Neue BITKOM-Umfrage

Schule 2.0: Lehrer sind keine Technikmuffel

Eine neue Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Kooperation mit dem Aris Institut räumt mit Klischees auf. Lehrer, die ohne Hilfe ihrer Schüler keinen Videorekorder bedienen können, sind passé. Außerdem sind Lehrerinnen genauso technikbegeistert wie ihre männlichen Kollegen.

Das Klischee vom Technik fremden Lehrer gehört der Vergangenheit an (Bild: BITKOM)
Das Klischee vom Technik-fremden Lehrer gehört offenbar der Vergangenheit an (Bild: BITKOM)
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Im Zuge einer Telefonumfrage im Februar dieses Jahres wurden über 500 Lehrer und Lehrerinnen für die Studie befragt. Den Ergebnissen der BITKOM zufolge sind die Pädagogen gemessen an der Gesamtbevölkerung sogar überaus fortschrittlich: 90 Prozent von ihnen verfügen über einen Breitband-Internetzugang. In ganz Deutschland haben durchschnittlich nur 67 Prozent aller Haushalte eine entsprechende Verbindung. Zudem besitzen 86 Prozent der Lehrer und Lehrerinnen ein Notebook oder Netbook und jede/r vierte von ihnen verfügt zusätzlich über einen PC. Demgegenüber steht in der Gesamtbevölkerung nur in jedem zweiten Haushalt ein Computer.

Lehrer lieben Technik

Die überwiegende Mehrheit der Lehrer steht elektronischen Medien positiv oder eher positiv gegenüber. Zehn Prozent bezeichnen sich, der Studie nach, sogar als Technik-Fans. Entscheidend für die "plötzliche" Technikaffinität dieses Berufsstandes scheint dabei vor allem der Generationenwechsel. Die Studie zeigt deutlich, dass die Medienleidenschaft mit zunehmendem Alter der Pädagogen nachlässt. Fast jeder dritte Lehrer über 50 Jahren sieht die digitalen Medien kritisch. Bei den unter 40-Jährigen sind es hingegen nur sieben Prozent. Die Technikbegeisterung der jüngeren Lehrer unterscheide sich überdies gar nicht mehr von der ihrer Schüler.

Die Mehrheit der Schüler wünscht sich den Ergebnissen der Studie zufolge mehr Medieneinsatz im Unterricht, weil dies das Verständnis verbessere und die Lehreinheit im allgemeinen interessanter mache. Die technische Ausstattung der Schulen hängt diesen Wünschen aber weiterhin hinterher. Wie bereits in vorangegangenen Studien bemerkte die Mehrheit der Lehrer auch diesmal, dass hier Verbesserungsbedarf bestehe.

iPads für das Lernen zu Hause und in der Schule

Ein Projekt, das der Technik-Begeisterung von Schülern und Lehrern entgegenkommen dürfte, ist "paducation" in einem Hamburger Gymnasium. Dort haben letzte Woche 70 Schüler ein iPad bekommen, mit dem sie in der Schule wie auch privat lernen sollen. Man hofft, so die Medienkompetenz der Jugendlichen zu stärken und individuelle Lernprozesse zu verbessern. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung und dem Medienzentrum der Universität Hamburg gestartet. Vorbild war eine Schule in der Schweiz, die zu ähnlichen Zwecken eine Klasse mit iPhones versorgte.

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