Nur für geübte Nutzer zu empfehlen
Microsoft Xbox 360 gehackt: Mit Lötkolben und einigem Aufwand
Das Sicherheitssystem der Xbox 360 wurde geknackt. Allerdings machten sich die Hacker GliGli und Tyros dabei keine Schwachstelle in der Software zu Nutze, sondern es geht an die Hardware der Spielekonsole. Der Hack greift die CPU an und eignet sich nicht unbedingt zum Nachmachen.
Mit einem Video zeigen die beiden Hacker, wie sie es geschafft haben, die Xbox 360 zu knacken. Auf der geknackten Spielekonsole - einer Xbox 360 Slim - bringen sie den Xenon Linux Loader (XeLL) und einen N64-Emulator zum Laufen. Eine Anleitung, wie der "Reset Glitch Hack" funktioniert, gibt es auch, allerdings gestaltet sich der Vorgang nicht gerade einfach.
Geduld ist gefragt
Wie der Name schon sagt, geht es bei dem Angriff darum, einen sogenannten Glitching-Fehler im Prozessor zu provozieren, um so die Sicherheitsabfragen des Bootloaders zu überwinden. Einfach gesprochen wird eine selbstgebastelte Platine aufgelötet, die die Taktrate des Prozessors merklich verringert, wodurch der Fehler provoziert wird. Der Bootloader erkennt anschließend jeden Code als zulässigen Code und die Ausführung startet. Normalerweise soll der Bootloader Code nur dann laden, wenn die Berechtigung dazu erteilt wurde. Microsoft möchte so das Spielen von Schwarzkopien verhindern.
Ganz einwandfrei läuft das Ganze allerdings nicht. So kann der Ladevorgang mit fremdem Code schon einmal mehrere Minuten dauern - was im Video auch zu sehen ist. Außerdem benötigt es im Schnitt vier Versuche, bis der Fehler provoziert wird und der Hack somit klappt.
Für die Slim-Variante und ältere Modelle der Xbox 360 unterscheiden sich zudem die Angriffe. Bei den älteren Modellen klappt der Hack bei der Zephyr- und Jasper-Revision. Die Falcon-Generation der Spielekonsole von Microsoft wurde noch nicht getestet und die Xenon-Revision wird nicht unterstützt, wie Logic Sunrise berichtet.
In der Anleitung zu dem Hack erklärt GliGli, dass dieser nicht dafür gedacht sei, Piraterie - in Form von schwarz kopierten Spielen - zu unterstützen. Nutzer sollen dadurch lediglich die Möglichkeit erhalten, freie Software, wie zum Beispiel XeLL oder selbst verfasste Codes, zum Laufen bringen zu können.
