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HTC Flyer im Test: Nie wieder Bleistift und Papier
Aktenordner für die Jackentasche

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Der HTC Flyer ist nicht ein weiteres Android-Tablet, sondern beweist dank der innovativen Stylus-Bedienung, das sich mit Tablet-PCs durchaus arbeiten lässt. Nutzer können sich durch das Gerät einen ganzen Berg an Altpapier sparen.

Tablet-PCs eignen sich nur zur Unterhaltung und nicht zum Arbeiten? Mitnichten - HTC tritt mit dem Flyer den Gegenbeweis an. Das 7-Zoll-Tablet samt Stylus erspart Schülern, Studenten und Berufstätigen das Sammeln und Tragen von Papierbergen - auch wenn die Bedienung noch schwächelt.

Kritzeln, Malen, Schreiben und in Texten unterstreichen - das geht nun auch ganz ohne Papier. Denn mit dem HTC Flyer liefert HTC einen Tablet-PC im klassischen Sinne samt Stylus aus. Mit diesem kann der Nutzer das Tablet aber nicht bedienen, sondern es nur in ein Schreibbrett verwandeln. In einer speziellen Notiz-App kann er dann handschriftliche Notizen und Skizzen anlegen und diese zugleich mit Tonaufnahmen oder Bildern kombinieren. Berührt er eine spezielle Sensortaste unter dem Display mit dem Stylus lassen sich auch Stiftart, Strichstärke und weitere Faktoren anpassen.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Der Clou: Die "Kritzel"-Funktion beschränkt HTC nicht nur auf die Notiz-App, Nutzer können sich nahezu zu jeder Zeit mit dem Stift auf dem Tablet austoben, egal ob sie gerade Angry Birds spielen oder im Internet surfen. Berührt der Nutzer mit dem Stylus das Display, wird ein Screenshot vom aktuellen Bildschirminhalt angelegt, diesen kann der Nutzer dann mit seinen Anmerkungen versehen und speichern, drucken oder versenden. Beendet er die Stifteingabe, fährt die App an der pausierten Stelle fort. Lediglich in wenigen Momenten, etwa in der Kamera-App, ist es nicht möglich zu kritzeln.

Die von HTC entwickelte, Scribe genannte Technik ermöglicht dem Nutzer vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Beispielsweise kann er in der Uni oder auf Veranstaltungen einer Präsentation lauschen und sich zugleich Notizen machen, wenn er die Präsentations-Folien beispielsweise als PowerPoint- oder PDF-Datei auf dem Tablet gespeichert hat. Zwar kommt das Schreibgefühl dem Schreiben auf Papier noch nicht wirklich nahe, mit ein bißchen Übung lässt sich aber doch schon recht ansehnlich auf dem Tablet-PC schreiben.

Kluges Bedienkonzept

Damit es zu keiner Fehlinterpretation von Nutzereingaben kommt, nimmt HTC eine strikte Eingabentrennung vor: Stifteingaben aktivieren stets die Scribe-Technik, Fingereingaben werden dagegen wie bei anderen Tablet-PCs als Bedienbefehle interpretiert. Selbst in der Notiz-App kann der Nutzer mit dem Finger nicht "Kritzeln" und auch die Stylus-Sensortaste unter dem Display reagiert nicht auf Berürhung mit dem Finger, sondern nur auf den Stylus.

Auch an anderen Stellen zeigt HTC gute Ideen in Sachen Bedienkonzept. So besitzt der HTC Flyer jeweils Sensortasten neben und unter dem Display, diese werden aktiviert abhängig davon, ob der Nutzer das Tablet im Hoch- oder Querformat hält. Leider passt aber auch HTC wie andere Tablet-Hersteller nicht die Belegung der Lautstärkeregler an die Bildschirmausrichtung an.

Eine Schwäche offenbart das Bedienkonzept aber dann doch: Am Tablet-PC selbst gibt es anders als beim Samsung Galaxy Note keine Befestigungsmöglichkeit für den Stylus direkt am Tablet-PC. Dafür legt HTC aber eine Schutzhülle mit Stifthalterung bei. Im Querformat berührt der Nutzer zudem leicht unabsichtlich den Ein- und Ausschalter.

Unfreiwilliger Blick auf die Platine

Eine weitere Schwäche zeigt sich ganz HTC-untypisch in der Verarbeitung: Zwar macht das Metallgehäuse wie auch bei den HTC Smartphones einen robusten und edlen Eindruck, allerdings zieren zwei Plastikverschlusskappen das obere und untere Ende des Tablets. Beide lassen sich mit leichtem Druck lösen.

HTC Flyer

Bild 1 von 11
Das HTC Flyer ist 7 Zoll groß.

Gedacht ist dies aber nur bei der oberen Kappe, unter der der Speicherkarten- und der SIM-Karten-Slot versteckt sind. Beim Ablösen der unteren Kappe erhascht der Nutzer dagegen unfreiwillig einen Blick in das Innenleben des Flyers. Ob dies nur bei unserem Testgerät der Fall ist oder ob sich die Verschlussklappe auch bei der Verkaufsversion so leicht lösen lässt, bleibt abzuwarten.

Äußerst portabel

Dank des handlichen 7-Zoll-Formats und des geringen Gewichts von knapp 400 Gramm ist das HTC Flyer gut für den mobilen Einsatz vorbereitet. Im Test ließ sich das Tablet ohne Schutzhülle problemlos in der Jackett- oder Gesäßtasche verstauen und transportieren.

Der Akku lieferte im netzwelt-Test eine ordentliche Leistung ab: Laut Hersteller soll das HTC Flyer bis zu acht Stunden Videowiedergabe ermöglich, das Surfen im Internet soll bis zu 6,5 Stunden ohne Stromzufuhr möglich sein. Das ist gut, an die Laufzeiten eines Apple iPad 2 reicht das HTC Flyer damit allerdings nicht heran.

Smartphone-Android mit Tablet-Sense

Als Betriebssystem kommt auf dem HTC Flyer zwar Googles Android zum Einsatz, allerdings in der Smartphone-Version 2.3. Ein Update auf Android 3.0 hat HTC zwar in Aussicht gestellt, ob und wann es dieses geben wird, ist aber noch unbekannt. Zum Testzeitpunkt war lediglich eine Aktualisierung auf Android 2.3.4 für den HTC Flyer erhältlich.

HTC hat das System aber mit einer speziellen Version der Nutzeroberfläche Sense auf die Nutzung für Tablets optimiert. Mit dieser lässt sich das Tablet schnell und einfach bedienen. Im Vergleich zu Googles Honeycomb fehlen dem Nutzer aber beispielsweise spezielle Honeycomb Apps wie Google Body oder die 3D YouTube-Bibliothek. Anders als das das Samsung Galaxy Tab bietet das HTC Flyer zudem trotz Smartphone-Betriebssystem keine Telefon- oder SMS-Funktion. Technisch ist dies wohl möglich, die entsprechenden Apps hat HTC aber versteckt, versierte Nutzer können die Funktionen aber freischalten. Videotelefonie ist dagegen auch ohne großen Aufwand dank Frontkamera möglich.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung für das HTC Flyer lautet 499 Euro (WLAN-Modell) beziehungsweise 699 Euro (3G-Variante). Die WLAN-Ausführung bietet dabei einen 16 Gigabyte großen, die 3G-Version einen 32 Gigabyte großen internen Speicher. Der Straßenpreis bewegt sich im Netz zwischen 370 und 580 Euro. Der Netzbetreiber O2 bietet das 3G-Modell zudem subventioniert an. Im Programm MyHandy zahlt der Nutzer 19 Euro Anzahlung und dann über zwei Jahre monatlich eine Rate von 25 Euro. Insgesamt kostet das Tablet dann 619 Euro.

Fazit

Mit dem HTC Flyer stellt HTC einen interessanten Tablet-PC vor, der sich auch zum Arbeiten eignet und einen anderen Ansatz als Apples iPad oder die Honeycomb-Konkurrenz verfolgt. Gerade für Nutzer, die viel mit Texten arbeiten und diese auch in digitaler Form vorliegen haben, ist das Modell interessant.

Kommentare zu diesem Artikel

Der HTC Flyer ist nicht ein weiteres Android-Tablet, sondern beweist dank der innovativen Stylus-Bedienung, das sich mit Tablet-PCs durchaus arbeiten lässt. Nutzer können sich durch das Gerät einen ganzen Berg an Altpapier sparen.

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  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: HTC Flyer im Test: Nie wieder Bleistift und Papier

    Hallo Patrix,

    danke für den Hinweis. Auf unserem Testgerät war dies nicht möglich beziehungsweise keine Anwendung vorinstalliert. Ein Handy Ersatz nicht, allerdings wäre die Telefonfunktion sicherlich ganz nützlich ab und zu...

    Grüße aus der Redaktion.
  • patrix schrieb Uhr
    AW: HTC Flyer im Test: Nie wieder Bleistift und Papier

    Nun, mein flyer 3g Modell kann sehr wohl sms, und das ohne zusätzliche app. Das die Telefon Option nicht existiert ist schade, andererseits ist der flyer als "handy Ersatz " dann doch zu groß.

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HTC Flyer im Test: Nie wieder Bleistift und Papier
HTC Flyer im Test: Nie wieder Bleistift und Papier
Zeitung, Bücher, Notizblock, Uni-Unterlagen - all dies können Sie als Besitzer des HTC Flyers zu Hause lassen. Denn HTCs Tablet-PC macht Papier weitestgehend überflüssig.
http://www.netzwelt.de/news/88649-htc-flyer-test-nie-bleistift-papier.html
2011-09-27 16:58:24
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HTC Flyer im Test: Nie wieder Bleistift und Papier