Neue Version bringt Unterstützung für globales Adressbuch

Thunderbird 7.0: Veränderte Bedienoberfläche im Open-Source-Mailer

Im kommenden Ubuntu 11.10 alias Oneiric Ocelot wechselt Canonical das E-Mail-Programm: Statt Evolution soll Thunderbird standardmäßig installiert werden. Daher machen die Entwickler bei Canonical und Mozilla die Anwendung jetzt Schritt für Schritt für das Linux-System hübsch, wie das neue Thunderbird 7 zeigt.

Thunderbird 7.0 macht sich schick für die Integration in Ubuntu 11.10. (Bild: Netzwelt)
Thunderbird 7.0 macht sich schick für die Integration in Ubuntu 11.10. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Systemanforderungen
  2. 2Gestaltung und Anhänge
  3. 3Zugriff auf Kontaktliste
  4. 4Fazit

Das E-Mail-Programm Thunderbird stand lange im Schatten des beliebten Firefox Browsers. Die Gründung der Firma Mozilla Messaging hat dem Programm auch nicht wirklich geholfen, im kommenden Herbst, spätestens aber im Frühjahr, könnte jetzt aber endlich der Durchbruch gelingen: Thunderbird soll bald in allen wichtigen Linux-Distributionen die Nachfolge der überholten PIM-Anwendung Evolution antreten.

Werbung

Systemanforderungen

Den Anfang macht Marktführer Ubuntu mit Oneiric Ocelot (Nummer 11.10), das im Oktober 2011 erscheinen soll. Evolution wird hier durch Thunderbird ersetzt, was Mozilla vor gewaltige Herausforderungen stellt: Das Programm ist längst nicht so weit fortgeschritten wie Evolution und beinhaltet bis heute standardmäßig keinen Kalender.

Gemäß des neuen Rapid-Release-Zyklus haben die Entwickler nur wenige Wochen nach Thunderbird 6.0 nun die erste Beta-Ausgabe von Mozilla Thunderbird 7.0 zum Download freigegeben. Die neue Version hält sich bei den Systemanforderungen vornehm zurück: In den Release Notes verlinken die Entwickler auf den entsprechenden Dokumentationseintrag von Thunderbird 6.0, sodass Thunderbird 7 als Update auf alle gängigen Rechner übernommen werden kann. Sogar unter dem veralteten Windows in Version 2000 läuft der E-Mail-Client noch, Mac-Anwender benötigen hingegen mindestens OS X 10.5 (Leopard).

Gestaltung und Anhänge

An der Installation hat sich gegenüber der Vorversion ebenfalls nichts geändert, sodass sie keiner weiteren Erklärung bedarf. Deutlich spürbar ist nach dem ersten Start von Thunderbird 7.0 aber die viel schlechtere Kompatibilität zu zahlreichen Erweiterungen: Die meisten Add-Ons für die E-Mail-Anwendung lassen sich in der neuen Version nicht mehr einsetzen. Das liegt einerseits am Beta-Status, gleichzeitig aber auch an dem neuen Entwicklungsmodell: Viele Programmierer kommen durch den Abstand von sechs Wochen zwischen zwei Firefox- beziehungsweise Thunderbird-Versionen mit der Aktualisierung ihrer Plug-ins nicht mehr hinterher.

Die eigentliche Oberfläche des Programms hat sich sichtbar verändert: Die Leisten zwischen den Spalten im Hauptfenster sind deutlich schmaler als bisher, auch die Symbole in der Werkzeugleiste haben sich verändert. Beide Anpassungen sind der Integration von Thunderbird in Ubuntu geschuldet: Mit dem neuen Design soll die Applikation ganz offensichtlich an andere Linux-Programme angeglichen werden, damit am Ende ein möglichst einheitlich aussehendes System herauskommt. Praktisch ist auch die neue Funktion von Thunderbird 7.0, mehrere Nachrichten zu markieren und gleichzeitig auf dem Drucker auszugeben.

Der Migrationsassistent hilft beim Wechsel zwischen Thunderbird-Versionen. (Bild: Netzwelt)
Der Migrationsassistent hilft beim Wechsel zwischen Thunderbird-Versionen. (Bild: netzwelt)

Zugriff auf Kontaktliste

Neben den optischen Änderungen geht Thunderbird 7.0 nun auch sicherer mit Anhängen um, bei denen es in 6.0 vereinzelt Probleme gab. Damit sich der E-Mail-Client möglichst gut in das neue Ubuntu 11.10 einfügt, haben die Entwickler auch die EDS-Anbindung im Hintergrund optimiert: Damit kann Thunderbird nun auf das globale Adressbuch des Linux-Betriebssystems zugreifen, das über den sogenannten Evolution Data Server bereitgestellt wird. Die Schnittstelle dient nicht nur zum Abgleich von Kontakten mit Evolution selbst, sondern auch für eine schnelle und sichere Synchronisation mit der Cloud-Anwendung Ubuntu One.

Fazit

Bis zur finalen Freigabe von Thunderbird 7.0 werden die Entwickler sicher noch an einigen Details feilen und insbesondere bei der Kompatibilität mit Add-ons nacharbeiten. Mozilla sollte das neue Entwicklungsmodell aber nicht nur wegen der Entwicklergemeinde überdenken: Zunehmend verwirren die zahllosen Ausgaben von Firefox und Thunderbird auch die Endanwender, die ihre Programme ständig aktualisieren müssen.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Browser & Mailer hier.

Links zum Thema

Kommentieren