Verkehrsdaten bis zu sechs Monate abrufbar

Datenspeicherung: Telefonanbieter horten länger als erlaubt

Im Internet sind über die Seite des Arbeitskreises Datenspeicherung Auszüge aus einem Dokument der Generalstaatsanwaltschaft München zu finden, die belegen sollen, dass deutsche Telefonanbieter Daten ihrer Kunden länger speichern als erlaubt. Das Vorgehen wird von Datenschützern als verfassungswidrig kritisiert und könnte die politisch aufgeladene Debatte um die Vorratsdatenspeicherung beeinflussen.

?
?

Beinahe alle großen Telefonanbieter scheinen komplette Datensammlungen ihrer Kunden über sechs Monate zu speichern (Bild: sxc.hu)
Deutsche Telefonanbieter scheinen komplette Datensammlungen ihrer Kunden über sechs Monate zu speichern. (Bild: sxc.hu)
Werbung

Wie in dem Dokument nachzulesen ist, speichern Anbieter wie T-Mobile, Vodafone und E-Plus mindestens einen Monat und bis zu sechs Monate lang die Verkehrsdaten ihrer Kunden. Zu diesen Daten gehören beispielsweise Ort und Gesprächsdauer eines Telefonats. Zunächst lagen die Auszüge aus dem Dokument der Generalstaatsanwaltschaft exklusiv der Berliner Zeitung vor, nun sind sie jedoch zumindest in Teilen im Netz verfügbar. Den entsprechenden Link finden Sie rechts neben dem Artikel.

Inzwischen nahmen die Deutsche Telekom und E-Plus gegenüber Spiegel Online Stellung und betonten, dass sie keinerlei rechtswidrige Datenspeicherungen vornehmen würden. Auf Anfrage von netzwelt äußerte sich auch O2, das laut der Berliner Zeitung die Daten lediglich sieben Tage speichere, in dieser Hinsicht und erklärte: "Télefónica Germany speichert Verkehrsdaten nur innerhalb des vom Telekommunikationsgesetz (TKG) erlaubten Rahmens zur Abrechnung, Störungserkennung und Missbrauchsbekämpfung."

Anzeige

Links zum Thema



Forum