Der Nachfolger von Azureus
Freeware-Tipp: Vuze, Open-Source-Client für BitTorrent
Das Progamm Vuze ist ein beliebter Client für das P2P-Netzwerk BitTorrent, mit dem sich auch sehr große Dateien schnell herunterladen lassen. Nach der Umbenennung von Azureus in Vuze hat die Software einige neue Funktionen erfahren, die es eher wie einen iTunes-Klon als einen klassischen P2P-Client aussehen lassen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Systemanforderungen
- 2Darstellung wie in iTunes
- 3Hohe Geschwindigkeit
- 4Fazit
In Hollywood und der Musikbranche ist man nicht gut auf das P2P-Netzwerk zu sprechen, da es grundsätzlich auch die Verbreitung von Raubkopien erlaubt und sehr schwer zu verfolgen ist. Aber auch legale Downloads profitieren natürlich von den technischen Vorteilen, die BitTorrent bietet. Wer einen Client sucht, der sowohl unter Windows und Linux als auch auf Mac OS X läuft, kommt an Vuze praktisch nicht vorbei.
Systemanforderungen
Die aktuelle Version Vuze 4.6 gibt sich sehr flexibel, was die Anforderungen an das Zielsystem betrifft - nur eine Laufzeitumgebung für Java ist unbedingt notwendig, da die Entwickler das Open-Source-Programm in der gleichnamigen Programmiersprache entwickelt haben. Die Installation unter Linux ist am leichtesten für ungeübte Nutzer: Sie müssen die Software lediglich in der Paketverwaltung anklicken, die Abhängigkeiten löst die Distribution dann selbstständig auf.
Unter Windows und Mac OS X wird die BitTorrent-Anwendung mit Hilfe eines Setup-Assistenten eingerichtet, der allerdings eine kleine Gemeinheit mit sich bringt: Passt der Nutzer nicht auf und deaktiviert die entsprechenden Optionen, ändert das Programm neben der Suche auch die Startseite des Browsers. Damit will der Hersteller offenbar seine Werbeeinnahmen steigern.

Darstellung wie in iTunes
Nach der erfolgreichen Installation kann Vuze ohne Neustart des Systems gestartet werden. Wer trotzdem den Rechner neu startet, erlebt eine unangenehme Überraschung: Das Programm läuft auch nach der Beendigung im Hintergrund weiter, sodass Windows zuweilen eine laufende Software vor der Beendigung moniert.
Beim ersten Start des BitTorrent-Clients schlägt das Programm vor, für eine optimale Auslastung die Geschwindigkeit der Internetverbindung zu untersuchen, was durchaus mehrere Minuten dauern kann. Anhand der Messergebnisse stellt der Assistent dann etwa die Begrenzung für den Upload und andere Parameter ein, die der Nutzer in den Einstellungen von Vuze überprüfen kann.
Auf den ersten Blick erinnert die Oberfläche von Vuze ein wenig an iTunes: Das Programm zeigt eine Spalte mit zahlreichen Verknüpfungen zu den unterschiedlichen Bereichen von Vuze, in denen sich die Bedienung abspielt. Diese sind in mehrere Abschnitte unterteilt: Die ersten Hyperlinks zielen darauf ab, den Einstieg in die Welt der Torrents möglichst leicht zu machen. Über das Online-Portal von Vuze ist es möglich, mit Hilfe der Bing-Suche allgemeine Inhalte im World Wide Web zu finden oder mit der Meta-Suche gezielter nach Torrents zu fahnden. Vuze Plus, das Vuze-HD-Netzwerk, der Spiele-Bereich und viele andere Inhalte der Anwendung sind so gestaltet, dass sie sich in ihrer Aufmachung nicht sonderlich vom iTunes Store unterscheiden.
Hohe Geschwindigkeit
Allerdings muss der Nutzer für einige Funktionen stattliche 24,99 Euro im Jahr entrichten - erst dann werden DVD-Brennprogramm und der Virenschutz freigeschaltet, gleichzeitig wird Werbung aus Vuze entfernt. Wer Vuze selbst mit iTunes abgleichen möchte, kann das über die entsprechende Funktion ebenfalls tun.
Trotz der Integration des Vuze-Portals ist es immer noch die Kernaufgabe der Software, Torrents möglichst schnell aus dem Netz zu laden und effizient zu verwalten. Bei der Geschwindigkeit sieht das Programm sehr gut aus: Im netzwelt-Test war auch bei Dutzenden parallelen Torrent-Downloads die Ressourcenauslastung des Systems konstant, mit langsamen und auch rasanten VDSL-Verbindungen hat die Anwendung keinerlei Probleme.
Standardmäßig werden bei der Installation alle Torrent-Dateitypen mit Vuze verknüpft, sodass ein Doppelklick im Windows Explorer die jeweilige Datei sofort öffnet und herunterlädt. Um selbst einen Torrent zu erstellen, bietet Vuze 4.6 einen praktischen Konfigurationsassistenten, in dem der Nutzer zwischen der dezentralisierten Veröffentlichung für Vuze-Nutzer und externen Trackern wählen kann.

Fazit
Das Programm Vuze überzeugte im Test nicht nur aufgrund der Tatsache, dass seine Quellen offen sind und es kostenlos abgegeben wird. Der BitTorrent-Client verpackt die Möglichkeiten des Peer-to-Peer-Netzwerks, das nicht nur rechtlich einwandfreie Downloads ermöglicht, in eine sehr ansprechende Oberfläche, die seine Nutzer eher an einen gewöhnlichen Medienspieler als an einen Download-Manager erinnert.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.
