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Wissenschaft: Großer Fortschritt beim Gedankenlesen Software rekonstruiert gesehene Filmaufnahmen

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Wissenschaftlern ist es gelungen, die Hirnaktivitäten während des Videoansehens zu rekonstruieren und daraus wiederum ein Video zu erschaffen. Dem Traum des Gedankenlesens kommen sie dadurch einen Schritt näher.

Mithilfe von Technik die Gedanken eines anderen Menschen lesen - das Szenario ist in vielen Science-Fiction-Filmen und -Büchern vertreten. Wissenschaftler an der University of California, Berkeley, sind diesem Szenario wieder einen Schritt näher gekommen, wie sie mit einem Video zeigen.

Den Forschern ist es gelungen, aus der Hirnaktivität eines Menschen Videos zu rekonstruieren, die zeigen, was dieser zuvor angesehen hat. Dafür nutzen sie die funktionelle Magnetresonanztomographie und ein Computerprogramm, das die daraus gewonnenen Bilder zusammensetzt. In einem Video demonstrieren sie ihren Erfolg.

Lernfähiges Computer-Programm im Zentrum

In der linken Hälfte sind dabei die Aufnahmen zu sehen, die auch die Forschungsteilnehmer angeschaut haben, es handelte sich um Trailer zu Hollywood-Filmen. In der rechten Bildhälfte werden die rekonstruierten Aufnahmen gezeigt. Bei den Probanden handelte es sich um drei Mitglieder des Forschungsteams, die mehrere Stunden in einem MRT-Gerät verbrachten, damit ihre Hirnaktivität aufgezeichnet werden konnte. Die Hirnaktivitäten wurden dann in einem Modell mit der Form und der Bewegung der Bilder verknüpft, so dass das Computer-Programm lernen konnte, was für ein Bild welche Aktivität im Gehirn auslöst.

In einem zweiten Schritt wurden in die Computer-Software 18 Millionen Sekunden von zufälligen YouTube-Videos eingespielt. Das Programm "entschied" sich für 100 Videos, die den Filmen, die die Versuchsteilnehmer gesehen haben, am meisten ähnelten. Diese 100 Clips wurden dann für die Rekonstruktion der Hirnaktivitäten zusammengeführt und daraus sind die noch recht verschwommenen Aufnahmen entstanden, die die Wissenschaftler in ihrem Video zeigen.

Hilfe für Koma-Patienten

Das Ziel der Forscher besteht darin, dass sie irgendwann einmal auch Bilder aus Träumen oder Erinnerungen rekonstruieren können. Sie stellen sich dies als eine praktische Anwendung vor, mithilfe derer Menschen besser verstanden werden können, die sich nicht verbal mitteilen können, wie zum Beispiel Koma-Patienten. Außerdem könnte so auch gelähmten Personen dabei helfen werden, Computer mit ihren Gedanken zu steuern. Die Wissenschaftler rund um Professor Jack Gallant von der UC Berkeley veröffentlichten ihre Studienergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Current Biology.

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Lisa Bruness
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