Konkurrent für Photoshop Elements und PaintShop Pro

Kurztest: Bildbearbeitung mit CyberLink PhotoDirector 2011

CyberLink PhotoDirector ist eine Bildbearbeitung, die für knapp unter 100 Euro angeboten wird. Sie gibt den Nutzern alle notwendigen Werkzeuge an die Hand, um Bilder im privaten Umfeld zu bearbeiten und ins Web zu stellen. Allerdings leistet das Programm deutlich weniger als Photoshop Elements und PaintShop Pro.

CyberLink PhotoDirector ist für knapp unter 100 Euro erhältlich. (Bild: Netzwelt)
CyberLink PhotoDirector ist für knapp unter 100 Euro erhältlich. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Systemanforderungen
  2. 2Bilder in der Bibliothek
  3. 3Bearbeitungsfunktionen
  4. 4Fazit
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CyberLink ist einer der wenigen Software-Hersteller aus Taiwan, die sich auf westlichen Märkten erfolgreich etablieren konnten. Das liegt vor allem daran, dass die Anwendungen des Unternehmens traditionell auf den Notebooks von Samsung und anderen großen Produzenten installiert sind, damit die Käufer DVDs erstellen und Filme bearbeiten können. Für den Bereich Bildbearbeitung bietet CyberLink PhotoDirector 2011 an.

Systemanforderungen

Obwohl das Programm lange nicht so bekannt ist wie Adobe Photoshop Elements und Corel PaintShop Pro, wird es zum Beispiel bei Amazon unter den beliebtesten Bildbearbeitungen für Windows gelistet. Es lohnt sich, einen Blick ins Web zu werfen, bevor das Programm gekauft wird: CyberLink bietet es auf seiner Website für 99 Euro an, während der Straßenpreis etwa 20 bis 30 Prozent niedriger liegt.

Im offiziellen Produkthandbuch gibt der Hersteller neben Windows 7 auch noch Windows Vista und sogar Windows XP (mindestens Service Pack 3) als taugliches Betriebssystem an, außerdem sollte das Zielsystem über zwei Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen. Seltsam ist, dass in den Systemanforderungen auch eine Grafikkarte mit 128 Megabyte angegeben ist: Im Test konnte das Programm problemlos in einer virtuellen Maschine mit weniger Speicherplatz ausgeführt werden.

Die Diashow-Funktion von PhotoDirector ist besonders für Einsteiger praktisch. (Bild: Netzwelt)
Die Diashow-Funktion von PhotoDirector ist besonders für Einsteiger praktisch. (Bild: netzwelt)

Bilder in der Bibliothek

CyberLink bietet eine 30-Tage-Testversion für solche Nutzer, die PhotoDirector 2011 vor dem Kauf erst noch ausprobieren möchten. Nach der erfolgreichen Installation begrüßt die Bildbearbeitung den Nutzer mit einer sehr übersichtlichen Oberfläche, deren Farbgebung in dunklen Tönen stark an die Konkurrenz erinnert. Alle Funktionen der Anwendung sind in drei Bereiche einsortiert: In der Bibliothek werden Fotos gespeichert und mit Tags versehen, im zweiten Reiter werden sie dann angepasst und optimiert. Der Punkt Diashow ist recht ungewöhnlich, da die Entwickler dieser einen Funktion recht viel Aufmerksamkeit gewidmet haben - doch für unerfahrene Nutzer bietet das auch Vorteile, da sie nicht lange nach der Präsentation suchen müssen.

Die Bibliothek bietet alles, was sich Otto Normalverbraucher für die Verwaltung seiner Bilder wünscht: Fotos lassen sich entweder einzeln oder in Vergleich mit einem anderen Bild darstellen, um etwa um schnell die beste Variante herauszufinden. Um Hunderte Dateien effizient abzulegen, lassen sie sich in Alben gruppieren, die in der Seitenleiste des Hauptfensters erscheinen. Dort zeigt CyberLink PhotoDirector auch die sogenannte Smarte Sammlung an: Mit deren Hilfe werden nur solche Dateien angezeigt, die eine gewisse Bewertung erfüllen. Nutzer können zwischen einem und fünf Sternen für jedes Foto vergeben. Absolut nicht sinnvolle Bilder lassen sich als abgelehnt kennzeichnen. Zusätzlich existiert die Möglichkeit, Bilder zu taggen.

PhotoDirector macht die eigentliche Bildbearbeitung etwas unübersichtlich. (Bild: Netzwelt)
PhotoDirector macht die eigentliche Bildbearbeitung etwas unübersichtlich. (Bild: netzwelt)

Bearbeitungsfunktionen

Sehr lobenswert ist, dass CyberLink PhotoDirector mit nahezu jeder Kamera umgehen kann, die Aufnahmen als Rohdaten speichert. Hier kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen: Canon speichert RAW-Fotos als TIF, CR2 oder CRW, Nikon als NEF oder NEW und Ricoh beispielsweise als DNG. Eine vollständige Übersicht aller in der Anwendung nutzbaren Dateien gibt die Dokumentation.

Im Gegensatz zur Bibliothek dürfte der Bereich zur Anpassung eines Fotos so machen Nutzer abschrecken: CyberLink hat nahezu alle Werkzeuge in eine einzige Seitenleiste gepresst, die sich in Bereichsanpassung, Weißabgleich, Tonwert, Stufe, Farbe, Details und Vignettierung gliedert. Hat sich der Nutzer einmal mit der Bedienung vertraut gemacht, geht die Arbeit aber recht schnell voran. Besonders die Auswahl von Gegenständen auf einem Bild ist mit Hilfe der Kantenerkennung des Pinsel-Werkzeugs sehr einfach und erlaubt präzise Bereichsanpassungen.

Natürlich gibt es in PhotoDirector auch eine Funktion, um fertig bearbeitete Fotos direkt im Web freizugeben, etwa auf der Flickr-Website. Wer seinen Freunden eine Diashow präsentieren möchte, kann diese schnell im zugehörigen Anzeigebereich entwerfen und zum Beispiel auch das Seitenverhältnis (16:9 oder 4:3) anpassen.

Fazit

CyberLink PhotoDirector 2011 ist eine solide Bildbearbeitung für den privaten Gebrauch, die vor allem mit der breiten Unterstützung von RAW-Formaten glänzt. Deutlich weniger Freude bereitet die Bearbeitung von Bildern, da die Anordnung der Werkzeuge etwas lieblos und unübersichtlich ist. Auch fehlen PhotoDirector Funktionen, etwa für das Auffüllen gelöschter Bildbereiche, die bei der Konkurrenz längst Standard sind.

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