Ergebnis der BVMI-Studie

Piraterie: Illegale Alben-Downloads steigen rapide

Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat Ergebnisse einer Studie bekannt gegeben, die in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) entstand. Demnach ist die Anzahl illegaler Downloads von Musik-Alben drastisch gestiegen, während die illegale Beschaffung von Einzeltracks zurückging.

?
?


Werbung

Der Studie nach wurden im letzten Jahr insgesamt 414 Millionen einzelne Lieder heruntergeladen. 185 Millionen davon gelten als illegale Downloads. Demgegenüber stehen 62 Millionen im Internet erworbene Alben, bei denen die Anzahl der illegalen Beschaffungen bei 46 Millionen und damit 74 Prozent liegt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Diebstahl von kompletten Musik-Kompilationen um 35 Prozent, während jedoch 28 Prozent weniger Einzeltracks illegal auf den Computern von Nutzern landeten.

BVMI: Sharehoster sind die Hauptquelle illegaler Downloads

Der Geschäftsführer des BVMI, Dr. Florian Drücke, betonte, dass der Rückgang bei den Einzeltracks nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, dass die Gesamtsumme der illegal heruntergeladenen Musik tendenziell gestiegen ist. Als am häufigsten genutzte Quelle der illegalen Downloads macht er das Angebot der Sharehoster in Deutschland aus. Dies sei zudem nicht nur die Hauptressource für Musik, sondern ebenso für Bücher und Filme.

Die Studie bestätigte außerdem den Trend, dass immer mehr Personen Musik aus Internetradios und Musikvideos mitschneiden. Nachweislich hätten sich so 9,3 Millionen Menschen ihre Musik besorgt, was 15 Prozent der Bevölkerung entspricht und einen starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. 2009 waren es nur 6,3 Millionen Nutzer.

Drücke: "Schrankenschmarotzer" müssen erfasst werden

Die Ergebnisse zeigen, dass 30-39-Jährige vor allem die Methode bevorzugen, Musik aus Internetradios und Podcasts aufzunehmen. Nutzer zwischen zehn und 29 Jahren verwenden hingegen eher das Streamripping aus Musik-Videos von Internetseiten wie YouTube oder Myspace. Der BVMI fordert eine Anpassung des Urheberrechts, um auch diese Raubkopien als illegal zu definieren, denn die Rechteinhaber würden durch die bisherige Handhabe benachteiligt.

Florian Drücke bezeichnet Plattformen wie ZeeZee oder Flatster, die unter dem Deckmantel der Privatkopie ihre Geschäfte machen würden, als "Schrankenschmarotzer", da sie keine Gebühren an die Rechteinhaber zahlen und rechtliche Graubereiche ausnutzen würden. Gegen diese müsse der Gesetzgeber vorgehen.

Mehr zum Thema »

Links zum Thema



Forum