beschränkt sich die intuitive Bedienung aber nur auf die oberen Menüebenen. Dringt der Nutzer etwas tiefer ins System ein, muss er Funktionen oder Einstellungen oftmals länger suchen, das zeigt sich beispielsweise bei Telefonfunktionen wie den verpassten Anrufen. Das für das neue OS versprochene bessere Nutzererlebnis löst RIM also nur bedingt ein.

Preis

Der BlackBerry Bold 9900 kostet aktuell online zwischen 500 und 550 Euro inklusive Versandkosten. Der Netzbetreiber Vodafone bietet den Bold 9900 subventioniert ab rund 60 Euro zuzüglich einer monatlichen Pauschale von 10 Euro an.

Fazit: Der beste Blackberry aller Zeiten

Mit dem BlackBerry Bold 9900 liefert Research in Motion den besten BlackBerry aller Zeiten ab. Das Gerät dürfte nicht nur für Manager interessant sein, denen iPhone und Galaxy S2 für den Einsatz im Unternehmen zu unsicher sind, sondern auch für Privatnutzer, die nicht auf eine gute Handy-Tastatur verzichten wollen, aber dennoch nach einem kompakten, schicken und leistungsstarken Smartphone suchen. Ein Bold für alle Fälle eben. Softwareseitig bessert RIM aber hoffentlich beim BlackBerry OS 7 an einigen Stellen noch nach. Eine Alternative zum BlackBerry Bold 9900 ist das Nokia E6.

Kommentare zu diesem Artikel

Modernes Bedienkonzept und moderne Hardware - mit dem BlackBerry Bold 9900 will Research in Motion zurück in die Erfolgsspur. Der bislang leistungsstärkste BlackBerry enttäuscht im netzwelt-Test nicht.

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  • Patrick G. schrieb Uhr
    AW: Ein Bold für alle Fälle: RIM BlackBerry Bold 9900 im Test

    In den Optionen ist ein Sleep Timer verfügbar. Einfach im Musikmenü die BB Taste drücken und unter den Optionen die Zeit auswählen. Das Betriebssystem ist wesentlich einfacher zu bedienen, da man eigentlich alles per direktsuche eingeben soll - so muss man das Menü gar nicht mehr nutzen - und so nutze ich es auch und so ist es zigfach schneller als alles andere - ich gebe "hallo" ein, egal von wo und habe die Auswahl dessen wo das Wort "Hallo" drin vorkommt. Gebe ich Batterie ein wird mir nur das Optionsmenü für Batterie und GeräteInfo gezeigt. Leichter gehts nicht - da es aus jedem System Menü bedienbar ist.
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Ein Bold für alle Fälle: RIM BlackBerry Bold 9900 im Test

    @Timo: Danke für den Hinweis. Habe den Hinweis noch in den Testbericht aufgenommen.

    Grüße aus der Redaktion.
  • Timo schrieb Uhr
    AW: Ein Bold für alle Fälle: RIM BlackBerry Bold 9900 im Test

    Kurze Info zur Touch & Type-Bedienung: Der Punkt wird automatisch durch drücken der Leertaste gesetzt, man muss also nich umständlich Alt + M drücken.

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Ein Bold für alle Fälle: RIM BlackBerry Bold 9900 im Test
Ein Bold für alle Fälle: RIM BlackBerry Bold 9900 im Test
Mit dem Bold 9900 stellt sich der bis dato leistungsstärkste BlackBerry dem netzwelt-Test - und enttäuscht nicht.
http://www.netzwelt.de/news/88743-bold-faelle-rim-blackberry-bold-9900-test.html
2011-10-03 11:02:26
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Ein Bold für alle Fälle: RIM BlackBerry Bold 9900 im Test