Erweckt Objekte zum Leben
CrazyTalk: Tieren und Menschen am Rechner das Sprechen beibringen
Neben Angry Birds und anderen Klassikern sind im App Store derzeit Programme für sprechende Bakterien, Kartoffeln, Hunde oder Katzen der Renner schlechthin. Wer besonders viel Spaß an sprechenden Objekten aller Art findet, braucht sich nicht auf vorgefertigte Apps zu beschränken: Die US-Firma Reallusion bietet mit CrazyTalk ein Programm an, mit dem sich beliebige Bilder in lustige Animationen verwandeln lassen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Systemanforderungen
- 2Bedienung
- 3Zeichnung und Szenen
- 4Fazit
Systemanforderungen
Leider ist die Software CrazyTalk im Gegensatz zu den meisten Apps nicht kostenlos: Die Standard-Fassung CrazyTalk Animator für Windows schlägt mit 49,95 US-Dollar zu Buche, ein Upgrade ist ab 32,47 US-Dollar erhältlich. Wer nicht nur Gesichter, sondern auch komplette Körper anhand von Fotos animieren möchte, benötigt die noch teurere Pro-Variante für 179,95 US-Dollar (Upgrade 116,97 US-Dollar). Ein wenig günstiger als CrazyTalk Animator (Standard/Pro) ist CrazyTalk 6 (Standard/Pro), das aber lediglich für sehr einfache Aufgaben geeignet ist und nur als Einstieg in die Animation von Gesichtern konzipiert wurde.
Damit die angesprochenen Anwendungen problemlos laufen, benötigt der Nutzer mindestens eine CPU mit zwei Gigahertz und ebenfalls so viel freien Speicher auf der Festplatte. Der empfohlene Grafikspeicher liegt mit 256 Megabyte auch recht hoch, dagegen genügt für die Bedienung der Anwendung eine relativ geringe Auflösung von 1.024 mal 768 Pixeln. CrazyTalk Animator setzt DirectX 9 und WMEncoder 9 für den Export einer Animation als Windows-Media-Video voraus, als Betriebssystem kommen daher auch nur Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 in Frage - entweder in der 32-, besser jedoch als 64-Bit-Ausgabe.
Bedienung
Für interessierte Nutzer stellt der Hersteller eine Testversion bereit, die über 30 Tage ohne Kosten eingesetzt werden kann. Damit erstellte Videos tragen allerdings ein Wasserzeichen, sodass sich die Testversion nicht als Produktivsystem einsetzen lässt. Nach der Installation der Anwendung startet eine sehr übersichtliche Oberfläche, mit der auch Einsteiger schnell zu guten Ergebnissen kommen: Sie gliedert sich in mehrere Reiter für Projekte, Avatare, Animation, Szenen, spezielle Effekte und den Export als Film. CrazyTalk Animator kann für den Import mit den wichtigsten Dateitypen für Bilder (.bmp, .jpg, .gif, .tga, .png) und Videos (.avi, .wmv) umgehen. Auf Wunsch lassen sich auch Filme im Flash-Format verwenden.
Die eigentliche Bedienung der Anwendung ist sehr einfach: Nach dem Import einer Grafik erkennt CrazyTalk die darauf enthaltene Figur (Mensch, Tier, Objekt) meist automatisch, sodass der Nutzer sie direkt als Avatar einsetzen kann. Die Animation von Bewegungen erfolgt nach vordefinierten oder individuellen Pfaden, was auch sehr schnell geht. Etwas kniffliger die Integration von Sprache: Hier muss der Anwender eine .wav-Datei importieren und zunächst einen passenden (virtuellen) Mund für das gewünschte Objekt auswählen. Nachdem das geschehen ist, kann er auf einer Zeitleiste Mund und Sprache synchronisieren - zwar gibt CrazyTalk Animator schon eine automatische Synchronisierung vor, diese ist für deutsche Laute aber lange nicht perfekt. Sie funktioniert nur bei englischer Sprache halbwegs zuverlässig.

Zeichnung und Szenen
Über die TTS-Komponenten (Text to Speech) kann der Anwender seinen Volltext in das Programm laden, um anhand dessen eine automatische Stimme statt einer eigenen Wave-Datei zu generieren. Für Zeichner mit professionellen Ambitionen bietet CrazyTalk Animator eine ganz besondere Funktion: Auf Wunsch kann das Programm mit Drawplus zusammenarbeiten, sodass sich gezeichnete Figuren ohne Umweg direkt als Avatar in CrazyTalk einsetzen lassen. Mit der Möglichkeit, aus einem oder mehreren Avataren eine ganze Szene zu basteln und diese mit einem individuellen Hintergrund zu unterlegen, ergibt die Kombination der beiden Programme fast schon ein Filmstudio, mit dem sich auch lange Produktionen umsetzen lassen.
Fazit
CrazyTalk Animator ist ein außergewöhnliches Programm, mit dem sich starre Objekte zum Leben erwecken lassen, wie man es von einigen Apps schon kennt. Zwar ist das Programm in der Pro-Fassung mit über 100 US-Dollar Lizenzpreis nicht ganz billig, bietet dafür aber auch sehr viele Funktionen und Vorlagen für die Erstellung ganzer Filme. Einzig die fehlende Lokalisierung für deutsche Anwender ist etwas störend.

Danke, dass Ihr es vorgestellt habt, denn ich arbeite damit schon seit der Version 4. Mittlerweile auch mit dem iClone von Reallusion. Aber gerade das CrazyTalk,habe ich anfangs nur zum Spaß eingesetzt. Als dann der...
CrazyTalk Animator ist in deutsch lokalisiert. Umfangreiche Beispiele und Beschreibungen auf deutsch sind unter www.reallusion.com/de einsehbar. Die Software ist in zwei Versionen verfügbar, als Standard und als Pro...