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Bildrechte missachtet: Urheberrechts-Kämpfer Kauder unter Druck CDU-Politiker räumt Fehler ein

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CDU-Politiker Siegfried Kauder würde Urheberrechtsverstöße im Internet gerne mit temporären Sperren ahnden. Nun haben Blogger nachgewiesen, dass es Kauder auf seiner Homepage selbst mit dem Urheberrecht offenbar nicht so ernst nimmt.

Der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestages Siegfried Kauder (CDU) will Urheberrechtsverstöße von Internet-Nutzern künftig mit Sperrungen des Internetzuganges bestrafen. Nun haben Blogger Kauder selbst Urheberrechtsverstöße auf seiner Homepage nachgewiesen.

Die Webseite von Siegfried Kauder: Links ist die Unterseite Wahlkreis mit den offenbar missbräuchlich genutzten Fotos zu sehen, rechts die inzwischen bereinigte Seite.

Aufgebracht hat die Vorwürfe erstmals der Google+-Nutzer Leonhard Zech, der große Ähnlichkeiten zwischen zwei Fotos auf Kauders Homepage und Bildern aus dem Fotodienst Panoramio feststellte. Der Blog Piratig.de ging in Person von Alexander Double den Vorwürfen nach und forderte Kauder in einem offenen Brief auf der Dialogplattform Abgeordnetenwatch zu einer Stellungnahme auf. Diese blieb bislang aus. Mittlerweile hat Kauder die entsprechenden Bilder aber von der Homepage entfernt, beziehungsweise entfernen lassen.

Kauder räumt Urheberrechtsverletzung ein

Gegenüber dem Nachrichtenportal Spiegel Online räumte er die Vorwürfe ein, nutzte aber zugleich die Möglichkeit, erneut für sein Verwarnmodell zu werben: "Ich bin denen dankbar, die mir Gelegenheit gegeben haben zu zeigen, dass das Warnmodell funktionieren kann. Ich wurde auf die Verwendung von zwei Lichtbildern auf meiner Homepage aufmerksam gemacht, die urheberrechtlich geschützt sind", sagte er in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber Spiegel Online. "Die Fotos sind entfernt. Also: Das Warnmodell funktioniert", heißt es in der Stellungnahme weiter.

Kauder hatte zuletzt vor Vertretern der Musikindustrie angekündigt, dass er im Bundestag einen Gesetzesentwurf für ein Verwarnmodell, wie es in anderen europäischen Ländern etwa Frankreich bereits bei Urheberrechtsverstößen praktiziert wird, einbringen will. Netz-Aktivisten hatten Kauder dafür scharf kritisiert.

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3 Kommentare

  • Vanderelbe schrieb Uhr
    AW: Bildrechte missachtet: Urheberrechts-Kämpfer Kauder unter Druck

    Ich versuche auf meiner Webseite http://www.vanderelbe.de immer auf die Bildrechter der genutzten Bilder genau zu achten. Jedoch ist dies auch nicht immer zu 100% möglich. Daher finde ich eine Verwarn-Politik genau richtig. Bei entsprechenden Wiederholtätern muss man sich natürlich noch mehr überlegen.
  • R.Henze schrieb Uhr
    AW: Bildrechte missachtet: Urheberrechts-Kämpfer Kauder unter Druck

    Gesetyentworf sollte kommen, da einige schwarze Schafe einfache Bilder(einfache Pixel) nur ins Netz stellen um hinterher Copyright Rechte teuer einzuklagen zu koennen. Dafuer gibt es viele Pixel Beispiele
  • BRK_bewild schrieb Uhr
    AW: Bildrechte missachtet: Urheberrechts-Kämpfer Kauder unter Druck

    Das Warnmodell funktioniert? Das macht er an der Sache fest? Ist ihm klar, dass er bei seinem Warnmodell bei der nächsten Kleinigkeit von der digitalen Aussenwelt abgeschnitten wäre? Das Prinzip "Bescheid sagen und zwei Tage warten, dann wirds entfernt" hat hier funktioniert. Das würde wahrscheinlich auch in 80 % der anderen bundesdeutschen Fälle funktionieren. Nur würde die Content-Mafia dann nichts davon haben. Da ist der Knackpunkt.

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Jan Kluczniok
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