Auch Bada vor dem Aus?
Aus MeeGo wird Tizen: Neues Betriebssystem von Intel und Samsung
Das von Intel und Nokia entwickelte Betriebssystem MeeGo wird nicht mehr weiterentwickelt. Stattdessen geht das System in das Projekt Tizen auf. Tizen ist wie MeeGo ein Open-Source-Betriebssystem auf Linux-Basis, das derzeit unter der Federführung der Linux Foundation in Kooperation mit Samsung und Intel entwickelt wird. Eine erste Version und ein Entwicklerkit sind für das Frühjahr 2012 geplant.
Wie MeeGo soll Tizen auf verschiedenen Geräten zum Einsatz kommen: Die Linux Foundation nennt hier neben Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks beispielsweise auch Smart-TVs und Auto-Infotainmentsysteme. Tizen soll überwiegend auf HTML 5 und anderen Web-Standards basieren. Der gesamte Quellcode, vom Systemkern bis zur Nutzeroberfläche, soll für Entwicker frei zugänglich sein.
Auch Bada vor dem Aus?
Das MeeGo-Betriebssystem hatten Intel und Nokia in Kooperation entwickelt und erstmals auf dem Mobile World Congress 2010 in Barcelona vorgestellt. MeeGo sollte das veraltete Symbian-Betriebssystem auf Nokias Smartphones ersetzen. Im Februar 2011 entschied dann aber Nokias neuer Chef Steven Elop, künftig auf Microsofts Windows Phone zu setzen. Symbian und MeeGo spielen seitdem in Nokias Planung nur noch eine untergeordnete Rolle. Nokias erstes MeeGo-Handy N9 wird beispielsweise gar nicht in Deutschland erscheinen.
Neben MeeGo könnte auch Samsungs hauseigenes Betriebssystem Bada vor dem Aus stehen. Wie der Blog Sammyhub berichtet, hat Samsung erst kürzlich HTML 5-Unterstützung in das Bada 2.0-Entwicklerkit eingebaut. Auch Bada könnte demnach in Tizen aufgehen, zumal Samsung laut Informationen des Wall Street Journals plant, das System ab 2012 als Open-Source-Projekt weiterzuführen. Das Samsung Wave 3 könnte damit das letzte Bada-Handy des Herstellers sein, ein mögliches Wave 4 könnte bereits mit Tizen laufen.


Acht Monate nach Beginn ihrer Partnerschaft stellten Nokia und Intel auf dem Mobile World Congress in Barcelona ihr Gemeinschaftsprojekt MeeGo vor. Das mobile Betriebssystem soll als offene Plattform für die optimale Nutzung verschiedener Geräte dienen.
Der Chiphersteller AMD will sich an der Entwicklung des von Intel und Nokia ins Leben gerufenen Betriebssystem MeeGo beteiligen.
Nokia arbeitet Medienberichten zufolge bereits an vier WP7-Handys. Zudem plant der Hersteller einen neuen Tablet-Computer. Hier ist die Entscheidung über das Betriebssystem trotz der Kooperation mit Microsoft aber noch nicht gefallen.
Intel erhält bei der Entwicklung von MeeGo weitere Unterstützung. Unter anderem beteiligen sich LG und ZTE aktuell an MeeGo-Arbeitsgruppen. Zumindest LG schloss aber einen Einsatz des Systems auf Handys des Herstellers zunächst aus.
Ehemalige Nokia-Mitarbeiter setzen im Start-up Jolla die Arbeit am Betriebssystem MeeGo fort. Erstmals zeigen sie nun ihr auf MeeGo-basierendes Sailfish OS und werben vor allem mit den Multitasking-Fähigkeiten des Systems.
Samsung möchte unabhängiger von Android werden, 2013 will der Hersteller daher gleich mehrere Handys mit dem neuen Betriebssystem Tizen veröffentlichen.
Mit Ubuntu als Betriebssystem für Smartphones betritt ein neuer Teilnehmer den Ring und versucht, die Gunst der Nutzer zu gewinnen. Doch ist ein weiteres System notwendig oder doch zu viel des Guten?




