Im Kurztest

Media Pro 1.0: Bildarchivierung für gehobene Ansprüche

Moderne Handys bieten immer mehr Platz für Fotos und Filme in hoher Auflösung, gleichzeitig befinden sich die Preise für klassische Speicherkarten im Sinkflug. Die fast unbegrenzte Verfügbarkeit verleitet zahlreiche Nutzer zum allzu sorglosen Umgang mit dem Auslöser. Wer im Urlaub zu viele Bilder geschossen hat und die Masse an Medien zu Hause nicht in den Griff bekommt, sollte sich Media Pro 1.0 ansehen.

Media Pro kann große Bildersammlungen mit tausenden Objekten verwalten. (Bild: Netzwelt)
Media Pro kann große Bildersammlungen mit Tausenden Objekten verwalten. (Bild: Netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Systemanforderungen
  2. 2Bibliothek und Katalog
  3. 3Metadaten in EXIF/IPTC
  4. 4Fazit
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Systemanforderungen

Media Pro ist eines der beliebtesten Programme zur Verwaltung großer Bibliotheken. Allerdings lässt sich der Hersteller Phase One die Anwendung fürstlich entlohnen: Der Lizenzpreis liegt bei 139 Euro - und auf diesen kommen noch einmal 25 Prozent Steuern obendrauf, wie der Nutzer leider erst im Kleingedruckten erfährt. Dadurch steigen die Gesamtkosten der Anwendung auf stolze 173,75 Euro an. Die Bezahlung im Online-Shop von Phase One ist entweder per Kreditkarte oder PayPal möglich. Wer nicht sofort mehrere Hundert Euro ausgeben möchte, kann sich erst einmal die Testversion von Media Pro herunterladen.

Auch bei den Systemanforderungen genehmigt sich das Programm satte Ressourcen: Die Empfehlung für den Arbeitsspeicher beträgt mindestens zwei Gigabyte, was für eine Bildbearbeitung durchaus viel ist. Auf der Festplatte sollten zusätzlich zehn oder mehr Gigabyte frei sein, damit es keine Schwierigkeiten bei der Installation gibt. Als Betriebssystem wird neben Windows XP (nur mit Service Pack 3) oder neuer auch Mac OS X 10.5.8 oder neuer unterstützt. Der Bildschirm des Anwenders sollte mindestens 1.280 mal 800 Pixel auflösen, da sonst möglicherweise nicht alle Bedienelemente der Applikation komplett angezeigt werden können.

Media Pro unterstützt alle wichtigsten Formate für Foto und Film. (Bild: Netzwelt)
Media Pro unterstützt alle wichtigsten Formate für Foto und Film. (Bild: netzwelt)

Bibliothek und Katalog

Media Pro fragt den Nutzer beim ersten Start, ob er bestehende Bilder aus einem Ordner auf der Festplatte oder etwa aus der iPhoto-Bibliothek importieren möchte. Ist das nicht der Fall, kann der Anwender auch mit einem leeren Katalog beginnen. In einem sogenannten Katalog fasst die Applikation eine beliebige Zahl an Fotos und Filmen zusammen, die gemeinsam gespeichert werden - das ist ideal, um beispielsweise alle Fotos eines bestimmten Ereignisses gemeinsam abzulegen. Sowohl unter Windows als auch in Mac OS X können per Ziehen und Ablegen Objekte einem Katalog hinzugefügt oder daraus extrahiert werden. Mehrere Kataloge bilden die eigentliche Bibliothek, die beliebig über die Festplatte und externe Laufwerke verteilt werden kann - verglichen mit der monolithischen Speicherung von iPhoto und Co. hat das enorme Vorteile.

Media Pro merkt sich die letzten Katalogdateien, die der Nutzer geöffnet hat. Die Darstellung der Fotos und Filme des gerade geöffneten Katalogs erfolgt in drei verschiedenen Modi: Entweder erscheinen die Objekte als Liste, in der sich neben dem Dateinamen auch zahlreiche Meta-Informationen (Größe, Änderungsdatum, Urheber und Co.) ablesen lassen. Etwas übersichtlicher ist die Darstellung von Vorschaugrafiken, die einen kurzen Blick auf die Inhalte preisgeben. Sobald der Anwender die gewünschte Datei gefunden hat, kann er sie im mittleren Bereich des Hauptfensters natürlich auch groß betrachten. Media Pro unterstützt alle wichtigen Dateitypen, sogar QuickTime-, Windows- und Real-Media-Filme lassen sich problemlos abspielen.

Metadaten in EXIF/IPTC

Ein wesentliches Element bei der Verwaltung großer Sammlungen kommt der korrekten Kennzeichnung zu: Media Pro wertet standardmäßig die Metadaten der Kamera im EXIF-Format aus, sodass sich auch nach Jahren noch das eingesetzte Kamera-Modell, Objektiv, Verschlusszeit und andere Informationen auslesen lassen. Das EXIF-Format hat sich international durchgesetzt und wird von den meisten Bildberarbeitungen verstanden. Sofern gewünscht, kann der Nutzer in Media Pro auch eigene Metadaten, zum Beispiel den Autor oder einen Hinweis auf Lizenzen, erfassen: Das Programm greift dabei auf eine Menge allgemein üblicher Felder im IPTC Core-Format zurück, natürlich lassen sich auch individuelle Schlüssel-Wert-Paare speichern.

Media Pro ermöglicht die Bearbeitung zahlreiche Meta-Informationen. (Bild: Netzwelt)
Media Pro ermöglicht die Bearbeitung zahlreicher Meta-Informationen. (Bild: netzwelt)

Bei der Weitergabe eines Katalogs aus Media Pro benötigt der Empfänger übrigens nicht unbedingt auch eine vollwertige Lizenz für das Programm: Er kann den Media Pro Reader nutzen, um Bilder und Filme auf seinem Computer lediglich zu betrachten. Beim Export eines Katalogs lässt sich einstellen, welche Größe die Bilder und Vorschaugrafiken haben sollen - das ist wirklich sehr praktisch, wenn ein Katalog nicht allzu groß werden soll und Profis ihren Kunden eine Vorschau auf bestimmte Werke anbieten möchten.

Fazit

Media Pro ist eine leistungsfähige Anwendung für die Verwaltung großer Bildersammlungen, deren Preis im Verhältnis zur Leistung vergleichbarer Open-Source-Programme aber reichlich übertrieben erscheint. Leider brachte das Programm im netzwelt-Kurztest ein modernes MacBook Air mit Core i3-Prozessor zum Schwitzen - die Entwickler sollten also noch etwas am effizienten Umgang mit Ressourcen nachbessern.

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