Wiederbelebung des Festnetz-Telefons

Verkehrte Netzwelt: Hotline-Terror selbst gemacht

Verkehrte Netzwelt: Hotline-Terror selbst gemacht Das Telefon war einmal eine großartige Erfindung. Wahrscheinlich kann heutzutage niemand mehr die Magie ermessen, die darin lag, einen Hörer aus der Gabel zu wuchten (schwer, schwarz, stabil), den Zeigefinger in eine Wählscheibe (rund, analog, schwergängig) zu stecken, eine Nummer zu wählen und dann nach einigen Sekunden die Stimme eines Menschen zu hören, der ganz woanders wohnt.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Der reine Terror
  2. 20180-Nummer für Privathaushalte
  3. 3Zwanzig Sekunden Musik
  4. 4Alle Lehmanns im Gespräch

Jetzt geht die Ära des Telefonierens langsam aber sicher zu Ende. Heute wird das Telefonieren immer öfter zum Videotelefonat oder zum Online-Chat mit Dateiaustausch. Nur wenige beherrschen noch die Kunst des langen wohltuenden Gesprächs am Telefon, bei dem man sich auf nichts konzentriert als auf die Stimme des oder der Anderen.

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Der reine Terror

Ansonsten tippt man sich eher die Befindlichkeit auf Facebook zu oder guckt gemeinsam Trash-Videos auf YouTube, während man telefoniert. Der Rest ist der reine Terror. Vor allem für den privaten Festnetz-Besitzer. Das Klingeln des Telefons hat früher den Freund oder die Geliebte angekündigt, mit dem oder der man sich verabredet hat. Na ja, manchmal war´s auch die Oma oder der fiese Hausverwalter. Wer heute "den Hörer abhebt", bereut es sofort.

Es ist das Versandhaus, das wissen will, ob alles ok ist, oder der Telekommunikationsanbieter, der dir einen neuen Tarif anbieten will. Wenn es nicht das Versandhaus ist und nicht der Telekommunikationsanbieter, dann ist es garantiert ein Marktforschungsinstitut, das eine kleine Umfrage mit dir veranstalten will. "Dauert nur fünf Minuten, oder soll ich morgen wieder anrufen?"

Ruft man selbst mal bei einer Firma an, weil man Probleme mit dem Produkt oder dem Service hat, dann gerät man in die Hotline-Hölle. Wir sollten den Spieß umdrehen.



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