Auch für die Anmeldung bei Facebook nutzbar
YouCam im Test: Effektvolles Webcam-Tool
Apple liefert seit jeher zusammen mit Mac OS X das Programm Photo Booth aus. Mit diesem können Nutzer Bilder und Filme über die iSight- beziehungsweise FaceTime-Kamera des Mac erstellen und diese mit Hilfe von Effekten verfremden. Wer ein gleichwertiges Programm für Windows sucht, liegt bei YouCam von CyberLink richtig.

Inhaltsverzeichnis
- 1Versionsvergleich
- 2Kamera und Treiber
- 3Effekte und Filter
- 4Videoaufnahme
- 5Fazit
Versionsvergleich
Die Anwendung des Taiwanesischen Software-Herstellers CyberLink ist gleich in vier Varianten erhältlich: Die günstigste nennt sich YouCam 5 Standard und kostet 34,99 Euro, sie genügt für die meisten Anwender. Die Deluxe-Version (regulärer Preis 44,99 Euro, derzeit reduziert) ergänzt YouCam 5 um die Fähigkeit, zwei Kameras gleichzeitig anzusprechen, Videopräsentationen zu erstellen und den Bildschirm automatisch beim Verlassen des Arbeitsplatzes zu sperren. Für Nutzer, die nicht ganz so viel Geld ausgeben möchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder greifen sie zur kostenlosen Testversion, die allerdings nach einem Monat nicht mehr eingesetzt werden kann - oder sie kaufen YouCam 4. CyberLink bietet den Vorgänger für einen stark reduzierten Lizenzpreis (24,99 Euro) an.
Kamera und Treiber
Die Systemanforderungen des Programms sind relativ gering: Schon 512 Megabyte Arbeitsspeicher und ein Pentium- oder Athlon-Prozessor genügen, um YouCam auszuführen. Als Betriebssystem werden Windows 7, der Vorgänger Vista und XP (SP2) unterstützt, auf denen die neueste DirectX-Version vorhanden sein sollte (mindestens DirectX 9.0). Bei der Auswahl der eingesetzten Kamera ist der Nutzer flexibel: Er kann jedes Gerät nutzen, für das es einen ordentlichen Treiber gibt. Im netzwelt-Kurztest waren Logitech-Modelle ebenso problemlos nutzbar wie eine FaceTime-Kamera, die in einer virtuellen Maschine aktiviert wurde.

Effekte und Filter
CyberLink YouCam begrüßt den Nutzer nach der Installation mit einem zweigeteilten Hauptfenster: Links ist das aktuelle Bild der Webcam zu sehen. So kann der Nutzer sofort beurteilen, ob die Anbindung der Kamera an das Programm funktioniert - im Normalfall schaltet sich die Webcam automatisch nach dem Start ein. Alle aufgenommenen Bilder und Filme legt YouCam in einem Filmstreifen unterhalb der Kamera-Ansicht ab, wie es auch in Apples Photo Booth der Fall ist. Die rechte Spalte des Hauptfensters ist für Effekte, Präsentation und Dienstprogramme reserviert und lässt sich auf Wunsch schließen, um nur die Kamera zu sehen.
Alle verfügbaren Effekte wurden in die Kategorien Szenen, Rahmen, Filter und Partikel, Zubehör, Avatare, Emotionen, Verzerrungen und erweiterte Realität untergliedert, sodass der Nutzer zumindest ein wenig die Übersicht behalten kann. Der größte Teil der Effekte ist mit anderen Webcam-Programmen identisch, eine kleine Zahl ermöglicht aber wirklich ansprechende Bilder: So kann sich der Anwender beispielsweise in einem Theater auf die Leinwand projizieren lassen oder in einem Polaroid-Foto auftauchen. Auf Wunsch ist es möglich, in YouCam ein Webcam-Bild mit einer Zeichnung zu kombinieren: Mit Hilfe der Buntstifte lassen sich Striche direkt in der Vorschaugrafik malen, die dann beim Auslösen in der neuen Datei festgehalten werden.
Videoaufnahme
Neben dem Unterhaltungssegment möchten die Entwickler mit YouCam offenbar auch professionelle Nutzer ansprechen: Sie können das Programm dazu einsetzen, um ein Video von ihrem Bildschirm zu drehen. Das ist immer dann sinnvoll, wenn ein bestimmtes Programm erklärt werden soll, auf das dritte Personen keinen direkten Zugriff haben. Noch hilfreicher ist die Funktion, um die Folien einer PowerPoint-Präsentation durch ein Video zu ergänzen: So lässt sich etwa ein Referat am Computer aufzeichnen und dann an anderer Stelle beliebig oft abspielen, ohne das es Veränderungen gibt. Die Dual-Video-Funktion der Anwendung ist, wie es der Name schon sagt, für die gleichzeitige Aufnahme von Filmmaterial zweier Kameras vorgesehen.
Auf Wunsch lassen sich Videos aus YouCam direkt auf Facebook oder YouTube hochladen. Apropos: Diese beiden Dienste werden auch für die sogenannte Gesichtsanmeldung unterstützt. Mit Hilfe von YouCam kann der Nutzer sein Gesicht einsetzen, um sich bei den wichtigsten Web 2.0-Diensten anzumelden. Damit ist er bestens vor fremden Zugriffen auf sein Profil geschützt, da kein Kennwort verloren gehen kann. Auch die automatische Sperre des PCs, wenn der Nutzer nicht vor der Kamera sitzt, kann YouCam veranlassen.
Fazit
CyberLink YouCam ist ein Programm, mit dem sich lustige Webcam-Fotos und -Videos aufnehmen lassen. Erst durch die Präsentationsfunktionen und die mitgelieferten Dienstprogramme rechtfertigt sich aber der Lizenzpreis, da diese nicht von Freeware-Alternativen angeboten werden. Besonders an die Anmeldung per Gesicht bei Facebook und Co. gewöhnt man sich sehr schnell.

die biometriedaten werden doch wohl nicht bei facebook gespeichert? wozu auch??
Wie dumm muß man sein, um seine Biometriedaten durch Gesichtserkennung bei Facebook zu verschenken...Irgendwann kann man sich auch mit seiner Blutprobe anmelden.