Reform der Privatsphärepolitik?
Facebook: Eigene Datenschutzbeauftrage und neue Lobbyistin ernannt
Das Soziale Netzwerk Facebook sorgt sich offenbar immer mehr um seine Datenschutzpolitik und darum, wie diese besonders in Europa aufgenommen wird. Nun hat Facebook eine Anwältin als Datenschutzbeauftragte ernannt, die künftig in Washington arbeiten wird. Außerdem holt sich das Unternehmen eine neue Cheflobbyistin für Brüssel ins Boot.

Seit Kurzem vergeht kaum ein Tag ohne eine Neuheit in Sachen Datenschutz und Facebook. Besonders in Deutschland haben Datenschützer das Soziale Netzwerk kritisiert und zuletzt von der Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) Rückenwind bekommen. Nun scheint Mark Zuckerbergs Unternehmen allmählich in Bewegung zu kommen. So kündigte Facebook beispielsweise in der letzten Woche an, verstärkt mit dem Bundesinnenministerium zur Beschließung einheitlicher Datenschutzstandards für Soziale Netzwerke zusammenarbeiten zu wollen.
Erste Datenschutzbeauftragte in Washington
Facebook setzt mit der Ernennung einer eigenen Datenschutzbeauftragten ein weiteres Zeichen in dieser Richtung. In Washington soll nun die Anwältin Erin Egan ab Oktober für die Privatssphäre im Sozialen Netzwerk zuständig sein. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, ist sie in der Kanzlei Covington&Burling hauptsächlich für Datenschutzfragen großer Unternehmen zuständig.
Die neue Frau für Facebook in Brüssel wird die ehemalige Abgeordnete des Europäischen Parlaments Erika Mann (SPD), die von Beruf Diplom-Pädagogin ist. Vor ihrer Zeit im Parlament hatte die 60-Jährige zudem eine eigene IT-Beratungsfirma besessen. Wie Facebook-EU-Policy-Chef Richard Allan gegenüber AFP bemerkte, habe Erika Mann viel Erfahrung mit Gesetzgebungsverfahren im IT-Sektor und vermittelte schon oft zwischen Entscheidungsträgern in Europa und den USA. Manns Erfahrung werde in der Brüsseler Lobbyarbeit gebraucht, besonders im Hinblick auf die anstehende Novellierung der Datenschutzdirektive.
Zusätzlich gab Facebook heute, 14. September, bekannt, dass es unter anderem durch "Smart Lists" den Nutzern die Kontrolle über die Veröffentlichung von persönlichen Informationen erleichtern wolle.
