Ungewöhnliche chemische Zusammensetzung

Astronomie-Entdeckung: Diesen Stern dürfte es nicht geben

In der Astronomie kommt es immer wieder zu außergewöhnlichen Entdeckungen. Dieses Mal fand ein Team europäischer Astronauten einen Stern, den es nach herkömmlichem astronomischem Verständnis gar nicht geben dürfte. Seiner chemischen Zusammensatzung nach ist seine Entstehung nämlich eigentlich unmöglich.

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Laut gängiger Erkenntnisse dürfte der Stern mit einer solchen chemischen Zusammensetzung nicht existieren. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2)
Laut gängiger Erkenntnisse dürfte der Stern mit einer solchen chemischen Zusammensetzung nicht existieren. (Bild: ESO/Digitized Sky Survey 2)
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Forscher aus der Astronomie stehen vor einem neuen Rätsel: Mithilfe des "Very Large Telescope" der Europäischen Südsternwarte (ESO) wurde ein 13 Milliarden Jahre alter Stern entdeckt, der fast ausschließlich aus Wasserstoff und Helium besteht. Andere Elemente liegen nur zu winzigen Teilen vor. Durch diese Zusammensetzung fällt der Stern in eine Art "verbotene Zone" der gängigen Theorie der Sternentstehung und hätte somit gar nicht erst entstehen können. Über ihre Beobachtung berichten die Wissenschaftler rund um Dr. Elisabetta Caffau vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature".

Astrophysiker müssen Theorien überdenken

Der Stern mit der umständlichen Bezeichnung "SDSS J102915+172927" stammt aus der Frühzeit des Universums und ist im Sternbild Leo (Löwe) zu finden. Er ist lichtschwach und besitzt eine geringere Masse als die Sonne. Die Beobachtungen der Wissenschaftler zeigen, dass es sich bei dem Stern um den mit dem bislang geringsten Anteil an Elementen handelt, die schwerer sind als Helium. Bei einer ersten Messung konnte lediglich Kalzium nachgewiesen werden, dank zusätzlicher Beobachtungen wurden noch weitere Elemente aufgespürt.

"Die allgemein akzeptierte Theorie besagt, dass Sterne wie dieser aufgrund ihrer geringen Masse und des extrem geringen Anteils an schweren Elementen gar nicht existieren sollten. Schon die Gas- und Staubwolken, aus denen ein solcher Stern entsteht, hätten sich nach dem gängigen astronomischen Verständnis gar nicht ausreichend verdichten können", betont Caffau. Als Konsequenz der Entdeckung des ersten Sterns in der "verbotenen Zone" müssen Astrophysiker ihre Modelle zur Sternentstehung überdenken.

Ein weiteres Rätsel wirft der Stern durch den Mangel an Lithium auf. Der Stern gehört zu den ältesten Sternen und sollte deshalb in etwa dieselbe Elementzusammensetzung haben wie das Universum kurz nach dem Urknall. Allerdings ist der Lithiumanteil von "SDSS J102915+172927" fünfzig Mal geringer als Berechnungen zur kosmologischen Elemententstehung besagen. Das Astronomen-Team hat bislang keine Erklärung, wie das Lithium zerstört worden sein könnte.

Vor kurzem wurde ein weiterer ungewöhnlicher Himmelskörper entdeckt: Ein Stern hat sich in einen Planeten aus Diamant verwandelt.

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