Im Zweifel für den Erfolg

Im Kurztest: Gears of War 3

Das Urteil überraschte viele - Publisher Microsoft wohl am meisten: "Gears of War 3" bekam von der USK eine Freigabe ab 18 Jahren. Trotz zweier indizierter Vorgänger, trotz angemeldeter Zweifel, trotz oder letzten Endes wohl gerade wegen seiner völlig überzeichneten Gewaltdarstellung gab auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) grünes Licht für das Xbox-360-exklusive Actionspiel, das gemeinhin als "Killer-Applikation" bezeichnet wird: nicht wegen seines martialischen Inhalts, sondern wegen seiner Fähigkeit, den Geräteabsatz massiv anzukurbeln. Teil eins und zwei wanderten weltweit rund elf Millionen Mal über die Ladentische. Ein ähnliches Verkaufspotenzial wird auch dem finalen Kapitel der Science-Fiction-Trilogie eingeräumt. Spielerisch steht diesem Erfolg jedenfalls nur wenig im Weg ...

Gears of War 3 - Dust to Dust Launch Trailer: Der Spannungsgeladene Action-Titel Gears of War 3 setzt erneut auf aufwändige Third-Person-Shooter-Kost mit taktischem Gameplay. Dieser Trailer zeigt einen Rückblick aus der Perspektive der Kämpfer und untermalt diese brachiale Action mit ruhiger Musik aus dem Off. Dadurch entsteht ein bizarres Bild, das jeden Gears of War Fan berühren dürfte. Gears of War 3 erscheint exklusiv für die Xbox 360. Zum Video: Gears of War 3 - Dust to Dust Launch Trailer

Volljährige Xbox-360-Besitzer schlüpfen in dem von Epic programmierten Titel abermals in die Rüstung des Soldaten Markus Fenix - eine grimmig dreinblickende Type mit imposant dicken Oberarmen, vernarbtem Gesicht und einfachem Wortschatz. "Stark" und "Scheiße" sind jedenfalls die häufigsten Worte, die ihm über die Lippen kommen. Er und seine Kumpels sind die letzte Verteidigungslinie gegen die echsenähnlichen Locust, die in den Vorgängern aus dem Boden des Planeten Sera gekrochen sind und den Menschen das Leben schwer gemacht haben.

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In "Gears of War 3" tritt nun eine weitere Bedrohung auf den Plan: sogenannte Leuchtende - Locusts, die mit einer gelblich schimmernden Imulsion in Berührung kamen, mutierten und nun nach ausreichendem Beschuss meist in gewaltigen Explosionen verglühen. Platz- und Platschgeräusche inklusive.

Obwohl es in erster Linie ums nackte Überleben geht, ist die Handlung für einen Titel dieser Art vergleichsweise komplex. Sie nutzt Rückblicke, um Figuren näher vorzustellen, und setzt Geschichtskenntnisse aus den Vorgängern voraus, die dankenswerterweise in einem "Was bisher geschah"-Video mitgeliefert werden. Etwas klarer ist das Spiel des Ziels: Man soll Fenix' totgeglaubten Vater finden, der sich per Videobotschaft zu Wort meldet und behauptet, eine Lösung für das Leuchtenden-Problem gefunden zu haben. Dummerweise wurde er jedoch von der Locus-Königin entführt ...

Bis zum großen Finale vergehen rund zehn Stunden, die nach dem bewährten, aber immer noch packenden Kopf-runter-Spielprinzip der Vorgänger verlaufen. Offene Feuergefechte sind hier selten. Vielmehr verschanzen sich Fenix und seine drei clever agierenden Computer-Kameraden, die auch von menschlichen Mitspielern gesteuert werden können, hinter Wänden, Sandsäcken und Autowracks - und feuern aus sicherer Position. Dabei kommt eine einfache, "kontextsensitive" Steuerung zum Einsatz. Bedeutet: Nur mithilfe des A-Knopfs klettern die Soldaten über Mauern, hechten von einer Deckung zur nächsten oder sprinten mit eingezogenem Kopf durch völlig zerstörte Locations. Dabei wackelt das Bild derart, als käme der virtuelle Kameramann kaum hinterher. Die Feuergefechte wirken dadurch ungeheuer dynamisch. Gleichzeitig wird der äußerst geradlinige Aufbau der meisten Level kaschiert.

Das Kuriose ist: Das Konzept trägt auch heute noch. Zumal eingestreute Sequenzen für Abwechslung sorgen, in denen Fenix und Co. mit Robotern, Fahrzeugen oder U-Booten unterwegs sind - oder riesigen Monstern begegnen, denen meist nur mit etwas Ausdauer und viel Feuerkraft beizukommen ist.

Grafisch ist "Gears of War 3" schlicht und ergreifend der bislang spektakulärste Xbox-360-Titel - und wohl auch das Ende der technischen Fahnenstange. Trotz der niedrigeren HD-Auflösung von 720p wird ein überbordendes Effektspektakel geboten - angefangen bei den detaillierten Figurmodellen über die abwechslungsreichen Schauplätze bis hin zu den erstklassigen Licht-, Leucht-, Feuer-, Wasser- und Explosionseffekten. Weit weniger ansehnlich ist dagegen die Riesensauerei, die entsteht, wenn Fenix und Co. mit ihrem Sturmgewehr oder riesigen Klingen zum Nahkampf übergehen. Wer es auf die ganz harte Tour mag und die nötige Hardware besitzt, kann das Ganze auch in 3D erleben ...

Neben der spannenden Kampagne, der beeindruckenden Optik und der ohrenbetäubenden Sounduntermalung erweist sich der Mehrspielermodus als schlagendes Verkaufsargument. Sowohl das kooperative Abenteuer für bis zu vier Spieler sowie der überarbeitete Horde-Modus sind pures Adrenalin. Bei Letzterem treten bis zu fünf Kumpels gemeinsam gegen immer stärker werdende Gegnerwellen an. Eine gute Absprache ist dabei ebenso wichtig wie das Platzieren von gekauften Hilfsmitteln (Geschütztürme, Energiezäune). Im "Biest"-Modus wird der Spieß umgedreht - und der Spieler schlüpft in die Rolle der Locust.

Im Test: Gears of War 3

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Im Test: Gears of War 3 - Mit Teil drei feiert die "Gears of War"-Reihe ihr offizielles Deutschland-Debüt. (Bild: Microsoft)
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Mit Teil drei feiert die "Gears of War"-Reihe ihr offizielles Deutschland-Debüt. (Bild: Microsoft)

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Im Test: Gears of War 3 - In einer Videobotschaft meldet sich Fenix' totgeglaubter Vater wieder. (Bild: Microsoft)
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In einer Videobotschaft meldet sich Fenix' totgeglaubter Vater wieder. (Bild: Microsoft)

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Im Test: Gears of War 3 - Angesichts solcher Zwischengegner dürften Xbox-360-Spieler große Augen machen. (Bild: Microsoft)
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Angesichts solcher Zwischengegner dürften Xbox-360-Spieler große Augen machen. (Bild: Microsoft)

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Im Test: Gears of War 3 - Im Horde-2.0-Modus müssen sich bis zu fünf Spieler mit immer stärker werdenden Gegnerwellen herumschlagen. (Bild: Microsoft)
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Im Horde-2.0-Modus müssen sich bis zu fünf Spieler mit immer stärker werdenden Gegnerwellen herumschlagen. (Bild: Microsoft)

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Fazit: Die Hoffnungen auf ein episches Ende der Trilogie mögen sich nicht ganz erfüllen. Die Wow-Momente sind rar geworden. Dennoch ist "Gears of War 3" der würdige Abschluss einer überaus erfolgreichen Xbox-360-Trilogie - und der Beginn einer wohl lang anhaltenden Online-Begeisterung.

Datenblatt

Gears of War 3
SpielnameGears of War 3
HerstellerEpic Games
VertriebMicrosoft
GenreAction
Erhältlich ab20.09.2011
Preisca. 70 Euro
EAN Code0885370353471
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene und Profis
Alterab 18 Jahren
Multiplayer2-10
Sonstiges 
Bewertung Grafiksehr gut
Bewertung Steuerungsehr gut
Bewertung Soundsehr gut
Bewertung Spielspasssehr gut
Bewertung Gesamtsehr gut
SystemXbox 360

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