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HD-Zuspieler mit Android-OS: Meteorit TV-Box im Test
Für rund 150 Euro bei Pearl

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Pearls neuer Netzwerkplayer soll Multimedia-Vergnügen auf Android-Basis bieten. Aber gelingt das Experiment mit Googles Betriebssystem auf TV-Geräten? Netzwelt hat es ausprobiert.

Googles mobiles Betriebssystem kehrt mittlerweile auch auf HD-Zuspielern ein. Einer der neuesten Netzwerkplayer mit Android-OS ist der MMB-322.HDTV von Meteorit, der beim Versandhändler Pearl bestellt werden kann. Leider kann das Experiment mit dem Google-Betriebssystem noch nicht ganz überzeugen.

Optisch darf man von der mit 22 Zentimeter Breite und 17 Zentimeter Tiefe recht kleinen Set-Top-Box nicht viel erwarten. Das Gehäuse der vom Elektronik-Versandhändler Pearl vertriebenen Box Meteorit MMB-332.HDTV ist zum großen Teil aus Blech gefertigt, die Front verziert eine leicht abgerundete Kunststoff-Abdeckung.

Ansehnlicher ist da schon das Innenleben. Während die Android-Box mit einer 500 Megahertz-CPU ausgestattet ist, werkelt in der MMB-322.HDTV immerhin ein 1,2 GHz-Prozessor. Der Arbeitsspeicher beträgt allerdings nur magere 512 Megabyte. An Anschlüssen stehen vier USB-2.0-Eingänge zur Verfügung.

Vielfältige Anschlussmöglichkeiten 

Mit dem TV-Gerät oder Monitor verbindet der Anwender die Meteorit-Box per HDMI. Ein eSATA-Port sowie ein Kartenschub für microSD-Karten bis zu 32 Gigabyte sind ebenfalls vorhanden. Composite- und Component-Ausgänge dienen zur Verbindung mit analogen TV-Geräten. Pearl legt der Box einen WLAN-Stick bei, mit dem man als Alternative zum integrierten Ethernet ins Web gelangt.

Android 2.2 alias Froyo hat der Hersteller ansprechend auf Fernseher angepasst. Das Hauptmenü besteht aus einer vertikalen Navigationsleiste mit den verschiedenen Ordnerkategorien (Internet, Apps, Video, Bild, Musik, Einstellungen), die sich über einen farbigen Erdball als Hintergrundbild legt. Apps wählt man leicht mit der mitgelieferten Fernbedienung aus, fürs Surfen im Web sind aber dringend Tastatur und Maus geboten - mit der Fernbedienung gerät die Internetsitzung ansonsten zur nervigen Angelegenheit.

HD-Zuspieler mit Android-OS: Meteorit TV-Box im Test

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Die von Pearl vertriebene Box bringt Googles Betriebssystem Android auf die Mattscheibe. (Bild: netzwelt)

Installierte Anwendungen

Die Meteorit-Box verfügt über eine Reihe vorinstallierter Anwendungen, mit denen der Einstieg in die Multimedia-Welt von Android erfolgen kann. Neben einer E-Mail- gehören dazu eine Standard-Video-, Bild- und Musik-Anwendung sowie Googles Picasa. Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook sind lediglich als Web-Verweise hinterlegt.

Dies ist insofern tragisch, weil man neue Apps nicht per Android Market, sondern im App Center hinzufügen muss. Die Meteorit-Box greift dabei auf die Auswahl an Mini-Programmen von Android Pit zurück. Weder der Opera- noch der Firefox-Browser, Twitter oder Facebook gelangen so auf dem herkömmlichen Wege auf die Android-Box. Als Twitter-Ersatz steht immerhin TweetDeck zur Verfügung, als Alternative zum vorinstallierten Surfprogramm Dolphin.

Das Angebot von Android Pit ist insgesamt zwar weniger reichhaltig gespickt als das des Android-Market, bietet aber trotzdem eine guten Einblick in die Vielfalt der Android-Welt. Software-Erweiterungen stehen in den üblichen Kategorien zur Auswahl - von Spielen über Nachrichten- bis hin zu Produktivitätstools.

Ins Internet gelangt die Android-Box per Ethernet. Alternativ dient ein WLAN-Stick zur Herstellung der Internetverbindung, den der Hersteller mitliefert.

Mini-Programme aus dem Web

Einige Android-Programme sind auch im freien Web verfügbar, also jenseits der App-Einkaufsläden. Die apk.-Dateien speichert man dann per USB-Stick oder Micro-SD-Karte - die Installation geschieht natürlich auf eigene Gefahr.

Je nachdem, ob das Gerät die Voraussetzungen zur Ausführung der App erfüllt, klappt das in der Regel auch. Bei der Installation von Skype 2.1 für Android streikte die Anwendung allerdings, auch für die Installation des Android Market fehlten Berechtigungen. Andere Mini-Programme wie der Browser Skyfire lassen sich nicht an das TV-Display anpassen - der Anwender muss mit der Smartphone-Ansicht Vorlieb nehmen.

Flash "flasht" nicht

Die Meteorit-Box unterstützt auch Flash 10.1. Allerdings bemerkte netzwelt extrem lange Ladezeiten auf Flash-Seiten wie der ZDF Mediathek oder Youtube. Weder mit dem Android- noch mit dem Dolphin-Browser kommt so wirklich Multimedia-Vergnügen am TV-Gerät auf. Zumindest herkömmliche Webseiten lassen sich aber recht flüssig aufrufen.

An Foto- und Bildformaten spielt die Android-Box von Haus lediglich JPG-, BMP- und PNG-Formate ab. Das dürfte für die meisten Anwender zwar reichen, andere Geräte unterstützen aber etwa auch die Anzeige von GIF- und TIFF-Dateien. Die Meteorit-Hardware streikt allerdings beim Versuch der Bildwiedergabe dieser Formate.

Dolby Digital-Unterstützung fehlt

Die Android-Hardware spielt HD-Dateien ruckelfrei ab und unterstützt dabei eine Vielzahl gängiger Audioformate (unter anderem MOV, FLV, WMV, MP4, AVI, MPG). Auch ISO-Dateien und VOB-Objekte von gerippten DVDs gelangen auf den Bildschirm. Eine Unterstützung von Dolby Digital- oder Dolby Digital 5.1 Mehrkanal-Tonspuren vermisst man allerdings, was besonders audiophile Nutzer ärgern dürfte.

Wer viele Multimedia-Dateien auf einem Nas-System oder einem Heimrechner speichert und diese nicht immer per Festplatte an seinem TV-Gerät anschließen möchte, freut sich über die Netzwerkeigenschaften von HD-Zuspielern. Die Meteorit-Box beherrscht etwa UPnP und ist daher in der Lage, auf entsprechende Rechnerfreigaben zuzugreifen.

Anzeige und Zugriff auf Netzwerkordner erfolgten im Test recht flüssig. Nutzer können dabei entweder über den Dateimanager oder via Music Player auf Freigaben zugreifen. Da auch die Kodierung der UPnP-Quellordner angezeigt wird, ist die Suche nach der richtigen Datei auf kleinen Fernsehern allerdings äußerst mühsam.

Fazit

In der Gesamtschau bleibt ein zweispältiges Bild: Auf der einen Seite ist die Portierung von Android auf Netzwerkplayer wegen einer Vielzahl an Apps interessant, auf der anderen Seite fehlen einige Mini-Programme, die man mühsam nachinstallieren muss. Für viele Anwender nur bedingt ein gangbarer Weg.

Hinzu kommen die langen Ladezeiten für Flash-Inhalte. Damit wird Multimedia-Abruf aus dem Web bisweilen zur nervigen Angelegenheit. Auch die fehlende DTS-Unterstützung ist ein Ärgernis - für rund 150 Euro hätte man mehr erwarten können. In der Meteorit-Box taugt Android noch nicht als guter Entertainer auf TV-Geräten.

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HD-Zuspieler mit Android-OS: Meteorit TV-Box im Test
HD-Zuspieler mit Android-OS: Meteorit TV-Box im Test
Die TV-Box von Meteorit arbeitet mit Android 2.2 alias Froyo und spielt dem Fernseher Videos im Full-HD-Format zu.
http://www.netzwelt.de/news/88414-hd-zuspieler-android-os-meteorit-tv-box-test.html
2011-09-13 16:59:33
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/hilfe-kanaele-informiert-mediathek-ueber-neue-sendungen-bestimmten-formats-bild-netzwelt5842.jpg
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